Fläschchen mit "Polonium 210"-Aufschrift: Ministerium gibt endgültig Entwarnung, doch macht weitere Tests

Von Stefanie Järkel

Vaihingen an der Enz - Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift "Polonium 210" in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) hat das Umweltministerium endgültig Entwarnung gegeben.

Der Fläschchen-Fund im Kreis Ludwigsburg hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst.  © Karsten Schmalz/KS-Images.de/dpa

"Das Behältnis, das am Ostersonntag in einem Garten gefunden wurde, enthält kein radioaktives Polonium-210", hieß es in einer Mitteilung. Das habe die Analyse des Inhalts des Fläschchens ergeben. Es sei eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat gewesen.

Das Behältnis sei generell auf Alphastrahlung analysiert worden. Dies sei weniger aufwendig als die Alpha-Spektrometrie, die konkret auf Polonium 210 teste. Das Ergebnis: Von dem Behältnis gehe keine Alphastrahlung aus. Damit könne Polonium 210 ausgeschlossen werden. 

Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei bei der Ostereiersuche am Ostersonntag in einem privaten Vorgarten nordöstlich von Stuttgart gefunden und sofort den Notruf verständigt.

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Die Polizei ermittelt, wie das Fläschchen in den Vorgarten gelangen konnte. Bisher gebe es keine neuen Erkenntnisse, teilte ein Sprecher mit.

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War früher Polonium im Fläschchen?

Zusätzlich werde aktuell noch eine weitere Messung durchgeführt, eine Elementanalyse. Damit werde geprüft, ob in dem Fläschchen Spuren von Blei enthalten seien, hieß es weiter in der Mitteilung. Das könne Rückschlüsse darauf ermöglichen, ob in dem Behältnis früher Polonium 210 gewesen ist.

Polonium 210 habe eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen. Bei einer sehr alten Probe wäre der Stoff bereits komplett zu stabilem Blei 206 zerfallen, teilte das Ministerium mit.

Die Ergebnisse dazu sollen voraussichtlich bis Ende kommender Woche vorliegen. Sollte es auch keine Hinweise auf Blei geben, würden die Sicherheitsbehörden die weiteren Untersuchungen des Fläschchens übernehmen, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

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