Ansbach - Ein verheerender Brand hat in der Silvesternacht zwei Mehrfamilienhäuser in Ansbach schwer beschädigt. Gegen 0.20 Uhr gingen bei der Leitstelle zahlreiche Notrufe ein: In der Herbertstraße stand ein Wohngebäude in Flammen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, bestätigte sich die dramatische Lage. Einige Teile der Fassade brannten bereits lichterloh.
Betroffen waren zwei hintereinander stehende, mit Holz verkleidete Wohnhäuser, in denen rund 40 Menschen gemeldet sind.
Besonders das vordere Gebäude wurde stark beschädigt. Das Feuer hatte sich rasch hinter der Holzverkleidung ausgebreitet, sodass beim Öffnen einzelner Wohnungen immer wieder neue Brandherde aufflammten.
Die Löscharbeiten gestalteten sich dadurch äußerst schwierig und zogen sich über mehrere Stunden.
Ursprünglich war die Feuerwehr mit dem Stichwort "Zimmerbrand mit Personengefahr" alarmiert worden. Doch noch während der Anfahrt erhöhte die Leitstelle die Alarmstufe. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst im Einsatz. Zudem kam Unterstützung von umliegenden Feuerwehren und Einsatzkräften der US-Armee.
Eine Person wurde von der Feuerwehr aus dem dritten Obergeschoss gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Ein weiterer Anwohner erlitt eine Rauchgasvergiftung - dabei wurde er glücklicherweise nur leicht verletzt. Weitere Verletzte sind nach aktuellem Stand nicht bekannt.
Nach ersten Einschätzungen der Polizei beläuft sich der entstandene Sachschaden auf mindestens zwei Millionen Euro. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Zwar werde in der Silvesternacht auch Feuerwerk als mögliche Ursache grundsätzlich geprüft, konkrete Hinweise gebe es bislang jedoch nicht.
Stundenlang und mühsam: Rettungsarbeiten dauern voraussichtlich bis Donnerstagvormittag an
Die Bewohner der Häuser mussten ihre Wohnungen verlassen. Provisorisch wurden sie in einer nahegelegenen Turnhalle untergebracht.
Ansbachs Oberbürgermeister Thomas Deffner (59) zeigte sich am Neujahrsmorgen betroffen, lobte aber zugleich den Einsatz der Helfer. "Es ist bitter, dass das neue Jahr mit einem solchen Ereignis beginnt", sagte er.
Auch am Donnerstagmorgen waren weiterhin zahlreiche Feuerwehrleute im Einsatz. Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, musste die Feuerwehr versteckte Glutnester löschen - doch das gestaltete sich äußerst schwierig.
Großflächig wurden einige Fassadenteile geöffnet, um die permanenten Feuer-Ausbruchsstellen zu stoppen. Durch die aufwendige Kleinarbeit rechne die Einsatzleitung der Feuerwehr damit, noch bis in den Vormittag beschäftigt zu sein.