Kripo ermittelt nach Windrad-Brand: "Am Abend wurde das Türschloss geknackt"

Von Marcus Scholz, Eric Hofmann

Crostwitz - Ein heller Flammenschein hat in der Nacht zu Montag den Himmel über Crostwitz im Landkreis Bautzen erleuchtet. Das Maschinenhaus eines 25 Jahre alten Windrads hatte Feuer gefangen.

Das Maschinenhaus des Windrads brannte lichterloh. Warum? Das ist derzeit noch unklar.  © xcitepress/Brlau

Seit 2001 stehen die beiden Windräder auf dem Acker - eine Bürger-Windanlage, an der 28 Personen beteiligt sind, die meisten davon Crostwitzer. Während das eine Rad wegen eines Defekts außer Betrieb ist, machte der Brand in der Nacht dem zweiten vorerst den Garaus.

Gegen 0.45 Uhr ließ ein in der Anlage installierter Brandmelder den Alarm bei der Feuerwehr schrillen. Ein Löschtrupp machte sich auf den Weg in Richtung Ortsverbindung S101 zwischen Crostwitz und Siebitz.

Was den Brand ausgelöst hatte, ist nun ein Fall für die Kripo. "Am Abend wurde das Türschloss geknackt", sagte Betriebsführer Wolfgang Daniels (74). "Bis zum Nachmittag ist es noch in Betrieb gewesen." Dann habe es sich automatisch deaktiviert. "Wir haben dann auch die Übergabestation abgeschaltet", so Daniels. Damit waren die Anlagen vom Netz.

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Schon bei der Anfahrt sahen die Einsatzkräfte den Feuerschein in 60 Meter Höhe. Etwas dagegen unternehmen konnten sie nicht, das Maschinenhaus (Gondel) des Windrads musste den Flammen überlassen werden. Das teilte die Polizeidirektion Görlitz auf TAG24-Anfrage mit.

"Keine Pumpe reicht, um so hoch zu spritzen. Und in die Anlage zu gehen, wäre viel zu gefährlich", erklärte Ortswehr- und Einsatzleiter Beno Hoyer (36) gegenüber TAG24.

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Windrad schleudert Flammen-Trümmer umher: lebensgefährlicher Einsatz für Feuerwehr

Die Feuerwehr war gegen den Brand an der Gondel des Windrads machtlos, kümmerte sich stattdessen um das Ablöschen von herumfliegenden Trümmerteilen.  © xcitepress/Brlau

Währenddessen tat sich eine andere "Baustelle" auf. Brennende Trümmerteile flogen umher, stützten zu Boden, verursachten dort zusätzliche Brandstellen die abgelöscht werden mussten.

Kameraden der Feuerwehr sperrten den Bereich um das Windrad weiträumig ab. Eine Brandwache wurde eingerichtet, um auf weitere herabfallende Teile sofort reagieren zu können.

Während für die Einsatzkräfte Lebensgefahr bestand, ging von dem brennenden Windrad keine Gefahr für die Bevölkerung aus: "Für den Normalbürger bestand keine Gefahr", beruhigte der Crostwitzer Bürgermeister Marko Klimann (44, CDU). "Die Anlage ist über 200 Meter von der Straße weg, es führt dort auch kein Wanderweg lang."

Eigentlich plant Betriebsführer Daniels bei Crostwitz bereits neue Windräder, um die alten zu ersetzen. Weil es dazu noch nicht kam, liefen diese aber noch weiter: "Die haben eine Genehmigung für 30 Jahre", sagt er. "Alle zwei Jahre gibt es wiederkehrende Prüfungen." Bisher habe es da nichts zu beanstanden gegeben.

Erstmeldung vom 30. März, um 13.17 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 20.11 Uhr.

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