War es Brandstiftung? Zwei Männer nach Großbrand in Solingen gefasst
Von Alina Eultgem und Christine Bähr
Solingen - Nach dem verheerenden Feuer in einem leer stehenden Gebäude in der Solinger Innenstadt gibt es einen Ermittlungserfolg: Die Polizei hat zwei junge Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, den Brand gelegt zu haben.
Wie ein Polizeisprecher bestätigte, wurden die beiden Tatverdächtigen am Samstagabend vorläufig festgenommen. Es handelt sich um einen 15-Jährigen und einen 21-Jährigen. Beide kamen zunächst ins Polizeigewahrsam.
Den Ermittlungen zufolge waren die jungen Männer schon vor Ausbruch des Großbrands aufgefallen. Zeugen hatten sie auf der Straße "Werwolf" beobachtet, wo sie sich verdächtig verhalten haben sollen.
Besonders wichtig für die Ermittler: Eine Frau machte ein Foto der beiden und stellte es der Polizei zur Verfügung.
Während die Feuerwehr noch mit den Löscharbeiten an dem ausgebrannten Gebäude beschäftigt war, ging bereits der nächste Alarm ein. Im alten Bahnhofsgebäude an der Bahnhofstraße war ein kleineres Feuer ausgebrochen.
In der Nähe trafen die Beamten schließlich auf die beiden und kontrollierten sie. Dabei verdichtete sich der Verdacht, dass sie mit den Bränden in Verbindung stehen könnten.
Tatverdächtige sind bereits polizeibekannt
Über das Motiv der mutmaßlichen Brandstifter wurde zunächst nichts bekannt. Beide sollen jedoch polizeibekannt sein. Hintergrund bei dem älteren Tatverdächtigen könnte laut Polizeisprecher "eine psychische Störung" sein.
Der 15-Jährige sei inzwischen an das Jugendamt übergeben worden; der 21-Jährige sei in einer Klinik untergebracht worden. Die Höhe des Sachschadens war am Sonntag unklar.
Die weiteren Ermittlungen liegen nun bei der Kriminalpolizei. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Wuppertal wird entschieden, wie es strafrechtlich weitergeht.
Dabei wird auch geprüft, ob die beiden Tatverdächtigen einem Haftrichter vorgeführt werden.
Titelfoto: Gianni Gattus/dpa

