Broken Bow (Oklahoma/USA) - Ein Fall aus den USA, der für Entsetzen sorgt: Eine ehemalige Managerin einer Arby's-Filiale soll einer Kundin absichtlich ins Essen gespuckt haben. Die Betroffene behauptet nun, sich dadurch mit dem Herpesvirus HSV-1 infiziert zu haben. Gegen die frühere Restaurantleiterin wurde bereits Anklage erhoben.
Die Kundin Jennica Church hatte Ende März kurz vor Ladenschluss eine Bestellung im Drive-in aufgegeben. Nach ihren Angaben dauerte die Zubereitung ungewöhnlich lange. "Ich dachte, sie wären verärgert, weil es kurz vor Feierabend war", schilderte sie später gegenüber KRJH.
Der Fall flog auf, nachdem ein Mitarbeiter die Polizei informiert und behauptet hatte, eine Kollegin habe absichtlich in das Essen einer Kundin gespuckt, wie die New York Post berichtet.
Ermittler sicherten daraufhin die Aufnahmen der Überwachungskameras. Laut Polizeibericht soll darauf zu sehen sein, wie die damalige Managerin während der Zubereitung eines Sandwiches ihren Kopf über das Essen neigt. Die Beamten gehen davon aus, dass Speichel auf das Sandwich gelangte.
Nach Auswertung des Videomaterials nahmen die Ermittler Kontakt mit der Beschuldigten auf und baten zum Verhör. Wenig später beantragten sie einen Haftbefehl wegen vorsätzlicher Vergiftung mit Schädigungsabsicht.
Ob das Sandwich wirklich schuld an der Infektion ist, bleibt offen
Church erhob inzwischen Zivilklage gegen die ehemalige Managerin, die Restaurantkette sowie weitere beteiligte Unternehmen. Sie gibt an, nach dem Vorfall Symptome entwickelt zu haben und später positiv auf HSV-1 getestet worden zu sein.
Auch Angehörige seien verunsichert gewesen, weil mehrere Familienmitglieder von den gekauften Speisen gegessen hätten. Weitere Ansteckungen wurden bislang jedoch nicht bekannt.
Ob die mutmaßliche Verunreinigung tatsächlich für die Infektion verantwortlich ist, bleibt allerdings offen. HSV-1 ist sehr weit verbreitet und wird häufig über direkten Kontakt mit Speichel übertragen.
Viele Menschen tragen das Virus in sich, ohne Beschwerden zu zeigen, weshalb die genaue Herkunft einer Infektion oft nur schwer nachweisbar ist.
Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an. Ein Gericht muss nun klären, was sich in der Fast-Food-Filiale tatsächlich abgespielt hat.