Google baut Stellen ab und wirft hochschwangere Frau einfach raus!

Kalifornien (USA) - Vergangenen Freitag kündigte Google den drastischen Abbau von 12.000 Stellen weltweit an und macht dabei anscheinend auch nicht vor hochschwangeren Frauen halt! Katherine Wong ist in der 34. Schwangerschaftswoche und zählt zu den 12.000 Google-Angestellten, die bald keinen Job mehr haben.

Die Diskriminierung von Frauen war bei Google in der Vergangenheit bereits ein großes Thema, das zu einer Klage gegen den Tech-Konzern führte.
Die Diskriminierung von Frauen war bei Google in der Vergangenheit bereits ein großes Thema, das zu einer Klage gegen den Tech-Konzern führte.  © Jeff Chiu/AP/dpa

Wie der Insider berichtete, arbeitete Wong bereits seit November 2021 als Programm-Managerin bei dem Tech-Riesen und konnte "ihre zitternden Hände nicht kontrollieren", nachdem sie herausgefunden hatte, dass sie im Zuge der Kündigungswelle ebenfalls ihren Job verlieren würde.

Auf der Social-Media-Plattform LinkedIn teilte sie ihre schmerzvolle Erfahrung in einem berührenden Post.

"Warum ich? Wieso jetzt?", fragte sich Wong.

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Während deutsche Schwangere durch das Gesetz geschützt sind und nicht so ohne Weiteres aus dem Unternehmen geworfen werden können, ist es in den USA vollkommen legal, Hochschwangere ohne jegliche Perspektive auf die Straße zu setzen.

Wong schrieb, es sei "so gut wie unmöglich", einen Job zu finden, wenn man bereits in der 34. Schwangerschafts-Woche sei.

Emotionaler Beistand trotz fehlender beruflicher Perspektive

Katherine Wong will sich um einen neuen Job kümmern, doch aktuell hat das Wohl ihres Babys Vorrang. (Symbolfoto)
Katherine Wong will sich um einen neuen Job kümmern, doch aktuell hat das Wohl ihres Babys Vorrang. (Symbolfoto)  © 123RF/primagefactory

Die Nachricht über die Kündigung seitens Google erreichte die werdende Mutter gut eine Woche, bevor sie ihren Mutterschaftsurlaub antreten wollte und nachdem sie eine positive Leistungsbeurteilung bekommen haben soll.

Obwohl es ein emotionaler Schock für Wong gewesen sein musste, schrieb die Noch-Google-Mitarbeiterin, dass sie die negativen Gefühle nicht überhandnehmen lassen wolle.

Viele Freunde und Kollegen stünden Wong bei. Sie schrieb: "Den ganzen Tag über trudeln SMS und Anrufe ein. Die Leute machen sich Sorgen um mein Baby und mein Wohlbefinden."

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Die werdende Mutter aus San Leandro im US-Bundesstaat Kalifornien wolle sich einen Plan zurechtlegen. Doch auch wenn sie beruflich nach vorn schauen möchte, sei die Realität eine andere.

"Ich möchte #opentowork können", schrieb sie auf LinkedIn, "Aber die Realität ist, dass ich mich auf das letzte Stück meiner Schwangerschaftsreise konzentrieren und sicherstellen muss, dass mein Baby sicher und gesund zur Welt kommt."

Kein Einzelfall

Unfaire Kündigungen mit System? Viele Frauen wurden ebenfalls kurz vor oder nach ihrer Entbindung bei Google entlassen. (Symbolfoto)
Unfaire Kündigungen mit System? Viele Frauen wurden ebenfalls kurz vor oder nach ihrer Entbindung bei Google entlassen. (Symbolfoto)  © 123rf/andreypopov

Wongs LinkedIn-Post ist gerade mal einen Tag alt, hat aber schon Tausende Likes und Hunderte Kommentare, in denen man ihr beisteht.

Eine Userin schrieb, sie sei vor einigen Jahren ebenfalls in der gleichen Situation bei Google gewesen und erhielt am ersten Tag ihres Mutterschaftsurlaubs die Kündigung.

Eine andere Frau kommentierte: "Ich bin eine ehemalige Google-Kollegin. Ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht, als mein Baby ein Jahr alt war, und es war extrem schmerzhaft."

"Ich finde, das sollte illegal sein. Ich bin schockiert, dass es nicht so ist", schrieb ein anderer in den Kommentaren.

Dutzende Mütter teilten ähnliche Geschichten im Zusammenhang mit Google und ihren Schwangerschaften. Viele der Kommentare unter Wongs Post kritisierten den Suchmaschinen-Giganten für seinen Umgang mit Mitarbeitern, besonders wenn diese ein Kind austragen und eigentlich unter besonderem Schutz stehen sollten.

Titelfoto: Jeff Chiu/AP/dpa

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