Nahost-Konflikt: Kontakt zu Irans Oberstem Führer Ali Chamenei offenbar abgebrochen

Nahost - Israel greift erneut den Iran an. Der Staat Israel habe einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen, gab Verteidigungsminister Israel Katz bekannt.

Zivilisten stehen in einem Schutzraum, nachdem Alarm infolge eines israelischen Angriffs auf den Iran ausgelöst wurde.
Zivilisten stehen in einem Schutzraum, nachdem Alarm infolge eines israelischen Angriffs auf den Iran ausgelöst wurde.  © Oded Balilty/AP/dpa

Die USA beteiligen sich nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 an den Angriffen des Verbündeten. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, ehe Israel den Iran angriff.

Die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Irans Luftstreitkräfte feuerten daraufhin ballistische Raketen auf Israel.

Ex-Tagesschau-Sprecher erlebt Nahost-Eskalation aus nächster Nähe
Israel Krieg Ex-Tagesschau-Sprecher erlebt Nahost-Eskalation aus nächster Nähe

Der Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber (46) erlebte die Eskalation in Israels Hauptstadt Tel Aviv aus nächster Nähe und teilte Einblicke auf seinem Instagram-Account.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

28. Februar, 14.56 Uhr: Kontakt zu Irans Oberstem Führer Ali Chamenei abgebrochen

Wie die israelische Nachrichtenagentur "Walla" aus Sicherheitskreisen erfahren haben will, wurde im Zuge der Militärschläge der Oberste Führer des Irans, Ali Chamenei (82), von der Außenwelt abgeschnitten und möglicherweise sogar verwundet.

Gleichermaßen verwies die Nachrichtenagentur auf Berichte aus dem Iran, wonach zeitnah eine Botschaft des 82-Jährigen veröffentlicht werden solle.

Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei (82). (Archivfoto)
Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei (82). (Archivfoto)  © Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader via AP/dpa

28. Februar, 14.45 Uhr: Israelische Luftverteidigung gefordert

Vor wenigen Minuten vermeldeten die israelischen Streitkräfte (IDF) einen weiteren Raketenangriff aus dem Iran.

"Derzeit arbeitet die Luftwaffe daran, die Bedrohung abzufangen und gegebenenfalls anzugreifen, um sie zu beseitigen", hieß es dazu in einer Stellungnahme.

28. Februar, 14.40 Uhr: Raketenalarm in fast ganz Israel

Der Iran hat offenbar eine weitere Raketen-Salve in Richtung Israel abgefeuert.

Nach Angaben der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) heulten gegen 14 Uhr fast landesweit die Raketen. Berichte über Einschläge gab es derweil noch nicht.

Die IDF haben unterdessen Drohnenaufnahmen veröffentlicht, die zeigen sollen, wie mehrere iranische Soldaten beim Beladen eines Raketenwerfers per Luftschlag eliminiert worden seien: "Die Bedrohung wurde erkannt und schnell abgewehrt, wodurch der auf Israel gerichtete Raketenstart verhindert wurde."

Während in Israel der Raketenalarm ausgelöst wurde, haben israelische Streitkräfte nach eigenen Angaben mehrere iranische Soldaten beim Beladen eines Raketenwerfers ausgeschaltet.
Während in Israel der Raketenalarm ausgelöst wurde, haben israelische Streitkräfte nach eigenen Angaben mehrere iranische Soldaten beim Beladen eines Raketenwerfers ausgeschaltet.  © Bildmontage: Screenshot/X/@IDF

28. Februar, 14.29 Uhr: Israel bombardiert Hunderte Ziele im Westen Irans

Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) haben nach eigenen Angaben Hunderte Ziele im Westen des Irans angegriffen.

Die IDF veröffentlichten dazu Drohnenaufnahmen, die zeigen sollen, wie iranische Raketenabschussrampen im Zuge der Militäroperation "Brüllender Löwe" dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Diese Aufnahmen sollen eine iranische Raketenbasis zeigen, die von israelischen Streitkräften zerstört wurde.
Diese Aufnahmen sollen eine iranische Raketenbasis zeigen, die von israelischen Streitkräften zerstört wurde.  © Screenshot/X/@IDF

28. Februar, 14.04 Uhr: Aktivisten - Fünf Todesopfer in Syrien durch iranische Rakete

In Syrien sind durch Trümmerteile einer mutmaßlich iranischen Rakete laut Menschenrechtsaktivisten mindestens fünf Menschen getötet worden.

In der syrischen Stadt Suwaida im Süden seien Trümmer auf ein Wohngebäude gefallen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Fünf Zivilisten, darunter ein Kind, seien getötet worden. Die syrische Staatsagentur Sana berichtete zunächst von vier Todesopfern unter Berufung auf die örtliche Gesundheitsbehörde.

Der Vorfall folgt auf die jüngsten amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran und Angriffe Teherans auf Israel und weitere Ziele im Nahen Osten. Syrien grenzt im Süden an Israel und liegt geografisch auf einer Luftlinie zwischen Israel und dem Iran.

28. Februar, 13.57 Uhr: Iran - Zweite Raketenwelle auf Israel gefeuert

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit einer zweiten Raketenwelle auf Israel begonnen.

Erneut seien ballistische Raketen auf die "besetzten Gebiete" gefeuert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. Gemeint ist damit israelisches Staatsgebiet, das der Iran nicht offiziell anerkennt.

Irans reguläre Armee teilte unterdessen mit, Dutzende Kampfdrohnen in Richtung Israel geschickt zu haben. "Diese Operation wird bis zur vollständigen Bestrafung der aggressiven Feinde fortgesetzt werden", hieß es in der Mitteilung, die iranische Staatsmedien verbreiteten.

Die israelische Armee teilte mit, eine weitere Raketensalve sei vom Iran aus auf Israel abgefeuert worden. Die Bürger seien aufgerufen, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten und sich bis auf weiteres in Schutzräumen aufzuhalten. Israels Raketenabwehr identifiziere gegenwärtig Bedrohungen und fange diese ab.

Eine Gruppe von Männern schwenkt iranische Fahnen, während sie an einer Demonstration zur Unterstützung der Regierung und gegen US-amerikanische und israelische Angriffe teilnehmen.
Eine Gruppe von Männern schwenkt iranische Fahnen, während sie an einer Demonstration zur Unterstützung der Regierung und gegen US-amerikanische und israelische Angriffe teilnehmen.  © Vahid Salemi/AP/dpa

28. Februar, 13.56 Uhr: Irans Außenminister spricht von illegalem Krieg

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) hat die Angriffe auf sein Land scharf verurteilt.

Es handele sich um einen Krieg, der "völlig unprovoziert, illegal und unrechtmäßig" sei, schrieb der Minister auf X. "Unsere mächtigen Streitkräfte sind auf diesen Tag vorbereitet und werden den Aggressoren die Lektion erteilen, die sie verdienen", fügte er hinzu.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

28. Februar, 13.52 Uhr: Führung in Teheran wurde gezielt angegriffen

Israel hat im Iran nach Militärangaben versucht, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen. Am Morgen seien gleichzeitig mehrere Orte in der Hauptstadt attackiert worden, teilte die israelische Armee mit. Dort hätten sich "hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans versammelt".

Die Armee habe sich mit Unterstützung des Militärgeheimdienstes monatelang vorbereitet, hieß es weiter. Es sei darum gegangen, "den operativen Moment zu identifizieren, in dem sich führende Repräsentanten des Regimes versammeln".

Die Entscheidung, am Morgen und nicht in der Nacht anzugreifen, sei absichtlich gefällt worden. Israel sei es damit ein zweites Mal gelungen, "trotz umfassender iranischer Vorbereitungen eine taktische Überraschung zu erzielen". Es sei eine "präzise Lokalisierung von Kommandeuren und der iranischen Führungsspitze erreicht" worden.

Israel hat im Iran nach Militärangaben versucht, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen.
Israel hat im Iran nach Militärangaben versucht, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen.  © Tasnim News Agency/ZUMA Press Wire/dpa

28. Februar, 13.34 Uhr: Israels Armee - Hunderte Militärziele im Iran angegriffen

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit dem Morgen "Hunderte iranische Militärziele" im Westen des Irans angegriffen. Ins Visier habe das Militär etwa Raketenwerfer genommen, hieß es in einer Mitteilung. Die Armee greife weiterhin Ziele im Westen des Irans an.

Israel und die USA hatten am Morgen mit Angriffen auf den Iran begonnen. Israels Ministerpräsident Netanjahu begründet die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran.

Laut einem israelischen Militärvertreter feuerte der Iran als Reaktion Dutzende Raketen Richtung Israel.

28. Februar, 13.31 Uhr: Dritte Angriffswelle abgewehrt - keine Schäden oder Opfer

Der Iran hat nach den amerikanisch-israelischen Militärschlägen im Land offenbar mehrmals den wichtigen US-Verbündeten Katar angegriffen.

Man habe eine "dritte Angriffswelle" erfolgreich abgewehrt, teilte das katarische Verteidigungsministerium mit. Diese habe auf "mehrere Gegenden" in dem kleinen Staat am Persischen Golf gezielt. Größere Schäden oder Opfer gab es ersten Berichten zufolge aber nicht.

Anwohner in Katar berichteten von mehreren Explosionen - offenbar durch den Abschuss iranischer Raketen. Am US-Stützpunkt al-Udaid, der wichtigsten Basis des US-Militärs im Nahen Osten, war Anwohnern zufolge Luftalarm zu hören. Der Nachrichtenkanal Al Jazeera zeigte eine Rauchwolke am Himmel über der Hauptstadt Doha, die den Moment nach dem Abschuss einer Rakete zeigt.

Das katarische Innenministerium teilte mit, es gebe einer ersten Einschätzung zufolge keine Opfer und auch keine Schäden. Die Sicherheit der Anwohner habe höchste Priorität.

Titelfoto: Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader via AP/dpa

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