Feuer für Tinder genutzt: Rettungskraft schießt Selfie, während Menschen verbrennen

London - Welches Bild wirkt am besten? Diese Frage stellen sich alle Singles, wenn sie sich ein Tinder-Profil einrichten. So ist es beispielsweise wichtig, sich beim Ausüben seiner Hobbys abzulichten. Das hat ein Feuerwehrmann aus England offensichtlich falsch verstanden.

Ein brennender Kühlschrank verursachte den Großbrand im Grenfell-Tower in London, bei dem 72 Menschen ums Leben kamen.
Ein brennender Kühlschrank verursachte den Großbrand im Grenfell-Tower in London, bei dem 72 Menschen ums Leben kamen.  © Guilhem Baker/London News Pictures via ZUMA/dpa

Denn bei einem der größten Brände in der Geschichte Londons machte er ein Selfie vor dem Flammeninferno im Grenfell Tower und nutzte es später, um auf Tinder bessere Chancen zu haben. "Wie eine Fackel ragte der Grenfell Tower in der Nacht zum 14. Juni 2017 in Londons Nachthimmel", berichtete die Tagesschau.

Einer der Feuerwehrmänner, die bei den Rettungs- und Löscharbeiten beteiligt waren, fand offenbar die Zeit und schoss ein paar Selfies. Währenddessen verbrannten die Menschen im Inneren des Hauses, wenn sie sich nicht aus Panik durch ihre Fenster in die Tiefe stürzten.

Später sollte der Feuerwehrmann diese Selfies genutzt haben, um sein Tinder-Profil aufzupolieren.

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Aufgedeckt wurde diese schäbige Aktion von Nazir Afzal (60), einem investigativ arbeitendem Journalisten aus England.

Laut des Berichts vom Daily Star war das nicht die einzige Information, die ein schlechtes Licht auf die Londoner Feuerwehr wirft.

Auch von Frauenfeindlichkeit und Rassismus ist jetzt die Rede.

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Feuerwehr in London soll frauenfeindlich und rassistisch sein

Dunkler Rauch steigt vom ausgebrannten Grenfell Tower auf.
Dunkler Rauch steigt vom ausgebrannten Grenfell Tower auf.  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Der Feuerwehrmann wurde darauf hingewiesen, das Bild zügig zu entfernen. Begleitet soll der Hinweis von einer Verwarnung gewesen sein.

Aber das Fehlverhalten des Angestellten der Berufsfeuerwehr London scheint die Spitze eines Eisbergs voller Fehlverhalten zu sein.

So schreibt der Daily Star weiter, dass einem Bericht aus dem November des vergangenen Jahres zufolge, die Feuerwehr in London verseucht sei von "Frauenfeindlichkeit und Rassismus". Demnach soll ein dunkelhäutiger Kollege eine Schlinge vor seinem Spind gefunden haben und eine Feuerwehrfrau soll ein anzügliches Video von einem ihrer männlichen Kollegen erhalten haben.

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Die aufwendige Recherche zu diesem Bericht wurde 2020 gestartet, nachdem ein Auszubildender sich im August 2020 das Leben genommen hatte.

Titelfoto: Guilhem Baker/London News Pictures via ZUMA/dpa

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