Weil er sie als seinen "Besitz" sah: Mann tätowiert Frau gegen ihren Willen 250-mal seinen Namen auf den Körper
Niederlanden - Eine Frau aus den Niederlanden wurde in ihrer einstigen Beziehung von einem Mann zu einer unvorstellbaren Tat gezwungen: Der gewalttätige Ex tätowierte ihr 250-mal seinen eigenen Namen auf den Körper - weil er sie als seinen "Besitz" ansah. Nun erfuhr das Opfer endlich Hilfe.
Die Frau namens "Joke" war von ihrer toxischen Beziehung nicht nur in ihrer Seele zerstört worden, sondern auch äußerlich gebrandmarkt. Jahrelang war sie mit einem Mann zusammen, der sie demütigte und manipulierte.
Es gipfelte darin, dass er sie zu Hunderten Tattoos zwang, die neben seinem Namen und Initialen auch Aufschriften wie "Eigentum" trugen. Dafür besorgte sich ihr jetziger Ex-Freund namens "Hans" eine Tätowiermaschine über den Billig-Webshop "AliExpress" und verschandelte damit den ganzen Körper der Niederländern - selbst ihr Gesicht.
"Joke befand sich zu dieser Zeit in einer schwierigen Lebensphase, wurde gedemütigt und lebte in ständiger Angst", heißt es seitens der Stiftung "Regret of Tattoo", die sich um die Entfernung von Zwangstätowierungen bei Frauen kümmern. "Sie konnte sich daher nicht gegen die verbale Gewalt und die Einschüchterungen ihres Partners wehren und versuchte, sich mit Alkohol und Tabletten zu betäuben."
Der Täter soll sie zwischen 2020 und 2021 unter Zwang tätowiert haben, bis rund 90 Prozent ihres Körpers bedeckt waren. Dabei hätte er auch an Stellen gestochen, von denen er glaubte, dass sie dort von einem anderen Mann berührt worden war.
Kampagne will Opfern kostenlose Tattoo-Entfernungen ermöglichen
Nachdem sie sich von Hans befreien konnte, fand Joke Hilfe bei der niederländischen Stiftung, die innerhalb der Kampagne "Raus aus dem Herzen, raus aus der Haut" kostenlos ihre Tattoos entfernen möchte. Alleine ihre Behandlung kostet 30.000 Euro - Geld, das Joke nicht alleine hätte aufbringen können.
Mittlerweile wurden viele der Tattoos entfernt, insbesondere in ihrem Gesicht. Bis Ende des Jahres, so hofft sie, ist sie wieder tattoofrei. Ihr Heilungsprozess sei damit zwar noch lange nicht abgeschlossen, allerdings muss sie die Entwürdigung auf ihrer Haut dann nicht mehr länger sehen.
Mit ihrer Geschichte wurde Joke zum Gesicht der Kampagne und will allen Frauen, die eine ähnliche Vergangenheit mit sich herumtragen, Mut machen. "Auch wer tief verletzt wurde, kann wieder aufstehen. Wenn ich es kann, kann es auch jemand anderes", meint das Gewaltopfer.
Die Stiftung sammelt nun über eine Spendenkampagne Geld, mit denen sie die Laserentfernungen von betroffenen Frauen finanzieren kann. "Für viele Opfer einer derart destruktiven Beziehung sind ihre Tattoos keine Zierde, sondern eine bleibende Erinnerung an eine Zeit der Kontrolle, der Angst und der psychischen Abhängigkeit."
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/Instagram/spijtvantattoo

