Weil sie sehr faul sei: Stadträtin ließ Rede vom Textautomaten "ChatGPT" schreiben

Landau - Grandiose Idee oder mangelnde Arbeitseinstellung? Käthe Kerbstat, Stadträtin der Satire-Partei Die Partei im pfälzischen Landau, hat ihre Haushaltsrede nach eigenen Angaben von der Software ChatGPT schreiben lassen.

Im pfälzischen Landau ließ eine Stadträtin der Satire-Partei Die Partei eine Rede von dem Software-Programm ChatGPT schreiben.
Im pfälzischen Landau ließ eine Stadträtin der Satire-Partei Die Partei eine Rede von dem Software-Programm ChatGPT schreiben.  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Die Rede habe ich mangels Redenschreiberin oder Redenschreiber und weil ich sehr faul bin von einer künstlichen Intelligenz schreiben lassen", teilte Kerbstat am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Da Haushaltsreden traditionell "voller leerer Worthülsen" seien, habe sie gedacht, dass der Unterschied sowieso nicht auffalle.

Sie habe die Software ChatGPT, die von Menschen geschriebene Texte imitieren kann, mit Stichworten wie "schwierige Zeiten", "große Aufgaben", "vereinte Kräfte" und "Herausforderungen" gefüttert, herausgekommen sei eine fertige Rede, erklärte die 36-Jährige.

Sie plane auf jeden Fall eine Wiederholung: "Es wäre ja dumm, nach diesem Riesenerfolg jemals wieder selbst etwas zu kreieren."

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Zuvor hatten mehrere Medien über die Rede berichtet, demnach war auch Kritik im Stadtrat geäußert worden. Dazu meinte Kerbstat, die Kritiker seien bloß "neidisch und sauer, dass sie nicht selbst auf diese geniale Idee gekommen [sind], sondern Zeit und Mühe in die Rede investiert haben".

Der Landauer Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) erklärte, er sehe Thema und Rede entspannt. "Als einmalige Aktion fand ich es lustig. Warum sollte ich mich ärgern? Witzige Nummer, die ja auch gut zur Partei Die Partei passt", sagte der Sohn des einstigen CDU-Generalsekretärs Heiner Geißler.

Ob Landau aber künstliche Intelligenz als Stadtratsmitglied zulasse, werde sich erst zeigen.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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