Gefährlicher Tiefflug über Wohngebiet? Pilot sorgt mit Abschiedsgruß für Aufsehen

Keflavík (Island) / Frankfurt am Main - Ein emotionaler Abschied, der wohl ein Nachspiel haben wird: Ein langjähriger Pilot der isländischen Airline "Icelandair" steht im Zentrum eines spektakulären Luftfahrtzwischenfalls. Statt eines routinierten letzten Fluges soll der Kapitän auf eigene Faust ein extrem riskantes Manöver geflogen haben.

Videos zeigen den Flieger nur wenige 100 Meter über dem Boden.  © Screenshot/X/Turbinetraveler

Auf dem Flug FI521 von Frankfurt am Main nach Keflavík in Island ließ der erfahrene Pilot seine Boeing 757 laut "mbl" offenbar plötzlich extrem deutlich unter die zugelassene Flughöhe sinken.

Augenzeugen berichten, dass das Flugzeug nur wenige 100 Meter über dem Boden über die Westmännerinseln hinwegflog. Es ist ein Wert, der unter den üblichen Sicherheitsvorgaben liegt.

Normalerweise müssen Passagierjets in solchen Gebieten einen deutlich größeren Abstand halten.

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Der Pilot stammt offenbar selbst aus der Region. Alles deutet entsprechend darauf hin, dass der Tiefflug als persönlicher Abschiedsgruß gedacht war - nach zuvor rund 40 Jahren im Cockpit.

Dieser auf den ersten Blick sehr emotionale Moment bringt ihn nun wohl in ernsthafte Schwierigkeiten. Denn der Abstecher war weder Teil des Flugplans noch war er genehmigt.

Weder Airline noch Behörden wussten davon!

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Tiefflug mit Folgen? Airline leitet Untersuchung ein

Mehrere Bewohner der Inseln zeigten sich schockiert über die Flughöhe des Jets - einige dachten gar, dieser würde abstürzen. Auch für die Passagiere an Bord dürfte der ungewöhnliche Sinkflug der Maschine zumindest überraschend gewesen sein.

Die Airline reagierte umgehend und leitete eine interne Untersuchung ein. "Wir nehmen die Sache sehr ernst und gehen der Sache mit großer Sorgfalt nach", erklärte Flugbetriebschefin Linda Gunnarsdóttir zu dem Zwischenfall, wie "RÚV" berichtet.

Statt eines würdigen letzten Fluges bleibt nun mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem ein riskantes Manöver in Erinnerung - und eine Untersuchung, die für den Piloten womöglich noch unangenehm werden könnte.

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