Udo-Lindenberg-Bassist über exzessiven Koks-Konsum: "Onaniererei, wild schwitzend"
Münster - Kokain gehört heute zu den weit verbreiteten Modedrogen und ist vor allem in der Mitte der Gesellschaft beliebt. Gekokst wurde aber auch schon viel früher. Vor allem in den 70er- und 80er-Jahren entdeckten zahlreiche Musiker und Künstler die Droge für sich. So auch Rockmusiker und Bassgitarrist Steffi Stephan (bürgerlich Karl-Georg Stephan, 78), der sich in der Y-History-Reportage "100 Jahre auf Koks" an die wilden Zeiten von damals erinnert.
Seit über 60 Jahren ist der 78-Jährige mit Kultrocker Udo Lindenberg (79) befreundet. 1973 gründeten beide Lindenbergs "Panikorchester" und tingelten mit der Band von Auftritt zu Auftritt.
Drogen und Alkohol spielten damals auch bei den Bandmitgliedern eine nicht untergeordnete Rolle. Während Lindenberg laut Stephan eher Alkohol trank, konsumierten die anderen sowohl vor als auch während Konzerten vermehrt illegale Substanzen.
Sieben Jahre nahm Stephan Koks: "Man sucht diesen Kick. Der Kick ist verhältnismäßig kurz, bringt nichts und du kannst nicht schlafen. Wilde Onaniererei, wild schwitzend."
Danach zog er die Reißleine, um nicht mehr in Versuchung zu kommen. Ganz abstinent konnte er aber nicht bleiben. Trotzdem sei er froh, nicht mehr so wie in den 80ern konsumiert zu haben: "Stolz darauf sein kann man da nicht. Ich glaube nicht, dass ich das überlebt hätte."
Sören kokste, während Freunde und Familie nichts ahnten
Auch heute noch ist Koks eine beliebte Party- und Lifestyle-Droge, die nicht nur von Musikern oder Künstlern gern für einen Leistungsschub genommen wird.
Reporterin Carolin von der Groeben (30) trifft bei ihrer Recherche auf Sören. Er war sechs Jahre lang auf Kokain, ohne dass Familie oder Freunde etwas davon ahnten. "Mein Selbstbewusstsein war besser, ich war fokussierter, ich war wach", erklärt der Krankenpfleger, der durch die Droge in seinem Job einfach leistungsfähiger war.
Nach einem Auto-Unfall fällt die Maske: Er bekommt mit der Polizei zu tun, seine Beziehung geht in die Brüche und der Arbeitgeber kündigt ihn.
Sören fällt in ein tiefes Loch, aus dem er sich inzwischen herausgekämpft hat. Heute ist er clean, lebt in Köln und hat eine neue Freundin.
Wen Carolin von der Groeben noch so getroffen hat, seht Ihr in der Y-History-Reportage "100 Jahre auf Koks", die ab sofort in der ARD-Mediathek verfügbar ist. Am 10. Februar ist sie auch 23.35 Uhr im Ersten zu sehen.
Titelfoto: Bildmontage: Das Erste/ARD (2)

