Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen: Bundesanwaltschaft ermittelt

Leipzig - Großeinsatz am Leipziger Flughafen nach der Sichtung eines unbekannten Flugobjekts sowie dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne auf dem Gelände. Am Mittwochbend trat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) am Airport vor die Presse und sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario".

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten in der Nacht zum Leipziger Airport, wo der Flugverkehr zunächst komplett stillstand.  © EHL Media

Den Drohnenfund kurz vor Mitternacht in der Nähe einer auf dem Flughafen abgestellten ukrainischen Antonov-Transportmaschine bestätigte ein Nato-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). An dem Flugkörper waren sowohl Sprengstoff als auch ein Zünder befestigt.

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen bestätigte diese Informationen am frühen Mitwochnachmittag, wonach ein Mitarbeiter des Flughafens "eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung" an der Südpiste festgestellt hatte. Diese wurde daraufhin gesperrt, soll am Mittwoch noch nicht wieder genutzt werden.

Mithilfe eines Sprengstoffroboters sicherten Spezialisten schließlich das Objekt und entfernten den Zünder, sodass dieses durch die Bundespolizei untersucht werden konnte.

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Bereits in der Nacht war auch die Nordpiste gesperrt worden, nachdem zunächst ein unbekanntes Flugobjekt im Bereich des Flughafens gesichtet worden war. Das bestätigte Polizeisprecher Olaf Hoppe auf Anfrage von TAG24 am frühen Mittwochmorgen.

Laut LKA sei das Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, als dieses infolge der Sperrung der Südpiste habe durchstarten müssen. "Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden."

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6. August, 21.38 Uhr: Bundesverkehrsminister sieht trotz Drohnenschutz "Restrisiko" für Flughäfen

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU, 47) verwies im Gespräch mit dem TV-Sender "Welt" darauf, dass es trotz aller Anstrengungen keinen absoluten Schutz vor Anschlägen mit Drohnen an den Flughäfen der Bundesrepublik geben könne.

"Die Menschen, die mit Drohnen den Flugverkehr stören wollen, wissen scheinbar genau, wie auch die Vorkehrungen mittlerweile sind, die getroffen werden können", sagte Bilger. Bei den jüngsten Ereignissen habe man es nun mit einer "besonderen Eskalationsstufe" zu tun, weil dort Sprengstoff eingesetzt werden sollte.

Die Bundesregierung habe bereits viel unternommen: "Aber klar, man muss auch immer wissen: Da besteht ein Restrisiko, weil Flughafengelände sehr groß und weitläufig sind und natürlich auch die Technologie derer, die den Flugverkehr stören wollen oder Schlimmeres sogar noch im Schilde führen, auch besser wird", so der Bundesverkehrsminister.

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Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU, 47) bezeichnete die Situation als "besorgniserregend".  © Oliver Berg/dpa

6. August, 19.28 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Drohnen-Vorfall in Leipzig

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Es lägen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vor, dass am Dienstagabend auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle mittels einer Drohne eine Explosion verursacht werden sollte, hieß es weiter. "Hierzu waren an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden." Zudem sei eine Frachtmaschine im erweiterten Bereich des Flughafens in der Luft mutmaßlich mit einer weiteren Drohne kollidiert. 

"Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland", teilte die Bundesanwaltschaft mit. "Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen." 

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen.  © Christoph Schmidt/dpa

6. August, 17.50 Uhr: Flugverkehr in Leipzig ohne Einschränkung

Nach dem Drohnenvorfall am Mittwoch läuft der Flugverkehr am Airport Leipzig/Halle laut Deutscher Presse-Agentur ohne Einschränkungen. Zwar sei die nördliche Start- und Landebahn wegen eines Polizeieinsatzes seit dem frühen Nachmittag gesperrt, der Betrieb laufe jedoch unbeeinträchtigt über die "Südpiste" weiter.

Beim Passagierverkehr gebe es seit dem frühen Mittwochmorgen bereits keine Beeinträchtigungen mehr.

6. August, 17.16 Uhr: Doch keine Munition in Flugzeug bei Drohnen-Vorfall

Nachdem es zunächst geheißen hatte, dass die Antonow, in deren Nähe die Sprengstoff-Drohne entdeckt wurde, mit Munition beladen war, hat das Bundesinnenministerium diese Berichte nun dementiert.

So berichtet die Deutsche Presse-Agentur, dass in einer Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen Inneres und Verteidigung klargestellt wurde, dass sich keine Munition an Bord der Maschine befand.

6. August, 16.49 Uhr: Dobrindt lädt ausländische Kollegen zu Treffen ein

Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen lädt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CDU) Minister osteuropäischen EU-Staaten sowie der Ostsee-Anrainerstaaten zu einem Treffen in Flensburg ein. Über das Treffen hatte zunächst die "Bild" berichtet.

An dem Treffen, das Ende August in der Flensburger Marineschule Mürwik stattfinden soll, sollen Kollegen aus den baltischen Staaten, Polen, Schweden, Norwegen und Dänemark teilnehmen.

Ziel der Beratungen ist laut Innenministerium die Koordinierung einer gemeinsamen Verteidigungsstrategie gegen unbemannte Flugsysteme und ein besserer Schutz der kritischen Infrastruktur.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CDU) am Mittwochabend am Leipziger Flughafen. Um eine gemeinsame Verteidigungsstrategie zu koordinieren, hat der Politiker nun ausländische Minister zu einem Treffen eingeladen.  © EHL Media

6. August, 16.28 Uhr: Deutschlands Kriminalbeamte fordern entscheidendes Vorankommen bei Drohnenabwehr

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bewertet den Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen als "äußerst schwerwiegenden Sicherheitsvorfall" und fordert deutliche Fortschritte in Deutschlands Drohnenabwehr.

"Der Vorfall zeigt, dass Drohnen längst nicht mehr nur eine abstrakte Gefahr sind", sagte der BDK-Bundesvorsitzende Dirk Peglow. "Wenn ein entsprechend präpariertes Fluggerät in den Sicherheitsbereich eines bedeutenden Flughafens gelangt, ist das ein unübersehbares Warnsignal."

Die Einrichtung eines gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums sei eine richtige Entscheidung gewesen. "Aber ein Drohnenabwehrzentrum allein wehrt noch keine Drohne ab. Entscheidend ist, ob die zuständigen Kräfte vor Ort ein Fluggerät rechtzeitig erkennen, identifizieren und im Ernstfall tatsächlich stoppen können."

Der BDK fordere deshalb eine bundesweite Überprüfung und Weiterentwicklung der Schutzkonzepte für Flughäfen, militärische Einrichtungen, Energieanlagen, Häfen und weitere Bereiche der kritischen Infrastruktur. Erforderlich seien moderne Detektions- und Abwehrsysteme, ausreichend spezialisiertes Personal, kontinuierliche Aus- und Fortbildung sowie dauerhaft gesicherte finanzielle Mittel.

Eine ukrainische Antonov-Transportmaschine könnte in Leipzig das Ziel gewesen sein.  © EHL Media

6. August, 15.57 Uhr: Busfahrer trat Drohne wohl mit Fuß zu Boden

Neue Erkenntnisse zum Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen: Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag meldete, soll der Busfahrer, der das Fluggerät stoppte, dieses nicht wie zunächst gemeldet mit den Händen gefangen, sondern per Fußtritt aus der Luft geholt und zu Boden gebracht haben.

Die Informationen sollen aus Sicherheitskreisen stammen.

6. August, 15.50 Uhr: Seehäfen fordern Konsequenzen aus Drohnenfund

Auch über Deutschlands Seehäfen werden immer wieder Drohnen gesichtet. Nach dem Vorfall am Leipziger Flughafen fordert der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe nun Konsequenzen auch für diese Areale.

Verbandshauptgeschäftsführer Florian Keisinger erklärte, dass bestehende gesetzliche Regelungen trotz Fortschritten "den Realitätstest noch nicht bestehen".

Nach dem Vorfall am Leipziger Flughafen fordern auch Leipziger Seehäfen mehr Sicherheit vor Drohnen.  © Marcus Brandt/dpa

6. August, 15.24 Uhr: Mehr Drohnensichtungen an Deutschen Flughäfen

Einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge ist die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Insgesamt seien an den 15 internationalen Flughäfen zwischen Januar und Juni 166 Flugobjekte gemeldet worden, die meisten davon am Berliner Flughafen BER mit 28 Sichtungen.

Im ersten Halbjahr 2025 seien 101 Fälle registriert worden.

6. August, 14.34 Uhr: Ermittler schließen Vogelschlag aus

Im Fall einer mutmaßlichen zweiten Drohne schließen die Ermittler die einen Vogelschlag laut einer "LVZ"-Meldung inzwischen aus. Demnach gelte die Möglichkeit nach Betrachtung der Spuren an dem Flugzeug, das mit dem Objekt kollidierte, als "eher unwahrscheinlich".

Die Annahme, dass es sich um eine Drohne gehandelt haben könnte, dränge sich auf, gesichert fest stehe dies jedoch nicht.

Fahrzeuge der Polizei am Donnerstag am Leipziger Flughafen, wo die Untersuchungen nach dem Drohnenvorfall am Mittwoch weitergehen.  © Hendrik Schmidt/dpa

6. August, 14.27 Uhr: Innenminister Reul fordert klare Zuständigkeiten bei Drohnenabwehr

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (73, CDU) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur eine klare Festlegung gefordert, wer bei ähnlichen Fällen wann genau zuständig ist.

"Wir können nicht länger warten: Wir müssen klären, wer für die deutsche Luftsicherheit zuständig ist", sagte Reul DPA zufolge. "Länderpolizeien, Bundespolizei und Bundeswehr müssen wissen, wann wer eingreifen darf, kann und muss."

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