Milliardenprojekt lahmgelegt: Ursachenforschung nach Großbrand in Helmholtzzentrum
Von Jan Brinkhus
Darmstadt - Milliardenprojekt am GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt ausgebremst! Nach dem Großfeuer der Forschungseinrichtung soll heute die Suche nach der genauen Ursache und der Höhe des entstandenen Schadens losgehen.
Betroffen von dem Brand war ein Gebäude auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung.
Dort entsteht seit einigen Jahren eine Anlage mit Teilchenbeschleuniger für ein internationales Forschungsprojekt, das mehrere Milliarden Euro Investitionen beinhaltet.
Die neue Anlage ist zwar nicht direkt betroffen, das Forschungsprojekt kann aber wohl dennoch nicht wie geplant starten. Die Forscher hoffen, mit ihr mehr über die Entstehung des Universums herauszufinden.
Bisherigen Angaben zufolge sollte Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden.
Welche Auswirkungen das Feuer auf das Großprojekt in Gänze habe, müsse abgewartet werden, sagte der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels (50, SPD) bei einem Besuch der Unglücksstelle.
Großbrand in Darmstädter Helmholtzzentrum: Internationales Projekt ist rund 3,3 Milliarden schwer
Der neue Teilchenbeschleuniger trägt den Namen "Fair" (Facility for Antiproton and Ion Research; Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen).
Es handelt sich um ein internationales Kooperationsprojekt. 2024 war der Kostenrahmen mit rund 3,3 Milliarden Euro angegeben worden.
Rund 160 Feuerwehrleute aus Darmstadt und der gesamten Region hatten den ganzen Donnerstag die Flammen bekämpft.
Der Brand war am Donnerstagmorgen gegen 6.20 Uhr ausgebrochen, ein Sprecher der Forschungseinrichtung nannte einen Kurzschluss in einer bereits bestehenden Anlage zur Teilchenbeschleunigung als Ursache.
Am Donnerstagabend war das Feuer weitgehend gelöscht. Auch am Morgen waren aber nach Angaben der Feuerwehr noch Einsatzkräfte für Nachlöscharbeiten.
Titelfoto: 5VISION.NEWS

