Dresden - Frust über die neue Carolabrücke. Der Siegerentwurf von FHECOR und TSSB ordnet den Radweg in Richtung Altstadt - die zentrale Nord-Süd-Achse der Stadt - in Seitenlage an. Dann würden Radfahrer zwischen Gehweg und Straßenbahn fahren. Doch der ADFC hält diesen Plan für derart gefährlich, dass er jetzt eine Demo dagegen organisiert hat.
Nach den aktuellen Plänen müssten Radfahrer in Nord-Süd-Richtung zweimal Straßenbahngleise kreuzen und mehrfach an Ampeln warten. "Das bremst Radfahrer aus und ist total gefährlich", sagte Radler Adrien Bellanger (43) bei der Demo, die Dienstagfrüh am Carolaplatz stattfand.
"Früher sind viele einfach bei Rot über die Ampel." Weiteres Problem: Beim Kreuzen der Gleise können sich Fahrräder verhaken, Radler verunglücken.
Der ADFC fordert eine Korrektur! Der Radweg in Richtung Zentrum soll demnach zwischen Straßenbahn und Fahrbahn verlaufen. "Wir können nicht nachvollziehen, warum man die alten Probleme wiederhaben möchte", erklärt ADFC-Referent Jonas Geyer (28).
Er verweist auf den Stadtratsbeschluss vom vergangenen Juni, demnach "bestehende Konfliktpunkte" verschiedener Verkehrsteilnehmer "durch geschickte Gestaltung der Verkehrsanlagen in Grundriss und Querschnitte aufgelöst" werden sollen.
Nur: Erst im September sprach sich eine Stadtratsmehrheit - auf Antrag von CDU, Team Zastrow und FDP-/FB-Fraktion - klar für die Anordnung in Seitenlage aus. Man wolle "dem Wunsch aus der Jugendbeteiligung" Rechnung tragen, wonach Radwege nicht zwischen Straßenbahn und Autospuren entlangführen sollten, hieß es.
ADFC mit offenem Brief an die Fraktionen
Ganz ohne Gleise zu kreuzen, wird der Radverkehr auch nicht geführt werden können. Denn ein Radweg in Seitenlage erspart denjenigen, die vom Elberadweg auf die Brücke fahren wollen, gefährliche Gleisquerungen.
"Die Nord-Süd-Verbindung ist aber eine der wichtigsten Hauptradrouten und hat viel mehr Potenzial für den Alltagsradverkehr", betont Jonas Geyer.
"Vom Elberadweg kommend ist man mit Sicherheit auch deutlich langsamer unterwegs als von der Albertstraße aus." Der ADFC setzt jetzt auf den Stadtrat, schrieb schon einen offenen Brief an die Fraktionen. "Wir hoffen nicht auf eine Änderung, wir erwarten sie."
Stadträtin Susanne Krause (43, Grüne) demonstrierte am Dienstag schon mit: "Für den Verkehrsfluss ist ein Radweg in Mittellage wirklich sinnvoll." Man wolle einen entsprechenden Änderungsantrag auf den Weg bringen. "Wir sind jetzt auf der Suche nach Partnern, die mitgehen."