Krank durch Kerzen: Wie giftig ist Kerzenrauch wirklich?

Viele Kerzen sondern Schadstoffe ab beim Verbrennen. Wie schädlich Kerzenrauch ist und worauf Verbraucher achten sollten, jetzt im TAG24-Ratgeber.

Besonders schön in der dunklen Jahreszeit: Kerzenlicht.
Besonders schön in der dunklen Jahreszeit: Kerzenlicht.  © 123Rf/smileus

In der dunklen Jahreszeit steigt der Verbrauch von Kerzen. Das warme Licht sorgt für eine besonders wohlige Atmosphäre, und dekorativ sind Kerzen auch noch. Kein Wunder also, dass der Kerzenverbrauch in Deutschland mit etwa 2,5 Kilogramm pro Kopf im Jahr recht hoch ist.

Was vielen Verbrauchern allerdings nicht klar ist:

Kerzenrauch ist nicht unbedenklich.

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Im Kern der Flamme kann es bis zu 1.400 Grad heiß werden. Das Kerzenlicht entsteht durch eine unvollständige Verbrennung, das heißt, dass nicht alle Stoffe restlos verbrannt werden, sondern sich in der Raumluft verteilen.

Beim Brennen der Kerze schmilzt das Wachs, verdampft und steigt als Gas auf. Dabei werden auch Schadstoffe in die Luft transportiert.

Tipp: Wenn der Docht zu lang ist, rußt die Kerze stärker, daher sollte man den Docht immer kurzhalten (circa einen Zentimeter).

Mehr Tipps und Ideen gibt's übrigens unter Wohnen und Deko.

Schadstoffe in Kerzen

In der Regel bestehen Kerzen aus dem Handel aus Bienenwachs, Stearin oder Paraffin bzw. einer Mischung aus diesen Stoffen.

Darüber hinaus werden noch Alkohole, Aceton und Schwefel, die in Farbpigmenten, Härtungs- oder Lösungsmitteln oder in den zugesetzten Duftstoffen stecken und problematisch für die Gesundheit sein können. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht Allergien auszulösen, Atemwegserkrankungen zu fördern oder sogar krebserregend zu sein.

Zwei Beispiele für Schadstoffe, die häufig in Kerzen verarbeitet werden, sind Benzol und Toluol, die als hochgradig krebserregend eingestuft werden.

Kerzenarten und gesündere Alternativen

Kerzen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre, können aber auch Schadstoffe abgeben.
Kerzen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre, können aber auch Schadstoffe abgeben.  © 123RF/Maksim Shebeko

Bienenwachskerzen

Die "gesündeste" Kerze ist wohl die aus reinem Bienenwachs. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Nur Kerzen, die nicht industriell hergestellt wurden, sind unbedenklich, wie propolis-honig.de in "Schadstoffentstehung durch Kerzenabbrand möglich" warnt. Handgefertigte Kerzen aus 100 Prozent Bio-Bienenwachs sind zwar deutlich teuer, enthalten dafür aber keine gesundheitsschädigenden Stoffe, die beim Verbrennen in die Raumluft gelangen. Außerdem haben sie eine sehr lange Brenndauer.

Stearinkerzen

Auch Stearin brennt relativ lange und hat den Ruf, weniger schadstoffbelastet zu sein als Paraffinkerzen. Allerdings wird für Stearinkerzen neben tierischem Fett auch pflanzliches eingesetzt wie Palmfett, das seit Jahren wegen der starken Rodung des Urwalds bei der Gewinnung in der Kritik steht.

Paraffinkerzen

Am problematischsten sind Paraffinkerzen. Sie geben mit Abstand die meisten Schadstoffe ab, vor allem die billigen Produkte, bei der eine bedenkliche Menge an Schwefeldioxid entsteht, erklärt bund.net in "Schadstoffreie Kerzen".

RAL-Siegel

Auch für Kerzen gibt es ein Gütesiegel: Das RAL-Siegel auf Kerzen besagt, dass die gesetzlichen Grenzwerte für schadstoffhaltige Zusatzstoffe nicht überschritten werden beim Produkt.

LED-Kerzen

Unechte Kerzen mit LED-Leuchten sehen heutzutage verblüffend echt aus. Einige Lichter pulsieren, andere leuchten über eine wackelnde, reflektierende Fläche, sodass sie aussehen wie normale flackernde Kerzen. Hier entsteht garantiert kein gesundheitsschädlicher Kerzenrauch.

Für alle normalen Kerzen gilt: Man sollte immer für eine gute Belüftung sorgen.

Titelfoto: 123Rf/smileus

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