Dresden - Zu wenig Platz, zu steil, zu unsicher: Der Fahrradclub ADFC Dresden ist von keinem der vier Carolabrücken-Entwürfe überzeugt. Gegenüber TAG24 zeigen sich jetzt Planungsbüros bereit, Radwege zu verbreitern. So könnten sich künftig auch zwei Lastenfahrräder überholen.
Der Radlerverein fordert für die neue Carolabrücke eine Radwegbreite von 2,50 Metern. Gesetzlich vorgegeben sind zwei Meter, doch die "reichen für einen Überholvorgang zweier Lastenräder nicht aus", erklärt ADFC-Verkehrsreferent Jonas Geyer (28) gegenüber TAG24.
Es gebe immer mehr Radfahrer in Dresden, die mit Lastenfahrrädern unterwegs seien - etwa, um ihre Kinder zu transportieren. "Fakt ist: Bei allen Entwürfen muss nachgebessert werden."
Nach Ansicht des ADFC sollten Radwege nicht nur mit farblichen Markierungen (wie bei LAP/Knight Architects/Querfeldeins), sondern baulich von der Fahrbahn abgesetzt sein. Eine höhere Steigung (wie bei FHECOR/TSSB) sei für ältere Menschen oder Kinder unkomfortabel.
Als Verbindung zum Elberadweg brauche es nutzerfreundliche Rampen ohne spitze Einfahrtswinkel. Zudem sollten Radler möglichst wenige Gleise kreuzen müssen.
Planungsbüros sind bereit, Radwege zu verbreitern
"Durch die von der Stadt geforderte Seitenlage der Straßenbahn müssen immer irgendwie Gleise gekreuzt werden", hält Architekt Jan Tröber (51) von FHECOR/TSSB dagegen. Bei der Forderung nach 2,50 Meter breiten Radwegen macht er ein Zugeständnis: "Wir wollen dem gerne nachkommen und die Radwege verbreitern, ohne die Brücke generell breiter zu machen."
"Wir sind dazu bereit, den Radweg auf 2,50 Meter zu verbreitern, wenn die Stadt das will", kündigt auch Bauingenieur Hans Grassl (54) vom Büro Grassl an.
Dafür würden zwei Autostreifen um jeweils 25 Zentimeter verkleinert - so wird die Brücke insgesamt nicht breiter. Die Planer von Schüßler-Plan/DKFS betonen, sich an die Vorgaben zu halten.
Eindringlich appelliert LAP-Prokurist Tobias Mansperger (47): "Kleinigkeiten kann man immer noch anpassen. Es ist aber total wichtig, dass alle Änderungen im Herbst wirklich feststehen." Schließlich erwarte das Siegerbüro eine "irre Arbeitsbelastung", weil es innerhalb eines Jahres vier Planungsphasen abschließen muss. "Wichtig ist, dass die Diskussion um Fahrstreifen abgeschlossen wird. Unabhängig von der persönlichen Meinung."