Nahost-Konflikt: Mit 200 Kampfjets - Bisher größter Einsatz der israelischen Luftwaffe

Nahost - Israel greift erneut den Iran an. Der Staat Israel habe einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen, gab Verteidigungsminister Israel Katz (70) bekannt.

Nach einem Angriff steigt Rauch über der iranischen Hauptstadt Teheran auf.
Nach einem Angriff steigt Rauch über der iranischen Hauptstadt Teheran auf.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Die USA beteiligen sich nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 an den Angriffen des Verbündeten. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, ehe Israel den Iran angriff.

Die USA schlossen sich den Luftangriffen an und bombardierten zentrale Atomanlagen. Irans Luftstreitkräfte feuerten daraufhin ballistische Raketen auf Israel.

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Israel Krieg "Die Waffen schweigen": Hunderte Menschen feiern in München die Freilassung der Hamas-Geiseln

Der Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber (46) erlebte die Eskalation in Israels Hauptstadt Tel Aviv aus nächster Nähe und teilte Einblicke auf seinem Instagram-Account.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

28. Februar, 18.30 Uhr: Merz verurteilt Verhalten der iranischen Führung

Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat nach der Eskalation im Nahen Osten das Verhalten der iranischen Führung in der Region und im eigenen Land verurteilt.

"Die Bundesregierung ruft Iran nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen", erklärte Merz. "Iran muss auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen." Die Führung in Teheran müsse außerdem die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). (Archivbild)
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

28. Februar, 18.10 Uhr: Bisher größter Einsatz der israelischen Luftwaffe

Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Iran sind nach israelischen Angaben auch am Abend fortgesetzt worden.

"In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten unter erheblichem persönlichen Risiko und in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele im Iran an", sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir einer Mitteilung zufolge. In einer weiteren Mitteilung des Militärs hieß es, rund 200 Kampfjets seien eingesetzt worden. Es handele sich um den größten Einsatz dieser Art in der Geschichte der israelischen Luftwaffe, hieß es weiter.

Luftverteidigungssysteme und die Marine seien im Einsatz, um Israels Luftraum und Küsten vor Raketenangriffen und Bedrohungen aus der Luft und vom Meer zu schützen, hieß es von Zamir weiter. "Unsere Bodentruppen sind entlang der Grenzen positioniert, um jeden Versuch, in israelisches Gebiet einzudringen, zu vereiteln und abzuwehren."

Gleichzeitig warnte er die Bürger vor Leichtsinn und einem vorzeitigen Verlassen der Schutzräume bei Raketenalarm. "Wir dürfen die Fähigkeit des Feindes, uns Schaden zuzufügen, nicht unterschätzen", betonte er. Das Verteidigungssystem sei nicht undurchlässig.

Die gegenseitigen Attacken gehen auch am Abend weiter.
Die gegenseitigen Attacken gehen auch am Abend weiter.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

28. Februar, 18.08 Uhr: Muslimische Gemeinde verurteilt Irans Attacken

Die iranischen Raketenangriffe auf eine Reihe von arabischen Staaten im Nahen Osten sorgt für Unmut.

Die "Muslim World League", eine unabhängige Organisation mit Vertretern mehrerer islamischer Länder, verurteilte die Handlungen des Irans als "Aggressionen gegen eine Reihe von arabischen Staaten". Der Iran würde damit sowohl gegen religiöse Werte als auch gegen Menschenrechte verstoßen, hieß es in einer Stellungnahme.

28. Februar, 18 Uhr: Mehrere Wohngebäude in Bahrain beschossen

Im Golf-Staat Bahrain sind mehrere iranische Raketen eingeschlagen.

In der Hauptstadt Manamah seien "mehrere Wohngebäude" beschossen worden, wie das Innenministerium mitteilte. Derzeit würden die Lösch- und Rettungsarbeiten andauern. Informationen zu möglichen Verletzten und Toten liegen derweil nicht vor.

28. Februar, 17.52 Uhr: Iran erklärt alle "feindlichen Einrichtungen" zu Zielen

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) betont in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat das nach Artikel 51 der UN‑Charta verankerte Recht seines Landes auf Selbstverteidigung.

Die Streitkräfte der Islamischen Republik würden alle notwendigen Verteidigungsfähigkeiten und Mittel einsetzen, um dieser "kriminellen Aggression" zu begegnen und feindliche Handlungen abzuschrecken. Der Iran betrachte alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Kräfte als legitime militärische Ziele.

Die UN-Mitgliedsstaaten forderte er dazu auf, die Angriffe auf den Iran zu verurteilen. Der UN-Sicherheitsrat will angesichts der Angriffe Israels und der USA auf den Iran noch an diesem Samstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen soll sich um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr MEZ) treffen.

Iranische Raketen werden über Tel Aviv abgefangen.
Iranische Raketen werden über Tel Aviv abgefangen.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

28. Februar, 17.42 Uhr: Donald Trump verfolgt Angriffe auf Iran von Mar-a-Lago aus

US-Präsident Donald Trump (79) hat die Militäroperation über Nacht von seinem Anwesen in Florida aus verfolgt, wie seine Pressesprecherin Karoline Leavitt (28) mitteilte.

Im Zuge dessen habe Trump mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (76) telefoniert. Zuvor sei zudem der Kongress - beziehungsweise ausgewählte Mitglieder (die sogenannte "Gang of Eight") - in Kenntnis über die Angriffe in der Nacht gesetzt worden.

"Der Präsident und sein nationales Sicherheitsteam werden die Lage den ganzen Tag über weiterhin genau beobachten", schrieb Leavitt abschließend.

28. Februar, 17.33 Uhr: IDF warnt Bevölkerung vor iranischer Splitter-Rakete

Laut Angaben der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) sei es möglich, dass einige abgefeuerte iranische Raketen "die Fähigkeit besitzen, Kleinwaffen zu verteilen".

Dazu veröffentlichten die IDF ein Bild eines Sprengsatzes, der während des Einschlags offenbar weitere, kleinere Projektile in die Umgebung abfeuert.

28. Februar, 17.18 Uhr: Keine Anzeichen auf radioaktive Auswirkungen im Iran

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gibt es nach den jüngsten Angriffen auf den Iran bislang keine Hinweise auf "radioaktive Auswirkungen".

Das teilte die Organisation in Wien auf der Plattform X mit.

Die IAEA mahnte zur Zurückhaltung, "um jegliche nukleare Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung der Region zu vermeiden", hieß es zu dem militärischen Konflikt. Die Organisation beobachte die Lage genau und stehe in ständigem Kontakt mit Staaten der Region.

28. Februar, 17.17 Uhr: Iran fordert Sondersitzung der Internationalen Atombehörde

Der Iran fordert eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wegen der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf das Land.

Der Gouverneursrat der Organisation in Wien solle dringend tagen, hieß es in einer Mitteilung der iranischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in der österreichischen Hauptstadt.

28. Februar, 17.15 Uhr: Lediglich Sachschaden nach Raketeneinschlägen in Zentral-Israel

Nach Angaben der israelischen Polizei gebe es nach den iranischen Raketenangriffen auf Zentral-Israel bisher keine Meldungen über Verletzte.

"Bislang wurden keine Verletzten gemeldet; es entstand Sachschaden", teilten die Einsatzkräfte via X mit. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur "Walla" von einem verletzten 17-Jährigen berichtet.

Die Polizei sei derweil mit Kampfmittelräumkommandos im Einsatz und suche nach Raketentrümmern.

Die israelische Polizei im Einsatz nach iranischen Angriffen auf Zentral-Israel.
Die israelische Polizei im Einsatz nach iranischen Angriffen auf Zentral-Israel.  © X/@israelpolice

28. Februar, 17.04 Uhr: Iranische Revolutionsgarden blockieren Straße von Hormus

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete auf Grundlage der Äußerungen eines Beamten der EU-Marinekommission, dass die Revolutionsgarden den wichtigen Schiffsweg blockieren.

"Kein Schiff darf die Straße von Hormus passieren", hieß es demnach in einer an die EU gesendeten Botschaft der Revolutionsgarden.

Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist eine bedeutende Schiffsroute für den weltweiten Handel mit Öl.
Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist eine bedeutende Schiffsroute für den weltweiten Handel mit Öl.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

28. Februar, 16.58 Uhr: Britische Flugzeuge im Abwehreinsatz im Nahen Osten

Großbritannien beteiligt sich an einem defensiven Militäreinsatz im Nahen Osten.

Das sagte der britische Premierminister Keir Starmer (63) in einer Erklärung zu den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran.

Sein Land habe bei den Angriffen keine Rolle gespielt, betonte der Labour-Politiker. Er fügte jedoch hinzu: "Unsere Streitkräfte sind aktiv und britische Flugzeuge sind heute am Himmel als Teil koordinierter regionaler Verteidigungseinsätze, um unsere Leute, unsere Interessen und unsere Verbündeten zu schützen." Das geschehe im Einklang mit internationalem Recht.

Titelfoto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

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