Resistent gegen Medikamente: Gefährlicher Pilz breitet sich auf der Welt aus
Washington/London - In der Fernsehserie "The Last of Us" verwandeln sich Infizierte nach einer Pilzinfektion in Zombies. Wir Menschen stehen zwar nicht kurz davor, zu Monstern zu werden, doch ein Medikamenten-resistenter Pilz bereitet den Wissenschaftlern wegen seiner Ausbreitung zunehmend Sorgen. Die Rede ist von Candida Auris.
Neben der Antimykotika-Resistenz zeichnet sich der Erreger auch durch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln aus, heißt es im Deutschen Ärzteblatt.
Dank seiner Zellwandproteine könne ein solcher Pilz auf der menschlichen Haut anhaften und dort überleben, schreiben Forscher in der Fachzeitschrift Microbiology and Molecular Biology Reviews.
Für gesunde Menschen sei der Pilz ungefährlich, eine Infektion könne für ältere Personen oder Neugeborene im schlimmsten Fall aber tödlich verlaufen. Typische Symptome seien Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und Herzrasen, jedoch auch Müdigkeit oder Hautausschlag.
Eine Vielzahl von Patienten hätte auf der Intensivstation behandelt werden müssen.
Übertragen wird die Krankheit durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person oder das Berühren einer kontaminierten Oberfläche.
Candida-Auris-Fälle: Deutschland landet EU-weit auf Rang 5
2009 wurde der Pilz zum ersten Mal im Ohr einer japanischen Patientin entdeckt.
Wie The Sun schreibt, wurden 2025 bereits 7000 Fälle von Candida-Auris-Infektionen in 27 verschiedenen US-Bundesstaaten registriert - Tendenz steigend.
Auch in britischen Krankenhäusern hat sich der Pilz ausgebreitet, vor allem, nachdem die Reisebeschränkungen der Pandemie aufgehoben wurden. Deutschland rangiert bei der Anzahl der gemeldeten Candidozyma-Auris-Fälle auf Rang 5 der Europäischen Union, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (DPA).
Dennoch sei der Pilz in Deutschland eine "Rarität", gab Oliver Kurzai, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie für die Bundesrepublik, (noch) Entwarnung.
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