Rettungskräfte trainieren für Katastrophenfall, als der Alarm tatsächlich losgeht

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Erik-Holm Langhof, Juliane Bonkowski

Borna - Am Samstag führte der Landkreis Leipzig gemeinsam mit Rettungsdiensten, Feuerwehren, dem Katastrophenschutz und den Sana Kliniken eine groß angelegte MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) im Stadtgebiet von Borna durch. Währenddessen geschah in der Nähe dann aber tatsächlich ein Unfall.

Während die Übung ganz in der Nähe stattfand, krachte es zwischen diesem Transporter und einem VW (nicht im Bild).
Während die Übung ganz in der Nähe stattfand, krachte es zwischen diesem Transporter und einem VW (nicht im Bild).  © EHL Media/Justin Kurowski

Im Hinblick auf die tödliche Amokfahrt in Leipzig Anfang Mai, in deren Folge Dutzende Kräfte in einem Ernstfall im Einsatz waren, kommt eine Übung wie diese sicher gerade zur rechten Zeit.

Diese rückte für einen Moment in den Hintergrund, als es gegen 13.30 Uhr auf einer Kreuzung in der Leipziger Straße zwischen einem VW und einem Transporter krachte. Rettungskräfte waren dementsprechend schnell zur Stelle und sicherten zunächst den Unfallort ab.

Wie TAG24 erfuhr, sollen zwei Personen verletzt und nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht worden sein. Der Transporter musste abgeschleppt werden. Der Verkehr war vorübergehend von Einschränkungen betroffen.

Mercedes geht in Flammen auf: Polizei sucht nach möglichen Zeugen
Feuerwehreinsätze Mercedes geht in Flammen auf: Polizei sucht nach möglichen Zeugen

Ziel der eigentlichen Übung am Samstag war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen bei einem außergewöhnlichen Schadensereignis unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.

Beteiligt waren unter anderem die DRK-Kreisverbände Geithain, Zwenkau und Muldental, Feuerwehren des Landkreises Leipzig, Einsatzkräfte aus dem Vogtland sowie die Sana Kliniken an den Standorten Borna, Zwenkau, Grimma und Wurzen.

XXL-Übung: Wenn ein Massenanfall an Verletzten ausgerufen wird, muss alles ganz schnell gehen.
XXL-Übung: Wenn ein Massenanfall an Verletzten ausgerufen wird, muss alles ganz schnell gehen.  © EHL Media/Justin Kurowski

Kommunikation zwischen Rettungsteams ist das A und O

Da ist eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen gefragt.
Da ist eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Organisationen gefragt.  © EHL Media/Justin Kurowski

Dem Szenario zufolge kam es nach angenommenen Anschlägen im Stadtgebiet Leipzig zu einem weiteren Ereignis im Landkreis Leipzig.

Simuliert wurde ein Anschlag auf einen Schwerpunktversorger, bei dem unter anderem Teile der Sauerstoffversorgung ausfielen. Gleichzeitig mussten rund 50 Verletzte versorgt werden.

Im Rahmen der Übung trainierten die Einsatzkräfte Alarmierung, Sichtung und medizinische Erstversorgung der Patienten sowie deren Verteilung auf geeignete Behandlungseinrichtungen. Zudem wurde der Aufbau eines Behandlungsplatzes für bis zu 50 Verletzte geprobt.

Dachstuhl fängt Feuer: Dutzende Kräfte bei Großeinsatz in Oschatz
Feuerwehreinsätze Dachstuhl fängt Feuer: Dutzende Kräfte bei Großeinsatz in Oschatz

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kommunikation zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Kliniken. Parallel wurden auch die internen Notfallabläufe der Krankenhäuser getestet, darunter die Aktivierung von Notfallplänen, die Sicherstellung der Versorgung trotz technischer Ausfälle sowie die Koordination zusätzlicher personeller Ressourcen.

Die Organisatoren betonten die Bedeutung solcher Übungen für die Vorbereitung auf Großschadenslagen. Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

Der reguläre Krankenhausbetrieb blieb während der gesamten Übung uneingeschränkt aufrechterhalten.

Titelfoto: EHL Media/Justin Kurowski

Mehr zum Thema Feuerwehreinsätze: