Dresden - Die Stadt wollte auf Nummer sicher gehen, frühzeitig über eine mögliche Bomben-Evakuierung informieren und Anwohnern Planungssicherheit geben. Doch statt Applaus gibt’s hitzige Debatten. Noch bevor überhaupt feststeht, ob tatsächlich Bomben im Boden liegen, kochen die Emotionen hoch. Egal wie man es macht, irgendwer hat immer was auszusetzen ...
"Jetzt wird der Boden nach Bomben abgesucht. Wahnsinn, hätte man schon eher erledigen können", heißt es von Kritikern in den sozialen Medien. Ein anderer wettert: "Lächerliches Witzprojekt. Das Ding müsste längst stehen nach einem Jahr." Und wieder jemand winkt ab: "Ach, so schlimm ist es doch nicht, wenn man warten kann bis zum 9. März. Ich kann nur noch den Kopf schütteln."
Doch es gibt auch positive Stimmen unter den Bürgern. "Nix ist schlimmer, als wenn einen der Blindgänger kalt erwischt - so kann man immerhin frühzeitig planen. Gute Sache", schreibt eine Dresdnerin.
Ein anderer lobt: "Ich finde die Herangehensweise sehr professionell und gut. Diese Informationen sind für die Betroffenen von großer Wichtigkeit."
Im Falle einer Evakuierung wären rund 18.000 Menschen betroffen
Hintergrund der Aufregung: Bei Sondierungen für den Neubau der Carolabrücke wurden 31 Störstellen entdeckt, zwei davon gelten als begründete Verdachtsfälle auf Bombenblindgänger in zwei bis vier Meter Tiefe.
Gewissheit soll es erst ab 9. März geben, wenn der Boden geöffnet wird. Der genaue Fundort wird geheim gehalten. Polizeisprecher Marko Laske (51) stellt jedoch klar, dass "eine Überwachung der möglichen Bomben - die im Übrigen tief in der Erde liegen - seitens der Polizei nicht erfolgt". Zuständig sei die Landeshauptstadt. Rathaus-Sprecher Alexander Buchmann (38) betont, der Bereich sei abgesperrt, dort werde gearbeitet.
Sollte eine Evakuierung nötig sein, umfasst der bereits jetzt vorsorglich vorgesehene Radius etwa 1000 Meter, so Michael Katzsch (45), Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, rund 18.000 Leute wären betroffen.