Diese Frau hat dafür gesorgt, dass Carolabrücke bei Google Maps verschwindet
Dresden - Kaum eine Entscheidung der Stadt, die ohne Kartendaten gefällt wird. Denn für Bauprojekte, Verkehrsplanung oder Stadtentwicklung sind sie unerlässlich. Vor 150 Jahren wurde das zuständige Amt gegründet! Nach dem Einsturz der Carolabrücke hatte es eine besondere Aufgabe.
1876 wurde das Vermessungsamt auf Stadtratsbeschluss gegründet, heute firmiert es als "Amt für Geodaten und Kataster".
Amtschefin Klara Töpfer (60): "Unsere Wurzeln liegen in einer Zeit, in der Vermessung vor allem Eins bedeutete: Ausdauer, Handwerk, sehr viel Wetter und Mathematik."
Dresden war schon 1876 eine Großstadt mit rund 200.000 Einwohnern, wuchs im Schnelltempo weiter - es brauchte Planungsgrundlagen. Im Takt mit etlichen Eingemeindungen mussten Karten auch angepasst werden. Bis 1951 bestand das Stadtamt, 1990 wurde es neu gegründet.
"Die Aufgaben nach der Wende waren enorm. Oft war unklar, wem welche Grundstücke gehören, alle brauchten Karten, Pläne, Grundlagendaten", weiß Töpfer. Erstmals begannen Vermesser, ihre Daten digital einzupflegen, 2003 dann ging der Themenstadtplan online.
Kataster-Amt lässt Carolabrücke bei Google Maps verschwinden
Zuletzt war das Amt auch durch den Brückeneinsturz gefordert.
"Wir haben die Carolabrücke ausgegraut und dafür gesorgt, dass Google Maps keine Autos mehr darüber führt", erklärt die Amtschefin. "Wenn die neue Brücke steht, tragen wir sie wieder ein."
Aber: Jetzt wird erst einmal gefeiert: Zum 150-jährigen Jubiläum des Amtes sind vom 19. März bis 14. Oktober insgesamt sieben Vorträge, zwei Wanderungen und eine Ausstellung im Stadtforum geplant.
Für mehr Infos: dresden.de/150-jahre-geodaten.
Titelfoto: Montage: Thomas Türpe (2)

