London (Großbritannien) - Sie wollten eigentlich in den Urlaub fliegen, doch im letzten Moment kam für eine Familie aus England alles anders. Denn: Die Fluggesellschaft British Airways weigerte sich, den 13-jährigen Mason mit an Bord zu nehmen. Auslöser war die Tourette-Erkrankung des Jungen.
Im Grunde stand ihrer Auszeit unter der spanischen Sonne nichts mehr im Wege: Vater Martyn (39), Mutter Gemma (36), Sohn Mason (13) sowie die beiden Töchter Layla (16) und Ariella (1) hatten am Samstag (23. Mai) schon alle Sicherheitskontrollen am Flughafen Gatwick passiert, um in den Urlaubsflieger Richtung Alicante zu steigen.
Doch beim Boarding erlebte die Familie laut der britischen Zeitung "The Sun" eine böse Überraschung: Als die Passagiere bereits in der Fluggastbrücke warteten, nahm eine Airline-Mitarbeiterin die Briten plötzlich zur Seite und untersagte ihnen das Einsteigen in die Maschine.
Grund für die Maßnahme: Sohn Mason soll am Flughafen mehrfach laut das Wort "Bombe" gerufen haben.
Die Erklärung seiner Eltern, wonach das auffällige Verhalten des Teenagers auf seine Krankheit zurückzuführen sei, ließ die Fluggesellschaft nicht gelten. Auch ein schriftlicher Nachweis über Masons Tourette-Diagnose habe die Mitarbeiter der Airline nicht davon überzeugen können, dass von dem 13-Jährigen keine Gefahr ausgehe.
"Wir weisen ihn nicht ab, weil er eine Behinderung hat. Wir weisen ihn ab, weil eine Drohung ausgesprochen wurde, dass er eine Bombe in seiner Tasche hat", zitiert die Zeitung eine Angestellte von British Airways.
British Airways wehrt sich gegen Diskriminierungs-Vorwürfe
Nach einem hitzigen Wortgefecht musste die Familie schließlich klein beigeben und den Weg zurück zum Schalter antreten. Einzig die 16-jährige Tochter Layla durfte gemeinsam mit einer befreundeten Familie in den Urlaubsflieger steigen.
Ihr Bruder Mason sei derweil "völlig verzweifelt" über den Vorfall gewesen: "Er lag buchstäblich weinend auf dem Boden und entschuldigte sich bei allen", erzählte sein Vater, der der Fluggesellschaft Diskriminierung vorwirft.
Obwohl sein Sohn und seine Frau nach dieser Odyssee "nur nach Hause wollten", buchte der Familienvater die Flüge auf den nächsten Tag um.
Er wolle seinem Sohn beibringen, "dass er alles tun kann, was er will", erklärte der Brite: "Ich möchte nicht, dass er denkt: 'Ich kann nie in Urlaub fahren.' Es geht ums Prinzip. Er hat es verdient, in Urlaub zu fahren."
Den Vorwurf der Familie, Mason sei wegen seiner Tourette-Erkrankung benachteiligt worden, wies die Airline zurück. Es sei "eine äußerst schwierige, komplexe und belastende Situation" gewesen, erklärte eine Sprecherin. Man habe der Familie inzwischen eine Rückerstattung der Flugkosten angeboten.