Facebookseite gelöscht: Playboy Deutschland geht auf die Barrikaden
München - Nach der Sperrung der Facebookseite des Magazins Playboy will dessen Verlag mit rechtlichen Schritten gegen Betreiber Meta vorgehen.
Wie das Magazin am Dienstag mitteilte, ist die von zuletzt mehr als 1,8 Millionen Followern abonnierte Seite seit dem 17. Februar auf Facebook nicht mehr auffindbar.
Nach einem Einspruch dagegen wurde der Redaktion von Meta mitgeteilt, dass die Sperrung und Löschung der Seite endgültig sei.
Begründet wurde die Entscheidung mit der "sexuell motivierte Kontaktaufnahme durch Erwachsene" und Darstellungen von "Nacktheit und sexuelle Handlungen". Damit verstößt Playboy Deutschland gegen die "Gemeinschaftsregeln", hieß es vom Betreiber.
Eine Frist zur Auskunft der Kouneli Media GmbH, die den deutschen PLAYBOY herausgibt, ließ Meta am 12. März verstreichen. "Bis heute hat uns das Unternehmen nicht nachvollziehbar erläutert, auf welche konkreten Inhalte sich diese Bewertung bezieht", beschwert sich Kouneli-Geschäftsführerin Myriam Karsch.
"Playboy Deutschland sieht sich zur Wahrung seiner Rechte deshalb nun gezwungen, Rechtsmittel einzulegen", reagierte das Magazin.
Playboy-Chefredakteur kritisiert intransparentes Verhalten von Meta
Unterstützung findet Kouneli Media beim Medienverband der freien Presse (MVFP), der durch die Aktion von Meta die Pressefreiheit eingeschränkt sieht.
Die Facebookseite war zuvor schon im Juni 2025 gesperrt gewesen. Nach mehreren Berichten ging die Seite dann nach einer Woche wieder online. Auch damals blieben jegliche Erklärungen über das Verfahren aus.
Laut dem Kouneli-Geschäftsführer und Chefredakteur von Playboy Deutschland, Florian Boitin, berechtigt sich deshalb der Vorwurf, dass Meta seine "marktbeherrschende Stellung" missbraucht und vollkommen willkürlich sowie intransparent agiert.
Die Kouneli Media will nun per einstweiliger Verfügung gegen die Löschung der Facebookseite vorgehen.
Titelfoto: Bildmontage: Jens Büttner/dpa, Peter Kneffel/dpa

