Jan Böhmermann plant ESC-Hammer: "Es geht um die Ehre, es geht um Deutschland"

Köln - "Germany, zero Points": Nach dem desaströsen Abschneiden von Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in den vergangenen Jahren, bahnt sich jetzt eine regelrechte Revolution an.

Jan Böhmermann (42) hat untermauert, den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contests produzieren zu wollen.
Jan Böhmermann (42) hat untermauert, den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contests produzieren zu wollen.  © Henning Kaiser/dpa

Jan Böhmermann (42) hat sich mit seinem "ZDF Magazin Royale"-Team als Ausrichter des deutschen ESC-Vorentscheids für das kommende Jahr 2024 ins Gespräch gebracht.

Schon in der Musik-Folge vom vergangenen Freitag verkündete Böhmermann seine "offizielle Bewerbung für die Ausrichtung des Vorausscheids zum Eurovision Song Contest" zusammen mit der Produktionsfirma Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld (UFE).

"Wir machen es, wir sind bereit", erklärte der ZDF-Satiriker. Und tatsächlich handelt es sich dabei keineswegs um einen Scherz, wie Böhmermann seitdem in seinem Podcast "Fest & Flauschig" bestätigt hat.

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"Das war ernst gemeint. (...) Wir wollen den ESC-Vorentscheid ausrichten", versicherte der Moderator im Gespräch mit Olli Schulz (50). Dabei äußerte er (erneut) klare Kritik am NDR, der seit 1996 (mit wenigen Ausnahmen) die Verantwortung für den nationalen Vorentscheid innehat.

Jan Böhmermann bestätigt: "Wir würden das machen, den Eurovision-Vorentscheid"

Der ESC 2024 wird vom 7. bis 11. Mai in Schweden ausgetragen.
Der ESC 2024 wird vom 7. bis 11. Mai in Schweden ausgetragen.  © Andy Von Pip/ZUMA Press Wire/dpa

"Wenn jemand jemanden kennt beim Norddeutschen Rundfunk ...", will Böhmermann die Verbindung zu den Verantwortlichen herstellen.

"Bevor die das wegschmeißen und einem anderen Sender geben, der das noch liebloser macht, oder sowas: Es brennt hier in Köln-Ehrenfeld seit original zehn Jahren ein großes Feuer für den Eurovision Song Contest."

"Wir haben eine Crew mit jungen Leuten, die alle Musik lieben, ein Orchester, was seit sechs Jahren jede Woche versucht, Leute für Instrumente zu begeistern", führte der "ZDF Magazin Royale"-Host seine leidenschaftliche Bewerbungsrede fort. "Wir würden das machen, den Eurovision-Vorentscheid. Wir machen eine schöne Show."

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Selber moderieren wolle er das Musik-Event jedoch nicht. Er spreche stattdessen "als Unternehmer", so Böhmermann. "Ich hab auch einen guten Draht zu Spotify, also wenn da irgendwie eine Nähe gewünscht ist zu modernen Streamingdienstleistern."

Gleichzeitig betonte er: "Wir wollen kein Geld haben, also kostendeckend arbeiten wir. Es geht um die Ehre, es geht um Deutschland und die Ehre des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und unserer Musikszene."

Kritik am NDR: Wie geht es mit dem ESC-Vorentscheid weiter?

Böhmermann ist seit vielen Jahren bekennender Fan des grenzübergreifenden Musik-Wettbewerbs, der jedes Jahr mehr als 180 Millionen Zuschauer vor die Empfangsgeräte lockt. 2023 hatte er das Song-Spektakel sogar zusammen mit Olli Schulz auf Einladung des Österreichischen Rundfunks (ORF) moderiert.

Deutschland landete in diesem Jahr mit "Lord of the Lost" und mageren 18 Punkten auf dem letzten Platz. Eine Pleite, die (wie schon in den Vorjahren) verstärkte Kritik am NDR zur Folge hatte. Der Vorwurf unter anderem: Intransparenz bei der internen Vorauswahl der Kandidaten und ein zu geringes Mitspracherecht für das Publikum.

Bislang ist ungewiss, ob die Entscheidungsträger auch weiterhin an der Ausrichtung des Vorentscheids festhalten wollen, oder ob Böhmermann ernsthaft die Chance bekommt, den NDR abzulösen. Der nächste ESC findet vom 7. bis 11. Mai 2024 in Schweden statt.

Titelfoto: Montage: Henning Kaiser/dpa, Andy Von Pip/ZUMA Press Wire/dpa

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