Nahost-Konflikt: Vier US-Stützpunkte von Iran angegriffen - Bundesregierung berät

Nahost - Israel greift erneut den Iran an. Der Staat Israel habe einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen, gab Verteidigungsminister Israel Katz bekannt.

Zivilisten stehen in einem Schutzraum, nachdem Alarm ausgelöst wurde infolge eines israelischen Angriffs auf den Iran  © Oded Balilty/AP/dpa

Die USA beteiligen sich nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 an den Angriffen des Verbündeten. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, ehe Israel den Iran angriff.

Die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Irans Luftstreitkräfte feuerten daraufhin ballistische Raketen auf Israel.

Israel Krieg Ex-Tagesschau-Sprecher erlebt Nahost-Eskalation aus nächster Nähe

Der Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber (46) erlebte die Eskalation in Israels Hauptstadt Tel Aviv aus nächster Nähe und teilte Einblicke auf seinem Instagram-Account.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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28. Februar, 11.12 Uhr: Iran - Werden USA und Israel nie dagewesene Lektion erteilen

Nach Beginn israelisch-amerikanischer Angriffe auf den Iran hat dessen Militär mit einer entschlossenen Reaktion gedroht.

"Wir werden Israel und den USA eine Lektion erteilen, wie sie sie in ihrer Geschichte noch nicht erlebt haben", zitierte der staatliche Rundfunk den Sprecher des Generalstabs der Streitkräfte. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai sprach von einem "offenkundigen Verbrechen".

Irans Erwartung an andere Länder sei, dass sie nicht gleichgültig blieben, sagte der Sprecher laut dem Rundfunk. "Auch der Sicherheitsrat muss unverzüglich eine Dringlichkeitssitzung einberufen."

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Ein ankommendes Geschoss explodiert in der Bucht von Haifa, während Israel nach seinen Angriffen auf den Iran einen landesweiten Alarm ausgerufen hat.  © Leo Correa/AP/dpa

28. Februar, 10.52 Uhr: Israel sagt, Angriff auf militärische Ziele von Irans Führung

Israels Luftwaffe führt Militärangaben zufolge derzeit einen "groß angelegten Angriff" auf "militärische Ziele" der iranischen Führung im Westen des Irans aus.

Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, sie habe einen "umfassenden gemeinsamen Einsatz" mit der US-Armee begonnen, um die Regierung in Teheran nachhaltig zu schwächen und "die existenziellen Bedrohungen für den Staat Israel langfristig zu beseitigen".

Die neuen Angriffe auf den Iran erfolgten nach einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik.

28. Februar, 10.51 Uhr: Iran hat vier US-Stützpunkte in der Region angegriffen

Nach dem Beginn der jüngsten israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran nach eigenen Angaben vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert.

Das Verteidigungsministerium in Katar teilte mit, man habe eine Reihe von Angriffen auf das eigene Territorium erfolgreich abgewehrt. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Menschen wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren.

Die staatliche Nachrichtenagentur in Bahrain berichtete, ein Versorgungszentrum der US-Marine sei mit Raketen angegriffen worden. Bahrain beherbergt die fünfte Flotte der US-Seestreitkräfte. Berichten zufolge sollen auch in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad Explosionen zu hören gewesen sein.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars waren der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain unter den Zielen.

Menschen in einem Schutzraum, nachdem die USA und Israel einen Angriff auf den Iran gestartet haben.  © Oren Ziv/dpa

28. Februar, 10.50 Uhr: Lufthansa setzt Flüge zu Zielen im Nahen Osten aus

Der Angriff auf den Iran durch Israel und die USA hat Auswirkungen auf den Luftverkehr. Die Lufthansa setzt nach Angaben eines Sprechers mehrere Flüge mit Ziel Naher Osten aus. Die Städte Tel Aviv (Israel), Beirut (Libanon), Amman (Jordanien), Erbil (Irak) und Teheran (Iran) würden bis einschließlich 7. März nicht angeflogen.

Ebenfalls bis einschließlich 7. März würden folgenden Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak und Iran. Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi fänden heute und morgen nicht statt, sagte der Sprecher.

Betroffene Fluggäste könnten kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhielten den Ticketpreis zurück. Die Lufthansa bedauere die Unannehmlichkeiten, die Sicherheit für Passagiere und Crews habe für die Lufthansa Group aber oberste Priorität.

28. Februar, 10.48 Uhr: Bundesregierung berät mit Partnern über Nahost

Die Bundesregierung berät über die Eskalation in Nahost nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran. "Sie beobachtet die Entwicklung genau und befindet sich in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern", teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.

Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) habe sich außerdem mit seinen Fachministern der sicherheitsrelevanten Ressorts beraten und werde im Laufe des Tages weitere Gespräche führen. Die Bundesregierung sei am Morgen über die Militärangriffe
Israels auf den Iran vorab informiert worden, sagte Kornelius.

Wie das Auswärtige Amt mitteilte, soll der Krisenstab der Bundesregierung um 12.00 Uhr im Ministerium zusammenkommen. Das Auswärtige Amt stehe in engem und ständigem Kontakt mit den Botschaften im Iran und in Israel sowie weiteren Vertretungen in der Region, erklärte ein Sprecher.

Der Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

28. Februar, 10.47 Uhr: Iran fordert Handeln der internationalen Gemeinschaft

Der Iran hat die Weltgemeinschaft angesichts der Angriffe der USA und Israels zum Handeln aufgefordert.

In einer Mitteilung des Außenministeriums forderte die Regierung in Teheran die Vereinten Nationen und die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, die Attacken zu verurteilen und Maßnahmen zu ergreifen. Die Sicherheit der Region und der Welt seien einer beispiellosen Bedrohung ausgesetzt, hieß es.

"Die erneute militärische Aggression der USA und des zionistischen Regimes (Israel) gegen Iran erfolgt unter Bedingungen, in denen sich Iran und die USA inmitten eines diplomatischen Prozesses befanden", kritisierte das Ministerium.

Man sei über den Krieg nicht überrascht. "Wir sind erneut in Verhandlungen eingetreten, um gegenüber (...) der Welt den Beweis der Rechtschaffenheit des iranischen Volkes zu erbringen", teilte das Außenministerium mit.

28. Februar, 10.19 Uhr: Militäreinrichtung der USA in Bahrain angegriffen

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA auch eine US-Militäreinrichtung attackiert.

Ein Logistikzentrum der US-Marine sei im Golfstaat Bahrain mit Raketen angegriffen worden, hieß es im staatlichen Rundfunk.

Die Spuren einer abgefangenen Luftabwehrrakete sind über der Altstadt von Jerusalem zu sehen.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

28. Februar, 9.55 Uhr: Netanjahu sagt, Angriff auf Iran wegen existenzieller Bedrohung

Israel will nach Darstellung seines Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit den neuen Angriffen im Iran gemeinsam mit den USA eine existenzielle Bedrohung durch Teheran beseitigen.

"Es darf nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen", sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Er danke dem US-Präsidenten Donald Trump "für seine historische Führung".

"Unser gemeinsames Handeln wird die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt", sagte der Regierungschef mit Blick auf die iranische Protestbewegung. "Die Zeit ist gekommen für alle Teile des iranischen Volkes (...), das Joch der Tyrannei abzuwerfen und ein freies, friedliebendes Iran zu schaffen."

Netanjahu rief die Bürger Israels dazu auf, sich an die Anweisungen des Zivilschutzes zu halten. "In den kommenden Tagen der Operation "Brüllen des Löwen" werden wir alle Geduld und seelische Stärke benötigen."

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).  © Alex Brandon/AP/dpa

28. Februar, 9.53 Uhr: Iran hat Raketenwelle auf Israel gefeuert

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Raketenwelle auf Israel gefeuert.

Die Revolutionsgarden sprachen von einer "Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners", wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging.

Ein Ehepaar mit seinen zwei Kindern eilt in einen Schutzraum, nachdem eine Warnsirene nach israelischen Angriffen auf den Iran ertönt ist.  © Leo Correa/AP/dpa

28. Februar, 9.28 Uhr: Iran beginnt Gegenangriff

Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs zum Gegenschlag ausgeholt. Es seien Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden, teilte das Militär mit.

Die iranischen Revolutionsgarden sprachen von einer "Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners", wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging. Die israelische Luftabwehr sei aktiviert, teilte das Militär mit.

In Irans Hauptstadt Teheran gab es Explosionen im Zentrum. In der Millionenmetropole brach Panik aus. Menschen versuchten massenhaft, die Hauptstadt zu verlassen, wie Augenzeugen berichteten.

Iranische Staatsmedien meldeten zudem Explosionen am Rande der Stadt Isfahan. Südöstlich davon liegt ein Nuklearzentrum, das bereits im vergangenen Jahr vom US-Militär in Begleitung israelischer Angriffe bombardiert worden war.

Menschen beobachten Rauch nach einer Explosion in Teheran.  © Uncredited/AP/dpa

28. Februar, 9. 26 Uhr: Iran meldet massive Cyberangriffe

Der Iran ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars Ziel von massiven Cyberangriffen geworden.

Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Agentur Fars steht den Revolutionsgarden nahe.

Die Behörden verhängten eine Internetsperre. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete, es sei ein "fast vollständiger Internetausfall".

Viele Menschen im Iran umgehen staatliche Medien und informieren sich - solange sie Zugang zum Internet haben - über Websites der Auslandsopposition oder in sozialen Medien wie Instagram oder Telegram.

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