Nahost-Konflikt: Merz wirft Trump "massive Eskalation" im Iran vor

Iran - US-Präsident Donald Trump (79) hat sein Ultimatum zum Einlenken der iranischen Führung im Krieg noch einmal verschoben.

Donald Trump (79) hat dem Iran nochmals Aufschub gewährt.
Donald Trump (79) hat dem Iran nochmals Aufschub gewährt.  © Mary Altaffer/POOL AP/AP/dpa

Die Frist zur Freigabe der Straße von Hormus werde auf Bitte des Irans verlängert, bis zum 6. April (US-Ortszeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche an.

Allerdings hatte die Führung in Teheran zuvor schon erklärt, dass sie sich ohnehin keinem Ultimatum zu beugen gedenke. Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung nun die Verlegung 10.000 zusätzlicher Soldaten in die Konfliktregion.

Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist bereits in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit und dann, nach einer ersten Verlängerung, am Samstag deutscher Zeit abgelaufen.

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27. März, 19.48 Uhr: Merz wirft Trump "massive Eskalation" im Iran-Krieg vor

Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump persönlich scharf für sein Agieren im Iran-Krieg attackiert.

"Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang", sagte Merz auf dem "F.A.Z.-Kongress 2026". "Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle."

Merz bezweifelte auch, dass ein Sturz der Führung im Iran erreicht werden kann. "Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel?", fragte er. "Wenn das das Ziel ist, glaube ich nicht, dass sie das erreichen werden. Das ist meistens schiefgegangen."

Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte den US-Präsidenten scharf.
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte den US-Präsidenten scharf.  © Hannes P. Albert/dpa

27. März, 19.45 Uhr: Mehr als 20 Tote bei Angriffen auf Wohnkomplexe im Iran

Bei Angriffen auf Wohngebiete in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Kurdenprovinz Kermanschah sind Medienberichten zufolge mehr als 20 Zivilisten ums Leben gekommen.

In Teheran starben im Stadtviertel Schahr-e Rey zehn Bewohner eines Wohnkomplexes bei einem Raketenangriff der amerikanisch-israelischen Streitkräfte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Feuerwehrsprecher berichtete.

In der Stadt Kermanschah im Westen des Landes wurden dem Gouverneursbüro zufolge mehr als zehn Wohneinheiten angegriffen. 13 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder und vier Frauen.

Zudem gab es Angriffe auf die beiden Stahlwerke in Isfahan in Zentral- und Ahwas im Südwestiran. Teile der Stromversorgungsanlagen sowie eine Werkhalle der beiden Fabriken wurden Berichten zufolge beschädigt. Demnach gab es in Isfahan einen Toten und zwei Verletzte.

Iranische Wohnkomplexe wurden zum Ziel amerikanisch-israelischer Angriffe.
Iranische Wohnkomplexe wurden zum Ziel amerikanisch-israelischer Angriffe.  © Vahid Salemi/AP/dpa

27. März, 18.29 Uhr: Ziele im Iran können laut US-Außenminister ohne Bodentruppen erreicht werden

US-Außenminister Marco Rubio geht davon aus, dass die USA ihre Ziele im Iran-Krieg auch ohne den Einsatz von Bodentruppen erreichen werden.

Das Militär liege vor dem Zeitplan zur Erreichung seiner Ziele - "und wir können sie ohne Bodentruppen erreichen", sagte er nach Ukraine-Gesprächen der Außenminister der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris. Rubio zeigte sich davon überzeugt, dass der Einsatz im Iran "in wenigen Wochen, nicht in Monaten" abgeschlossen werden könnte.

Zugleich sagte Rubio, dass er einen Einsatz von Bodentruppen nicht kategorisch ausschließe. Die USA würden sich diese Flexibilität vorbehalten, um Präsident Donald Trump "maximale Handlungsfreiheit und maximale Möglichkeiten zu geben, sich auf Eventualitäten einzustellen".

US-Außenminister Marco Rubio zeigt sich davon überzeugt, dass die Ziele im Iran ohne Bodentruppen erreicht werden können.
US-Außenminister Marco Rubio zeigt sich davon überzeugt, dass die Ziele im Iran ohne Bodentruppen erreicht werden können.  © Michael Kappeler/dpa

27. März, 18.25 Uhr: Erneut Atomanlagen im Iran angegriffen

Im Iran-Krieg hat die iranische Atombehörde neue Angriffe auf Atomanlagen des Landes gemeldet. Demnach wurde der Schwerwasserreaktor Chondab in der Provinz Markazi angegriffen.

Das Gouverneursbüro erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, wegen der im Vorfeld getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

27. März, 18.23 Uhr: Israelische Armee rückt im Süden Libanons weiter vor

Die israelische Armee rückt mit Bodentruppen weiter im südlichen Libanon vor.

Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung. Die Regierung wolle voraussichtlich eine Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat einreichen.

Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen ebenfalls, dass die israelische Armee weiter vordringe. Demnach waren dort auch israelische Panzer zu sehen. Israels Armee teilte mit, die Truppen hätten in einer Schule im Ort al-Chiam Hunderte Waffen entdeckt, darunter Panzerabwehrraketen, Mörsergranaten und Sprengsätze.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz berichtete von Bodenkämpfen mit israelischen Truppen im Grenzgebiet. Sie beanspruchte dabei mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im südlichen Libanon für sich.

27. März, 17.05 Uhr: Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter

Zwei Häfen in Kuwait sind nach offiziellen Angaben nach mutmaßlich iranischen Angriffen beschädigt worden.

Angriffe mit einem Marschflugkörper und vier Drohnen hätten am Morgen die Häfen Mubarak al-Kabir und Schuwaich getroffen, teilten die Streitkräfte von Kuwait auf der Plattform X mit. Verletzt worden sei niemand. Vier "gegnerische" Marschflugkörper und drei Drohnen seien abgefangen worden, hieß es weiter.

Auch Saudi-Arabien berichtete von Angriffen, unter anderem auf die Hauptstadt Riad. Diese seien abgewehrt worden. Insgesamt seien 16 Drohnen und zwei Raketen abgefangen worden. Vier weitere Raketen landeten nach Angaben der Streitkräfte im Arabischen Golf und in unbewohnten Gebieten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrein meldeten ebenfalls Angriffe. Es seien Drohnen und Raketen abgeschossen worden, hieß es in separaten Mitteilungen.

Mehrere Golfstaaten sind in der Nacht erneut zu Zielen iranischer Drohnen und Raketen geworden.
Mehrere Golfstaaten sind in der Nacht erneut zu Zielen iranischer Drohnen und Raketen geworden.  © -/XinHua/dpa

27. März, 17.03 Uhr: Iran meldet Tod von Diplomaten bei Angriff im Libanon

Teherans Außenministerium hat Israel einen tödlichen Angriff auf einen Wohnsitz iranischer Diplomaten im Libanon vorgeworfen.

Das Ministerium sprach in einer Mitteilung von sechs getöteten Diplomaten und verurteilte den Angriff aufs Schärfste.

27. März, 13.22 Uhr: Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran

Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit dem Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an.

Grund sei der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit.

Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe "eskalieren" und mehr Ziele und Gebiete im Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Teheran dazu aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen, sagte Katz. Aber trotz der Warnungen gehe der Beschuss weiter.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70).
Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70).  © Hannes P Albert/dpa

27. März, 12.13 Uhr: 120 Museen und Kulturstätten laut Teheran durch Angriffe der USA und Israels beschädigt

Bei den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran sind nach Angaben Teherans zahlreiche Museen und andere Kulturstätten beschädigt worden.

"Mindestens 120 Museen, historische Gebäude und Kulturstätten in verschiedenen Provinzen wurden direkt angegriffen und erlitten schwere bauliche Schäden", sagte ein Vertreter des Ministeriums für Kulturerbe in Teheran am Freitag dem Staatsfernsehen.

Er nannte unter anderem den zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Golestan-Palast sowie den Saadabad-Palast, den Marmor-Palast und das sogenannte Kriegsmuseum in Teheran.

27. März, 12.12 Uhr: Iran will US-Soldaten in Hotels in Golfstaaten ins Visier nehmen

Der Iran hat mit Angriffen auf Hotels in der Golfregion gedroht, die US-Armeeangehörige beherbergen.

"Wenn US-Soldaten in einem Hotel untergebracht werden, dann wird dieses Hotel aus unserer Sicht amerikanisch", sagte der Sprecher der iranischen Armee, Abolfasl Schekartschi, am Donnerstagabend im iranischen Staatsfernsehen. "Wir müssen natürlich dort zuschlagen, wo sie sind", fügte er hinzu.

Ähnlich äußerte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi. Er warf den Staaten des Golf-Kooperationsrats am Donnerstag vor, ihre Bürger als "menschliche Schutzschilde" zu nutzen. US-Soldaten würden sich "in Hotels und Büros verstecken", erklärte er im Onlinedienst X. Er forderte Hotels in der Region auf, ihnen Zimmer zu verweigern.

Titelfoto: Hannes P. Albert/dpa

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