Google will Millionen von Stechmücken freisetzen! Was steckt dahinter?

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USA - Stechmücken töten jedes Jahr mehr Menschen als jedes andere Lebewesen auf der Welt. Mit einem groß angelegten Projekt will Google nun gegen die Krankheitsüberträger vorgehen.

Insekten mit Insekten bekämpfen - ob Google damit Erfolg haben wird?
Insekten mit Insekten bekämpfen - ob Google damit Erfolg haben wird?  © 123RF/napat

Dengue, Malaria, Zika, West-Nil-Virus: Die Liste an tropischen Krankheiten, die durch Moskitos übertragen werden können, ist lang. Doch wie kommt man am besten gegen die Plagegeister an?

Mit seinem neuen "Debug"-Projekt will Google die Antwort auf diese Frage liefern. Männliche Mücken stechen nicht und übertragen keine Krankheiten - diesen Ansatz will sich der Internet-Konzern zunutze machen und Moskitos mit einem natürlich vorkommenden Bakterium namens Wolbachia züchten. Anschließend sollen 32 Millionen Exemplare in der Natur freigesetzt werden.

Wenn ein infiziertes Männchen versucht, sich mit einem wildlebenden Weibchen zu paaren, schlüpfen deren Eier nicht. Das Bakterium verhindert die Entstehung von Nachkommen. Die Population wird somit mit jeder Generation kleiner.

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Bereits 2016 wurde "Debug" in einem offiziellen Blogbeitrag angekündigt. Nach jahrelanger Vorbereitung soll es nun in Kalifornien und Florida zum Einsatz kommen.

Derzeit konzentriert Googles Mutterkonzern Alphabet seine ersten Bemühungen auf die bekannte Mückenart "Aedes aegypti", die für die Verbreitung der meisten Krankheitsfälle verantwortlich ist. Die Ingenieure und Wissenschaftler von Alphabet nutzen Datenanalysen und Sensoren, um "automatisierte Zuchtsysteme" für die empfindlichen Tiere zu entwickeln.

Ein Teil der Herausforderung besteht darin, mithilfe von KI-gestützter Bildverarbeitung Männchen präzise von Weibchen zu unterscheiden und die Männchen "am richtigen Ort und in der richtigen Anzahl" freizulassen.

Googles "Debug"-Projekt will Mückenpopulation drastisch reduzieren

Schon bald will Google 32 Millionen modifizierte Mücken in freier Wildbahn aussetzen.
Schon bald will Google 32 Millionen modifizierte Mücken in freier Wildbahn aussetzen.  © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa

Tatsächlich ist Googles Ansatz nicht neu. Die wissenschaftliche Methode, die als "Sterile-Insekten-Technik" bezeichnet wird, wird von Experten schon seit Jahrzehnten bei einer Vielzahl problematischer Insekten angewandt.

Andere Methoden zur Bekämpfung von Mücken führten in der Vergangenheit nicht zum gewünschten Erfolg: Das Besprühen mit Pestiziden kann giftig sein und verliert mit der Zeit an Wirksamkeit. Wasserquellen, die von Mücken als Brutstätten genutzt werden, zu finden und zu beseitigen, ist zeitaufwendig und ineffektiv.

Ermutigende Ergebnisse lieferte bereits ein Pilotprojekt in Singapur: Dort sank die Population der Gelbfiebermücke um 80 bis 90 Prozent, während die Zahl der Dengue-Fälle innerhalb von sechs bis zwölf Monaten um mehr als 70 Prozent zurückging.

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Ob Google das Vorhaben in den USA umsetzen darf, entscheidet die US-Umweltschutzbehörde nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens und einer öffentlichen Anhörung.

Sollte die Freigabe erfolgen, könnte das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von durch Stechmücken übertragene Krankheiten leisten.

Titelfoto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa

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