Rebellischer Pinguin dominiert aktuell das Internet: "Aber warum?"
Antarktis - Ein Pinguin aus einer Antarktis-Dokumentation von 2007 erlebt derzeit einen riesigen Hype in den sozialen Medien. Bleibt die Frage: "Aber warum?"
In der Doku "Begegnungen am Ende der Welt" hielt der deutsche Regisseur Werner Herzog (83) eine emotionale Szene fest: Ein Pinguin, der sich dazu entscheidet, seine Artgenossen sowie seine Kolonie zu zurückzulassen, um ganz allein zu weit entfernten Bergen aufzubrechen und damit seinem sicheren Tod entgegenzuwatscheln.
Herzog kommentierte besagte Szene damals episch: "Aber einer davon erregte unsere Aufmerksamkeit. Der in der Mitte. Er wollte weder zu den Futterplätzen am Eisrand, noch zur Kolonie zurückkehren. Kurz darauf sahen wir ihn direkt in Richtung der etwa 70 Kilometer entfernten Berge gehen. Dr. Ainley erklärte, dass er, selbst wenn er ihn einfangen und zur Kolonie zurückbringen würde, sofort wieder in Richtung der Berge laufen würde."
Nach einem Moment der Stille stellte Herzog die Frage: "Aber warum?"
Der sogenannte "Nihilist Penguin" erlebt im Netz seit Tagen seine zweite Blüte in Form von Memes, die als eine Art Motivation verstanden werden können, die Fesseln des Alltags zu sprengen und stattdessen seiner wahren Bestimmung zu folgen.
Über die Renaissance seines Meisterwerks freute sich auch Herzog selbst.
"Nihilist Penguin": Regisseur Werner Herzog gibt Blick hinter die Kulissen
In einem Instagram-Beitrag erklärte er, dass er es "faszinierend" finde, dass dieser Pinguin die Fantasie so vieler Menschen angeregt habe. Laut dem 83-Jährigen habe seine tiefe, rauchige Stimme einen Großteil dazu beigetragen, dass Zuschauer mit dem Pinguin mitfühlen würden.
Seine einzigartige Stimmlage sei dabei an die Crime-Serie "Unsolved Mysteries" angelehnt, sagte Herzog und zeigte mit einem eindrucksvollen "But why?", dass er es auch heutzutage noch drauf hat.
Auf diese Frage lieferte Dr. David Ainley in der Doku übrigens auch eine Antwort. Dem Wissenschaftler zufolge könne bei Pinguinen eine Form der Desorientierung eintreten, die sie dazu veranlasst, sich von ihrer Kolonie zu entfernen.
Die Memes sind unterdessen bereits bis zum Weißen Haus durchgedrungen. Ein veröffentlichter Beitrag zeigte dabei US-Präsident Donald Trump (79), wie er an der Seite des Pinguins auf Grönland zugeht.
Der Fakt, dass auf Grönland überhaupt keine Pinguine leben, sorgte anschließend für Spott und Häme.
Titelfoto: Bildmontage: Mark Baker/AP/dpa, Manuele Mangiarotti/IPA via ZUMA Press/dpa
