Dresdner dürfen mitreden: Erste Entwürfe für den Neubau der Carolabrücke

Dresden - Dresden auf der Zielgeraden zur neuen Carolabrücke: Vier Planungsbüros buhlen um den Auftrag für eine neue Elbquerung im Herzen der Landeshauptstadt. Was ist ihre Vision? Zum Startschuss der Bürgerbeteiligung sprachen sie am Mittwoch erstmals öffentlich!

Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung war das Gedränge im Stadtforum groß.
Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung war das Gedränge im Stadtforum groß.  © Norbert Neumann

Laut Stadtratsbeschluss sollen die Dresdner mitreden dürfen, wie die neue Carolabrücke aussehen soll. Hunderte von ihnen kamen dem schon am Mittwoch nach, drängten sich ins Stadtforum, diskutierten mit den Planern über Materialien, Form und Autospuren. Dabei blieben manche Planer vage - andere wurden sehr konkret.

"Wir wollen eine Bogenbrücke schaffen. Dabei kombinieren wir ein Stahltragwerk mit Sandsteinpfeilern, die Brücke soll luftig sein und die Sicht nicht versperren", erklärte Architekt Jan Tröber (50, FHECOR Deutschland und TSSB Architekten). Man spiele auch mit der Idee von weniger Autospuren, plane in alle Richtungen.

Auch die Planer von Schüßler-Plan/DKFS Architekten liebäugeln mit einer schmaleren Brücke - zum Missfallen manchen Bürgers.

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Architekt Dirk Krolikowski (49) ehrlich: "Ein Taxifahrer hat das direkt kritisiert. Wichtiger als die Spuren ist uns auch etwas anderes." Man wolle einen effizienten und eleganten Hybrid bauen, die Flutbrücke aus Beton, den Rest als Stahlbrücke. "Diese Konstruktion beschleunigt das Bauen."

Was wollen die Dresdner? Ihre Wünsche notierten sie auf Klebezetteln.
Was wollen die Dresdner? Ihre Wünsche notierten sie auf Klebezetteln.  © Norbert Neumann
Architekt Jan Tröber (50) brachte sogar ein Modell "seiner" Brücke mit.
Architekt Jan Tröber (50) brachte sogar ein Modell "seiner" Brücke mit.  © Norbert Neumann
Brückendesignerin Anthea Schneider (34) bringt eine Hängebrücke als Option ins Spiel.
Brückendesignerin Anthea Schneider (34) bringt eine Hängebrücke als Option ins Spiel.  © Norbert Neumann
Architekt Dirk Krolikowski (49) beim Erklären seiner Vision.
Architekt Dirk Krolikowski (49) beim Erklären seiner Vision.  © Norbert Neumann
So stellen sich die Planer von FHECOR Deutschland und TSSB Architekten die zukünftige Carolabrücke vor.
So stellen sich die Planer von FHECOR Deutschland und TSSB Architekten die zukünftige Carolabrücke vor.  © Norbert Neumann
Muss die neue Carolabrücke über die gesamte Länge vier Spuren haben? Planer von Schüßler-Plan/DKFS Architekten zeigten eine Kompromisslösung.
Muss die neue Carolabrücke über die gesamte Länge vier Spuren haben? Planer von Schüßler-Plan/DKFS Architekten zeigten eine Kompromisslösung.  © Norbert Neumann

Stadtrat muss sich erst im Herbst entscheiden

Bauingenieur Hans Grassl (54) vom Ingenieurbüro Grassl ließ sich nicht in die Karten blicken.
Bauingenieur Hans Grassl (54) vom Ingenieurbüro Grassl ließ sich nicht in die Karten blicken.  © Norbert Neumann

Vage blieb die Planungsgemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner/Knight Architects/Querfeldeins. "Uns geht es darum zu verstehen, was die Dresdner wollen", so Brückendesignerin Anthea Schneider (34).

"Unserer Gestaltungsfreiheit sind aber Grenzen gesetzt." Um das geforderte Lichtraumprofil (Raum unter der Brücke) einzuhalten, sei eine Hängebrücke denkbar, fürs Stadtbild eine Sandsteinverkleidung.

Noch weniger festlegen wollte sich Bauingenieur Hans Grassl (54, Ingenieurbüro Grassl). "Die Brücke muss zu Dresden passen. Wir untersuchen verschiedene Möglichkeiten, wollen Anregungen aufnehmen."

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Auf Klebezetteln notierten die beteiligten Dresdner ihre Brücken-Wünsche: "Technisch auf dem Stand der Zeit, aber mit historischem Bezug", schrieb einer, andere forderten einen sparsamen Umgang mit Baumaterialien, eine gute Elberadweg-Anbindung. Und immer wieder zwei - oder eben vier - Autospuren.

Bis zum 26. Mai müssen die Entwürfe stehen. Danach schauen ein Begleitgremium (aus Verbänden, Interessengruppen, Stadträten) und eine Fachjury drüber. Im Sommer sind Sie wieder gefragt - bevor sich der Stadtrat im Herbst für einen Entwurf entscheiden muss...

Titelfoto: Norbert Neumann

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