Nahost-Konflikt: Trump spricht laut Weißem Haus mit Sicherheitsberatern über iranischen Vorschlag

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Israel/Iran - Eine neue Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung ihres Kriegs zeichnet sich nicht ab. Weder aus Washington noch aus Teheran kamen zu Wochenbeginn offizielle diplomatische Signale.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) war am Montag in Russland zu Gast.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) war am Montag in Russland zu Gast.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Dafür kam es zu einem Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin (73) und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi (63) in St. Petersburg.

Putin sprach danach von seiner Hoffnung auf baldigen Frieden in der Region. Russland werde alles tun, was im Interesse Irans liege und den Interessen aller Völker der Region entspreche, damit der Frieden so schnell wie möglich erreicht werde, so Putin.

Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) erklärte zu dem Treffen, dass eine Rückkehr zu Kampfhandlungen weder im Interesse Teherans noch im Interesse der Weltwirtschaft sei. Russland sei zur Vermittlung in dem Konflikt bereit.

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Russland gilt als Verbündeter des Iran, unterstützt das Land aber nicht offen militärisch. Moskau hatte mehrfach angeboten, angereichertes Uran aus dem Iran abzunehmen. Eine der Hauptforderungen der USA ist der Verzicht des Iran auf eine Atombombe.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

27. April, 21.50 Uhr: Trump spricht laut Weißem Haus mit Sicherheitsberatern über iranischen Vorschlag

US-Präsident Donald Trump (79) hat nach Angaben des Weißen Hauses am Montag mit seinen führenden Sicherheitsberatern über einen iranischen Vorschlag zur Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus gesprochen. Ein entsprechendes Angebot aus Teheran "wird diskutiert", sagte Sprecherin Karoline Leavitt. Ob Trump den Vorschlag annehmen werde, wollte Leavitt nicht sagen.

US-Medienberichten zufolge will der Iran die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge aufheben, wenn auch die USA dies tun. Erst danach soll über weitere Punkte wie das iranische Atomprogramm verhandelt werden.

Was hat US-Präsident Donald Trump (79) nun vor?
Was hat US-Präsident Donald Trump (79) nun vor?  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

27. April, 20.42 Uhr: Kampf gegen Hisbollah ist laut Netanjahu noch nicht beendet

Im Kampf gegen die libanesische Hisbollah-Miliz sieht der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) die andauernde Bedrohung seines Landes durch Raketen und Drohnen als zentrales Problem.

Das machte er auf einer Militärkonferenz deutlich. Dieses Problem müsse man mit einer Kombination aus operativen und technologischen Maßnahmen lösen, sagte der Regierungschef. Erst dann sei man "auf dem Weg, die Hisbollah zu entwaffnen".

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) sieht den Kampf gegen die Hisbollah noch nicht als beendet an.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) sieht den Kampf gegen die Hisbollah noch nicht als beendet an.  © Ilia Yefimovich/Pool AFP/AP/dpa

27. April, 19.55 Uhr: Merz kritisiert Iran-Krieg noch schärfer

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat sich "desillusioniert" vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. "Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert", sagte er am Rande der Unions-Klausur in Berlin. Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des "Problems" in wenigen Tagen sei nicht erfolgt.

"Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen", sagte Merz. "Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann."

Der Kanzler hatte sich bereits am Morgen bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland mit deutlichen Worten zum Iran-Krieg geäußert und den USA fehlende Strategie vorgeworfen. "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", sagte er.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sieht sorgenvoll auf den Iran-Krieg.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sieht sorgenvoll auf den Iran-Krieg.  © Michael Kappeler/dpa

27. April, 16.57 Uhr: Tote nach neuen Angriffen zwischen Afghanistan und Pakistan

Neue Angriffen zwischen den Nachbarstaaten Afghanistan und Pakistan haben Berichten zufolge Opfer auf beiden Seiten gefordert.

In der afghanischen Grenzprovinz Kunar seien vier Menschen getötet und 70 verletzt worden, sagte ein Taliban-Sprecher. Unter den Verletzten seien Studenten einer Universität. In Pakistan gab es mindestens drei Verletzte, wie ein Sprecher der Grenztruppen erklärte. Beobachtern zufolge war es der schwerste Zwischenfall seit gut einem Monat.

27. April, 16.14 Uhr: Putin sichert Iran Unterstützung zu

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat Teheran bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi (63) in St. Petersburg die weitere Unterstützung Moskaus zugesichert.

Er habe vorige Woche eine Botschaft des obersten Führers Modschtaba Chamenei (56), Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, erhalten und könne nur bestätigen, dass Russland und der Iran ihre strategische Partnerschaft fortsetzten, sagte Putin der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Kremlchef Wladimir Putin (73) am Montag in St. Petersburg.
Kremlchef Wladimir Putin (73) am Montag in St. Petersburg.  © Dmitri Lovetsky/Pool AP/AP/dpa

27. April, 14.44 Uhr: Israels Armee meldet neue Angriffe auf Hisbollah im Libanon

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge trotz formell geltender Waffenruhe erneut Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah im Libanon.

Die israelische Armee sagte am Nachmittag, sie habe begonnen, Infrastrukturanlagen der Miliz im Süden sowie in der Bekaa-Ebene im Nachbarland ins Visier zu nehmen. Die Bekaa-Ebene erstreckt sich im Osten des Landes. Das israelische Militär hat dort seit Beginn der Feuerpause nicht mehr angegriffen.

Nach einem israelischen Luftangriff in einem südlibanesischen Dorf nahe der israelischen Grenze steigt Rauch auf.
Nach einem israelischen Luftangriff in einem südlibanesischen Dorf nahe der israelischen Grenze steigt Rauch auf.  © Gil Cohen Magen/dpa

27. April, 12.33 Uhr: Ölpreise steigen deutlich

Der Ölpreise sind am Montag angesichts der stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA merklich gestiegen.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zog auf 108,28 US-Dollar an. Das waren 2,81 Prozent mehr als am Freitag.

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs haben am Wochenende keine Fortschritte gemacht. US-Präsident Donald Trump (79) sagte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab - zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans. Die Straße von Hormus bleibt damit fast vollständig geschlossen.

Die stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA lassen die Ölpreise merklich steigen. (Symbolfoto)
Die stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA lassen die Ölpreise merklich steigen. (Symbolfoto)  © Nic Coury/AP/dpa

27. April, 11.22 Uhr: Neuer Iran-Vorschlag könnte brenzlig für Trump werden

Der Iran hat den USA offenbar einen Vorschlag unterbreitet, um den Krieg rasch beenden zu können.

Wie die Nachrichtenagentur "Axios" unter Berufung auf Insider-Informationen berichtete, soll zunächst die Straße von Hormus geöffnet werden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen dagegen nach hinten verschoben werden. Dieser neue Vorschlag sei den US-Vertretern über pakistanische Vermittler bereits unterbreitet worden, heißt es.

Ob sich die Trump-Regierung auf diesen Deal einlässt, war dagegen noch unklar. Für Trump wäre dieser Vorschlag nämlich äußerst heikel, würde er mit der Öffnung der Seeroute und einem Ende der Gewalt doch gleich zwei primäre Kriegsziele von ihm erfüllen. Für den weiteren Verlauf der Verhandlungen bezüglich des Atomprogramms wäre Trumps Position damit geschwächt.

Am heutigen Montag sei deshalb ein Treffen mit hochrangigen Beamten im Weißen Haus geplant.

27. April, 6.54 Uhr: Iran mit zahlreichen Forderungen

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) wollte den Vermittlern am Sonntag bei einem Kurzbesuch erneut die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges übermitteln, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Zu diesen zählen demnach unter anderem die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für die Straße von Hormus. Zudem fordert Teheran Kriegsentschädigungen und Garantien, dass es zu keiner erneuten militärischen Aggression gegen die Islamische Republik kommen wird.

Den Atomstreit hingegen wolle der Iran nicht auf die Verhandlungsagenda setzen, hieß es weiter. Gerade Letzteres ist aber einer der wichtigsten Punkte für Washington.

27. April, 6 Uhr: Verhandlungen geplatzt, absehbar keine neuen Gespräche

Weder aus den USA noch vom Iran gab es konkrete Informationen dazu, welche weiteren Schritte nach den geplatzten Verhandlungen geplant sind.

Die strategisch wichtige Straße von Hormus ist weiter blockiert. Beobachtern zufolge hofft jede Seite, die andere in einer Pattsituation zu überdauern - mit drastischen Folgen für den Rest der Welt.

Die Meerenge von Hormus ist unter anderem für die Verschiffung von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. "Der Iran weiß, dass er militärisch nicht gewinnen kann. Länger durchhalten ist das neue Siegen", sagte etwa Expertin Claudia Major (50) vom German Marshall Fund am Sonntag in der ARD-Talksendung "Caren Miosga". "Wir haben wirklich das, was man die Impotenz von Macht nennt", sagte Major weiter. Die Amerikaner seien militärisch enorm mächtig, schafften es aber trotzdem nicht, ihre Kriegsziele zu erreichen.

Nach den geplatzten Verhandlungen ist unklar, wann genau die Straße von Hormus öffnet. (Archivbild)
Nach den geplatzten Verhandlungen ist unklar, wann genau die Straße von Hormus öffnet. (Archivbild)  © Asghar Besharati/AP/dpa

26. April, 22.24 Uhr: Irans Präsidialamt rechtfertigt Internetsperren

Im Iran sieht sich das Präsidialamt nach massiver Kritik an den Internetsperren im Land zu einer Rechtfertigung der Maßnahmen gezwungen.

"Auch der Präsident (Massud Peseschkian) ist strikt gegen eine eingeschränkte Internetnutzung für die Bevölkerung", behauptet die Pressestelle des Präsidialamts auf der Plattform X. Das Projekt "Pro Internet" – so werden die Einschränkungen in der Islamischen Republik genannt – sei nicht dauerhaft, sondern lediglich eine vom Sicherheitsrat verhängte vorübergehende Maßnahme in der aktuellen Kriegssituation, hieß es weiter. Nach Ende der Konflikte werde der reguläre Zugang für alle Bürger wiederhergestellt.

Titelfoto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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