Bombenfund an Carolabrücke: Sprengmeister zeigt entschärften Blindgänger

Von Benjamin Richter, Eric Hofmann, Hermann Tydecks, Holger Köhler-Kaeß, Jakob Anders, Malte Kurtz

Dresden - Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe im Bereich der ehemaligen Carolabrücke stand Dresden am Mittwoch eine knifflige Entschärfung bevor - denn die Bombe hatte einen defekten Zünder. Doch seit 15.30 Uhr heißt es Aufatmen: Feuerwehr und Polizei melden, dass die Bombe entschärft ist!

Sprengmeister Thomas Zowalla (49) konnte die britische Bombe sicher entschärfen.  © Thomas Türpe

Seit 9 Uhr war der Evakuierungsbereich offiziell abgesperrt. Die Polizei benötigte mehrere Stunden, um zu überprüfen, ob sich noch letzte Personen im Umkreis von 1000 Metern um den Fundort befanden.

Gegen Mittag konnte die Kontrolle abgeschlossen werden und Bombenentschärfer Thomas Zowalla (49) ging ans Werk. Dabei stand ihm eine herausfordernde Entschärfung bevor, da die Weltkriegsbombe einen defekten Zünder hatte.

Den Zünder einfach abschrauben ging deshalb nicht. Stattdessen kam ein spezielles Wasserstrahl-Gerät zum Einsatz. Die Entschärfung nahm daher mehr Zeit in Anspruch als erhofft.

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Alles Weitere zum Bombenfund an der Carolabrücke und zur Evakuierung lest Ihr hier im TAG24-Ticker.

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11. März, 16.31 Uhr: Sprengmeister Zowalla erklärt komplizierte Entschärfung

Bei dieser Entschärfung hatte Sprengmeister Thomas Zowalla (49) viel zu tun. Es gab vor allem Probleme mit dem Zünder bzw. dem, was davon noch übrig war.

Laut Zowalla war dieser so stark beschädigt, dass eine manuelle Entschärfung zu gefährlich gewesen wäre. "Deswegen haben wir uns dafür entschieden, den Zünder samt Bombenboden mit einem Wasserstrahlschneid-Gerät herauszuschneiden", so der Sprengmeister.

Dafür sei ein Team von insgesamt zwölf Leuten nötig gewesen. Anschließend habe man den Zünder sofort durch Sprengung vernichtet.

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Sprengmeister Thomas Zowalla (49) zeigt den Rest vom Zünder.  © Thomas Türpe
Vom Zünder war nicht viel übrig.  © Thomas Türpe

11. März, 15.47 Uhr: Stadt Dresden bestätigt, dass Menschen zurück in den Sperrbezirk können

"Der eingerichtete Sperrbereich wird ab sofort aufgehoben. Alle Bewohnerinnen und Bewohner können in ihre Wohnungen zurückkehren", meldet die Stadt Dresden auf Facebook.

Damit dürfte der Spuk nun endgültig vorbei sein.

11. März, 15.34 Uhr: Bombe entschärft!

Die Bombe ist entschärft - ohne weitere Komplikationen.

Das hat Feuerwehrsprecher Michael Klahre um 15.30 Uhrgegenüber TAG24 bestätigt! Auch die Polizei meldet die frohe Kunde. "15.10 Uhr hatten die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes den Zünder der britischen Fliegerbombe entfernt und anschließend gesprengt. Die Polizei wird den Sperrbereich rund um die Fundstelle an der Baustelle für die neue Carolabrücke in Kürze aufheben", heißt es in einer Pressemeldung der Behörde.

Aktuell laufe noch ein Sicherheitscheck. Im Anschluss werde der Kampfmittelbeseitigungsdienst eine Freigabe erteilen, so die Polizei.

Erst danach können die Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Verkehrseinschränkungen werden dann ebenfalls aufgehoben.

"Die 250-Kilogramm-Bombe wird im Anschluss zur Entsorgung in die zentrale Sammelstelle nach Zeithain gebracht. Im Namen aller Einsatzbeteiligten bedankt sich die Polizeidirektion Dresden bei den Dresdnerinnen und Dresdnern für ihre Mitwirkung und ihr Verständnis", so die Behörde abschließend.

Die Polizei bei ihrer Überwachung des Geländes.  © xcitepress/florian varga

11. März, 14.49 Uhr: Was, wenn Plan A nicht funktioniert?

Sollte die Arbeit mit dem Wasserstrahl-Gerät erfolglos verlaufen, dann muss die Bombe stattdessen kontrolliert gesprengt werden.

Das teilte die Polizei am frühen Nachmittag gegenüber TAG24 mit.

11. März, 13.59 Uhr: KI verbreitet Fake-News über Bombenentschärfung

Wie die Polizeidirektion Dresden soeben mitteilte, spuckt eine KI-Suchmaschine im Netz falsche Informationen über die Bombenentschärfung aus.

"Die am Dienstag an der Carolabrücke gefundene Weltkriegsbombe ist noch nicht entschärft. Derzeit bekommen Menschen, die über eine KI-Suchmaschine im Internet nach dem Bombenfund in Dresden suchen, die Auskunft, dass die Entschärfung abgeschlossen wäre. Das ist falsch. Die Entschärfung des am Dienstag gefundenen Blindgängers dauert an. Entsprechend darf auch der Sperrkreis rund um den Fundort nicht betreten werden", betonte die Polizei.

Die Google-KI vermeldet fälschlicherweise bereits die erfolgreiche Entschärfung der Bombe.  © Screenshot

11. März, 13.54 Uhr: Bombe noch nicht entschärft - Feuerwehr warnt vor Fake-News

"Achtung Fake-News im Umlauf. Die Bombe ist noch nicht entschärft. Bleiben Sie von den Absperrungen und dem Evakuierungsbereich fern!", teilte die Feuerwehr soeben mit.

Die Entschärfung läuft noch.  © Robert Michael/dpa

11. März, 12.36 Uhr: Sperrkreis-Kontrolle abgeschlossen, Entschärfung beginnt

Wie die Polizei mitteilt, konnten die Kontrollen im Sperrkreis gegen 12.33 Uhr abgeschlossen werden. Die Evakuierung verlief demnach reibungslos. Derzeit befinden sich mehr als 310 Betroffene in der Notunterkunft in der Messe.

Nun kann mit der Entschärfung der Bombe begonnen werden. Dies dürfte diesmal für Entschärfer Thomas Zowalla komplizierter werden, da die Weltkriegsbombe einen defekten Zünder aufweist. Der Sicherheitsbereich bleibt bis zur Entschärfung gesperrt. Autofahrer sollen das Gebiet weitläufig umfahren.

Die Kontrollen im Sperrkreis sind abgeschlossen.  © xcitepress/Christian Essler

11. März, 12.15 Uhr: Mahlzeit! - Notunterkunft bekommt Bauerntopf mit Hähnchen

Die in der Notunterkunft untergebrachten Dresdnerinnen und Dresdner dürfen sich auf eine vorzügliche Mahlzeit freuen.

"Es wird Bauerntopf mit Hähnchen geben", erklärte Feuerwehr-Sprecher Michael Klahre (46) auf TAG24-Anfrage. Zugleich betonte Klahre, dass eine Mahlzeit im Zuge einer Evakuierung kein Grundrecht darstellt: "Eine Notunterkunft dient, wie der Name schon sagt, zur notfallmäßigen Unterbringung von Menschen, die für den Zeitraum der Evaluierung nirgendwo ein Obdach finden. Eine Versorgung mit Speisen ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Im Umkreis gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, die individuell in Anspruch genommen werden können."

Heute hatten die Bürger jedoch Glück: "Im aktuellen Fall ist es jedoch so, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen ausreichen, um den Menschen ein Mittagsangebot zu machen."

Mahlzeit!

11. März, 12.03 Uhr: Sperrkreis-Kontrolle in den letzten Zügen

Derzeit müssen nur noch "vereinzelte, wenige Personen" aus dem Sperrkreis evakuiert werden, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden gegenüber TAG24 zur Mittagsstunde erklärte.

Dabei handelt es sich um Personen, die per Krankentransport in Sicherheit gebracht werden müssen, da sie es selbstständig nicht mehr schaffen. Dies gilt es noch abzuwarten, ansonsten ist die Kontrolle "im Großen und Ganzen" kurz vor dem Abschluss, so die Polizei.

Die Kontrolle steht kurz vor dem Abschluss.  © xcitepress/Christian Essler

11. März, 11.44 Uhr: Altmarkt-Galerie will nach Entschärfung zügig öffnen

Aufgrund der Evakuierung und der anschließenden Bombenentschärfung hat die Altmarkt-Galerie am Vormittag nicht ihre Pforten geöffnet.

Sobald der Trubel vorüber ist, sollen Kunden aber zeitnah wieder shoppen können: "Nach einer behördlichen Aufhebung der Evakuierung wird für die Öffnung der Altmarkt-Galerie alles in die Wege geleitet", hieß es in einer Mitteilung.

Die Altmarkt-Galerie liegt im Sperrbereich. (Archivbild)  © Steffen Füssel

11. März, 11.18 Uhr: Inzwischen 280 Personen in Notunterkunft

In der Notunterkunft in der Dresdner Messe ist die Auslastung weiter überschaubar.

Wie die Stadt auf TAG24-Anfrage mitteilte, sind derzeit 280 Personen in der Notunterkunft registriert.

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