Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen: Kam sie doch aus Russland?

Leipzig - Großeinsatz am Leipziger Flughafen nach der Sichtung eines unbekannten Flugobjekts sowie dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne auf dem Gelände. Am Mittwochbend trat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) am Airport vor die Presse und sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario".

Zahlreiche Einsatzkräfte eilten in der Nacht zum Leipziger Airport, wo der Flugverkehr zunächst komplett stillstand.  © EHL Media

Den Drohnenfund kurz vor Mitternacht in der Nähe einer auf dem Flughafen abgestellten ukrainischen Antonov-Transportmaschine bestätigte ein Nato-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). An dem Flugkörper waren sowohl Sprengstoff als auch ein Zünder befestigt.

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen bestätigte diese Informationen am frühen Mitwochnachmittag, wonach ein Mitarbeiter des Flughafens "eine Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung" an der Südpiste festgestellt hatte. Diese wurde daraufhin gesperrt, soll am Mittwoch noch nicht wieder genutzt werden.

Mithilfe eines Sprengstoffroboters sicherten Spezialisten schließlich das Objekt und entfernten den Zünder, sodass dieses durch die Bundespolizei untersucht werden konnte.

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Bereits in der Nacht war auch die Nordpiste gesperrt worden, nachdem zunächst ein unbekanntes Flugobjekt im Bereich des Flughafens gesichtet worden war. Das bestätigte Polizeisprecher Olaf Hoppe auf Anfrage von TAG24 am frühen Mittwochmorgen.

Laut LKA sei das Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, als dieses infolge der Sperrung der Südpiste habe durchstarten müssen. "Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden."

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8. August, 19.05 Uhr: Kam die Drohne doch aus Russland?

Gibt es nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen eine Verbindung zu Russland? Das berichten US-Medien wie das Wall Street Journal und CNN.

Demnach soll die Drohne der russischen Regierung gehören, heißt es unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte. Die Vereinigten Staaten seien laut einem Verteidigungsbeamten zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Drohne des russischen Geheimdienstes handele.

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Während die Ermittlungen andauern, gibt es nach wie vor verschiedene Vermutungen, wer hinter dem Drohnen-Vorfall stecken könnte.  © Sebastian Willnow/dpa

7. August, 20.33 Uhr: Russische Botschaft wirft Ukraine vor, für Drohnen-Vorfall verantwortlich zu sein

Die russische Botschaft in Berlin sieht die mit Sprengstoff ausgestattete Drohne als gezielte Provokation gegen Moskau. Es sei "offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient", heißt es auf Telegram.

Die diplomatische Vertretung vermutet demnach die Ukraine hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch. So wolle man in den Medien Stimmung gegen Russland machen.

"Wir möchten hinzufügen, dass die größte Gefahr für Deutschland heute nicht in den vielbeschworenen "Hybridangriffen" Moskaus liegt - die es gar nicht gibt -, sondern von den Politikern ausgeht, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg gegen Russland ausarbeiten und den deutschen Bürgern vorschlagen, daran teilzunehmen", hieß es weiter.

Die russische Botschaft in Berlin scheint überzeugt davon, dass die Ukraine für den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen verantwortlich ist.  © Soeren Stache/dpa

7. August, 17.20 Uhr: Neue Drohnenabwehr auf dem Dach des Leipziger Flughafens

Auf der Besucherplattform des Leipziger Flughafens wurde nun eine mobile Drohnenabwehr installiert. Ein dort aufgebautes EchoShield-Radarsystem soll auf größere Distanzen anfliegende Drohnen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen.

Indes konnte die Polizei offenbar ein Funksignal der zweiten Drohne lokalisieren. Die Suchmaßnahmen nach Teilen des Flugobjekts wurden bis nach Sachsen-Anhalt ausgedehnt.

Alle Informationen dazu findet Ihr im TAG24-Artikel "Nach Sprengstoff-Angriff: Leipziger Flughafen hat jetzt Drohnen-Abwehr auf dem Dach".

Polizeibeamte der Drohnenabwehr sitzen auf dem Dach vor Monitoren, rechts daneben steht das EchoShield-Radar.  © Michael Strohmeyer

7. August, 15.57 Uhr: Chef der Münchner Sicherheitskonferenz fordert Vereinheitlichung der Schutzmaßnahmen

Wolfgang Ischinger (79), Ex-Botschafter und Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, fordert eine Vereinheitlichung und Konzentration der Schutzmaßnahmen gegen Drohnen-Vorfälle wie in Leipzig.

"Es ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren", sagte Ischinger am Freitag dem TV-Sender "phoenix". "Es darf jetzt nicht mehr eine ein- oder zweijährige Debatte zwischen Ländern und Bund geben. Hier muss endlich mal klar Schiff gemacht werde."

Er zeigte sich darüber verwundert, dass man in Teilen von Politik und Medien über den Angriff auf den Flughafen Leipzig/Halle erstaunt sei: "Die Tatsache, dass so etwas stattfindet, ist überhaupt keine Überraschung, sondern war zu erwarten."

Deutschland sei seit Jahren Ziel von hybriden Aktivitäten aus dem Ausland, "insbesondere aus Russland", so der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz.

7. August, 13.30 Uhr: Polizei durchkämmt Nordpiste am Flughafen

Am Freitag rückte eine Hundertschaft der Polizei auf das Gelände nahe der nördlichen Start- und Landebahn des Flughafens an. Laut einem Reporter der dpa bildeten die Beamten eine Kette und suchten so zu Fuß das Areal ab. Wonach sie konkret suchen, wurde zunächst nicht offiziell mitgeteilt. 

Nach Angaben des Flughafens musste die Nordpiste aufgrund der Suchmaßnahmen um 10 Uhr gesperrt werden, die Sperrung dauert an. Der Passagierflugverkehr sei davon aber nicht betroffen.

Die Polizei durchkämmte am Freitag das Gelände an der Nordpiste.  © Sebastian Willnow/dpa

7. August, 12.11 Uhr: 13 Drohnenvorfälle über kritischer Infrastruktur in Sachsen

Wie das sächsische Innenministerium auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Rico Gebhardt mitteilte, verzeichnete das Land im ersten Halbjahr 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur und anderen besonders schützenswerten Einrichtungen.

Der Schwerpunkt lag mit acht Überflügen im Verkehrs- und Transportsektor, gefolgt von vier Vorfällen im Energiebereich und einem bei staatlichen Einrichtungen. Besonders betroffen waren demnach Leipzig und Nordsachsen mit jeweils vier Vorfällen.

Weitere Angaben machte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht.

In Sachsen sind im ersten Halbjahr 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur und anderen besonders schützenswerten Einrichtungen registriert worden. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

7. August, 11.47 Uhr: Sicherheitsrat tagt zu Drohnen-Vorfall

Unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat der Nationale Sicherheitsrat getagt. Nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius hat sich das Gremium am Freitag telefonisch beraten.

Merz stehe demnach im dauerhaften Austausch mit Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) und anderen Regierungsmitgliedern. 

Der Sicherheitsrat um Friedrich Merz (70, CDU) hat inzwischen getagt.  © Michael Kappeler/dpa

6. August, 21.38 Uhr: Bundesverkehrsminister sieht trotz Drohnenschutz "Restrisiko" für Flughäfen

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (47, CDU) verwies im Gespräch mit dem TV-Sender "Welt" darauf, dass es trotz aller Anstrengungen keinen absoluten Schutz vor Anschlägen mit Drohnen an den Flughäfen der Bundesrepublik geben könne.

"Die Menschen, die mit Drohnen den Flugverkehr stören wollen, wissen scheinbar genau, wie auch die Vorkehrungen mittlerweile sind, die getroffen werden können", sagte Bilger. Bei den jüngsten Ereignissen habe man es nun mit einer "besonderen Eskalationsstufe" zu tun, weil dort Sprengstoff eingesetzt werden sollte.

Die Bundesregierung habe bereits viel unternommen: "Aber klar, man muss auch immer wissen: Da besteht ein Restrisiko, weil Flughafengelände sehr groß und weitläufig sind und natürlich auch die Technologie derer, die den Flugverkehr stören wollen oder Schlimmeres sogar noch im Schilde führen, auch besser wird", so der Bundesverkehrsminister.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU, 47) bezeichnete die Situation als "besorgniserregend".  © Oliver Berg/dpa

6. August, 19.28 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Drohnen-Vorfall in Leipzig

Die Bundesanwaltschaft hat wegen der besonderen Bedeutung mittlerweile die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Demnach bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Es gebe Hinweise, dass auf dem Flughafengelände am späten Dienstagabend eine Explosion herbeigeführt werden sollte. "Hierzu waren an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden."

"Es handelt sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland", so die Bundesanwaltschaft. "Damit ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen." 

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen.  © Christoph Schmidt/dpa

6. August, 17.50 Uhr: Flugverkehr in Leipzig ohne Einschränkung

Nach dem Drohnenvorfall am Mittwoch läuft der Flugverkehr am Airport Leipzig/Halle laut Deutscher Presse-Agentur ohne Einschränkungen. Zwar sei die nördliche Start- und Landebahn wegen eines Polizeieinsatzes seit dem frühen Nachmittag gesperrt, der Betrieb laufe jedoch unbeeinträchtigt über die "Südpiste" weiter.

Beim Passagierverkehr gebe es seit dem frühen Mittwochmorgen bereits keine Beeinträchtigungen mehr.

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