Entwürfe zur neuen Carolabrücke: Initiativen widersprechen Experten

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Dresden - Nach Offenlegung aller Entwürfe und Eckdaten zur Carolabrücke und Start der Bürgerbeteiligung melden sich auch verschiedene Initiativen zu Wort - und widersprechen den Fachexperten teils scharf.

Bei den Fachexperten landete der Grassl-Entwurf auf dem letzten Platz. Mehrere Initiativen sehen das ganz anders.
Bei den Fachexperten landete der Grassl-Entwurf auf dem letzten Platz. Mehrere Initiativen sehen das ganz anders.  © Visualisierung: Ingenieurbüro Grassl und gmp Architekten

So hatte das Fachexpertengremium unter Leitung von TU-Professor Steffen Marx (56) den Entwurf des Planungsbüros Grassl/GMP auf dem letzten Platz verortet - insbesondere mit Verweis auf die 47 Meter breiten Pfeilerscheiben, die sehr dominant seien und Sichtbeziehungen störten.

Für den Verein Stadtbild Deutschland ist das "nicht nachvollziehbar", da "nahezu alle Dresdner Brücken – vor allem aber alle Innenstadtbrücken und sogar teilweise die eingestürzte Carolabrücke – durchgehende Pfeiler aufweisen", so Jens Schuppe (39) vom Dresdner Ortsverband.

Zudem hatten die Experten den Grassl-Entwurf als "technisch überzeugend" und "sehr guten Brückenentwurf" bezeichnet, wie Schuppe richtig anführt.

Auch die historische Carolabrücke hatte keine aufgelösten Pfeiler.
Auch die historische Carolabrücke hatte keine aufgelösten Pfeiler.  © wikipedia
Jens Schuppe (39) vom Dresdner Ortsverband des Vereins Stadtbild Deutschland.
Jens Schuppe (39) vom Dresdner Ortsverband des Vereins Stadtbild Deutschland.  © privat

Grassl-Entwurf biete die meisten Anknüpfungspunkte

Milena Filipps (25) ist Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Initiative Carolabrücke.
Milena Filipps (25) ist Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Initiative Carolabrücke.  © privat

Ganz ähnlich sieht es die Initiative Carolabrücke. Das Fachgremium bevorzuge aufgelöste Pfeiler anstatt der Scheiben. Dies sei allerdings eine Entscheidung, was man wolle und keine Frage der technischen Vor- und Nachteile, so Milena Filipps (25). "Das Expertengremium übersieht dabei, wie wichtig den Dresdnern der Bezug zur Historie ist."

Der Grassl-Entwurf biete die meisten Anknüpfungspunkte für Detailgestaltungen nach historischem Vorbild. Die Initiative hat eine Petition gestartet, in der sie eine "historisch inspirierte Gestaltung" fordert. Der Stadtrat kann nach Küren eines Siegers noch entsprechende Änderungen am Entwurf für die Umsetzung beauftragen.

Der Radlerverein ADFC sieht "noch deutliche Verbesserungspotenziale für den Radverkehr", fordert etwa eine Mindestbreite von 2,50 Metern je Radfahrstreifen (bislang teils nur zwei Meter geplant), zuzüglich Sicherheitstrennstreifen.

Frau sieht Welpen allein auf Straße sitzen: Wohin der Babyhund sie dann führt, bricht ihr das Herz
Hunde Frau sieht Welpen allein auf Straße sitzen: Wohin der Babyhund sie dann führt, bricht ihr das Herz

Im Stadtforum findet am Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr ein Bürgerdialog statt, bei dem Gäste den Planern Fragen stellen können. Die Veranstaltung wird unter www.dresden.de/carolabruecke live übertragen.

Titelfoto: Bildmontage: privat//Visualisierung: Ingenieurbüro Grassl und gmp Architekten

Mehr zum Thema Carolabrücke Dresden: