Hochwasser-Katastrophe: Rund 1200 Flüchtlinge und Migranten helfen ehrenamtlich

Landkreis Ahrweiler - Die verheerende und tödliche Flutkatastrophe vor drei Wochen in Rheinland-Pfalz brachte vielen Menschen Leid und Not. Doch zugleich riefen die Nachrichten von den Zerstörungen und Todesfällen auch zahlreiche ehrenamtliche Helfer auf den Plan.

Die Migranten und Flüchtlinge helfen bei der Versorgung und räumen Schutt im Ahrtal weg.
Die Migranten und Flüchtlinge helfen bei der Versorgung und räumen Schutt im Ahrtal weg.  © Time To Help

Zu den Menschen, die sich freiwillig und ohne Entgelt in den vom Hochwasser heimgesuchten Gebieten als Helfer engagieren, gehören auch rund 1200 Flüchtlinge und Migranten, die der Verein "Time To Help" aus dem südhessischen Offenbach am Main mobilisiert hat.

Die vorwiegend muslimischen Menschen "helfen bei der Versorgung, räumen Schutt und putzen sogar Kirchen", teilte ein Sprecher des Vereins am Donnerstag mit.

Die Migranten und Flüchtlinge seien im Ahrtal in Rheinland-Pfalz im Einsatz, das von den Überschwemmungen Mitte Juli besonders stark getroffen wurde.

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Im dortigen Landkreis Ahrweiler starben mehr als 130 Menschen bei dem verheerenden Hochwasser, zahlreiche Häuser und Brücken wurden beschädigt oder gar zerstört.

Seit 20 Tagen seien die ehrenamtlichen Kräfte von "Time To Help" nun schon in der Region im Einsatz, hieß es weiter. Sie hätten zum überwiegenden Teil einen türkischen Migrationshintergrund.

Zeichen der Solidarität gegen Vereinnahmung der Flutkatastrophe durch Rechtsextremisten

Die überwiegend muslimischen Helfer von "Time To Help" putzen auch Kirchen.
Die überwiegend muslimischen Helfer von "Time To Help" putzen auch Kirchen.  © Time To Help

Viele der Helfer seien aufgrund von politischer Verfolgung nach Deutschland geflohen und hätten hier Hilfe erhalten. "Sie freuen sich, nun etwas zurückgeben zu können", sagte Songül Erdem, die als Koordinatorin im Ahrtal im Einsatz ist.

"Time To Help" machte auf den Einsatz der größtenteils muslimischen Flüchtlinge und Migranten auch deshalb aufmerksam, um ein Zeichen gegen die Vereinnahmung der Flutkatastrophe durch Rechtsextremisten zu setzen.

Schon kurz nach den Überschwemmungen hatte es Meldungen gegeben, dass Rechtsextreme sich in Rheinland-Pfalz als "Kümmerer vor Ort" ausgeben würden.

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"Time To Help" möchte dieser Instrumentalisierung der Hochwasser-Katastrophe durch die politische Rechte ein Zeichen der Solidarität entgegensetzen.

Titelfoto: Time To Help

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