Nahost-Konflikt: Neue Angriffe von Israel und Hisbollah trotz Waffenruhe

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Israel/Iran - Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs kommen nicht vom Fleck. US-Präsident Donald Trump (79) sagte eine zuvor angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab - und das zum zweiten Mal binnen einer Woche.

US-Präsident Donald Trump (79) sagte eine zuvor angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab.
US-Präsident Donald Trump (79) sagte eine zuvor angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Teheran hatte schon zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, nach eigener Darstellung allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen.

Der Besuch in Islamabad sei "sehr fruchtbar" gewesen, schrieb Araghtschi danach auf der Plattform X, er habe seine Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt. In Richtung USA sagte er: "Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen."

Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist nun unklar. Trump schrieb mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe "innerhalb ihrer "Führung" enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung"

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

26. April, 11.53 Uhr: Neue Angriffe von Israel und Hisbollah trotz Waffenruhe

Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon greifen sich trotz der geltenden Waffenruhe weiter gegenseitig an.

Bei den jüngsten Angriffen seien am Samstag im südlichen Libanon sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut heute mit. Die Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten Sonntagfrüh im Südlibanon unter anderem israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben.

Trotz der kürzlich verlängerten Waffenruhe hat Israel im Südlibanon erneut Luftangriffe geflogen, die zahlreiche Opfer forderten und die Waffenruhe zu gefährden drohten.
Trotz der kürzlich verlängerten Waffenruhe hat Israel im Südlibanon erneut Luftangriffe geflogen, die zahlreiche Opfer forderten und die Waffenruhe zu gefährden drohten.  © Stringer/dpa

26. April, 7.51 Uhr: Nouripour zu Gespräch über Iran-Krieg in Saudi-Arabien

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (50, Grüne) ist zu Gesprächen über die Folgen des Iran-Krieges und mögliche Wege aus der Krise nach Saudi-Arabien geflogen.

Wie ein Mitarbeiter sagte, landete er in der Hauptstadt Riad, wo ihn unter anderem der saudische Außenminister Adel al-Jubair empfangen will. Geplant sei zudem ein Treffen mit dem Vorsitzenden des jemenitischen Präsidialrats, Raschad al-Alimi, teilte Nouripours Büro mit. Im Mittelpunkt stehe dabei der Austausch über den Konflikt mit den Huthi-Rebellen. 

Omid Nouripour (50, Grüne) ist nach Saudi-Arabien geflogen.
Omid Nouripour (50, Grüne) ist nach Saudi-Arabien geflogen.  © dpa | Alicia Windzio

26. April, 7.30 Uhr: US-Militär fängt Schiff der iranischen "Schattenflotte" ab

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen "Schattenflotte" abgefangen.

Das Schiff sei im Arabischen Meer von einem Helikopter des Zerstörers "USS Pinckney" gestoppt worden und werde zurück in Richtung Iran eskortiert, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. 

Das abgefangene Schiff, die "M/V Sevan", gehört demnach zu den 19 Frachtern, die am Freitag mit Sanktionen des US-Finanzministeriums belegt wurden. Die Sanktionen zielen auf die sogenannte Schattenflotte des Irans ab, die nach US-Angaben von zentraler Bedeutung für Teherans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport ist.

26. April, 7.16 Uhr: Schüsse bei Korrespondenten-Dinner im Zusammenhang mit Iran-Krieg?

Wegen eines Schusswaffenangriffs während seiner Teilnahme am traditionellen Korrespondenten-Dinner in Washington ist Trump am Samstagabend (Ortszeit) eilig in Sicherheit gebracht worden. Der mutmaßliche Schütze wurde vor Ort festgenommen.

Der Hintergrund der Tat war zunächst unbekannt. Trump sagte bei seiner Pressekonferenz, der Vorfall werde ihn nicht davon abhalten, "den Krieg im Iran zu gewinnen". "Ich weiße nicht, ob das irgendetwas damit zu tun hatte, ich denke wirklich, dass es nicht so ist, auf Grundlage dessen was wir wissen", fügte der Präsident hinzu. Wenige Minuten zuvor hatte er allerdings gesagt, man könne "nie wissen", ob die Tat nicht mit dem Krieg der USA gegen Iran zusammenhänge.

25. April, 20.28 Uhr: Irans Außenminister beschreibt Pakistan-Besuch als "sehr fruchtbar"

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat seine Gespräche mit dem Vermittler Pakistan als ergebnisreich beschrieben. Der Besuch in Islamabad sei "sehr fruchtbar" gewesen, schrieb Araghtschi auf der Plattform X.

Er habe die iranische Position hinsichtlich "eines praktikablen Rahmens zur dauerhaften Beendigung des Krieges" übermittelt. Gleichzeitig hinterfragte er die Ernsthaftigkeit der US-Bemühungen in dem diplomatischen Prozess: "Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen", schrieb er.

Araghtschi veröffentlichte den Post nur wenige Minuten, nachdem US-Präsident Donald Trump überraschend auf Truth Social bekanntgegeben hatte, dass er doch keine US-Delegation nach Pakistan schicken werde.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi gibt sich nach dem Treffen mit dem Vermittler Pakistan zufrieden.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi gibt sich nach dem Treffen mit dem Vermittler Pakistan zufrieden.  © Marwan Naamani/dpa

25. April, 18.17 Uhr: Trump schickt Witkoff nicht nach Pakistan

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan zunächst abgesagt.

"Zu viel Zeitverschwendung durch das Reisen, zu viel Arbeit!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Er habe seiner Delegation gesagt, sie sollten nicht fliegen, zitierte der US-Sender Fox News Trump. "Axios"-Reporter Barak Ravid schrieb auf der Plattform X ebenfalls, Trump habe ihn in einem Telefoninterview über die Absage der Reise informiert.

Trump schrieb nun auf Truth Social mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe "innerhalb ihrer "Führung" enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung." Niemand wisse, wer das Sagen habe, "nicht einmal sie selbst". Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. "Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen!!!"

US-Präsident Donald Trump hat die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan abgesagt.
US-Präsident Donald Trump hat die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan abgesagt.  © Jacquelyn Martin/Pool AP/dpa

25. April, 18.15 Uhr: Irans Außenminister reist aus Pakistan ab

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge wieder aus Islamabad abgereist. Araghtschi verließ die Stadt, ohne US-Vertreter zu treffen.

Es war zunächst unklar, ob die Reise des US-Sondergesandten Steve Witkoff und des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, nach Pakistan dennoch wie geplant stattfindet. Das Weiße Haus hatte ihren Abflug am Freitag für Samstagmorgen (Ortszeit Washington) angekündigt. Bis zum frühen Mittag gab es keine offizielle Mitteilung dazu.

Im Rahmen der Gespräche zur Beilegung des Konflikts mit den USA war Aragthschi am Freitagabend nach Islamabad gereist, um sich mit Vertretern des Vermittlers Pakistan zu treffen. Araghtschi wollte pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge mit den Vermittlern einen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA besprechen.

Die iranische Seite hatte dabei stets betont, sie habe bei dieser Reise nicht vor, Vertreter Washingtons zu sehen. Es gab Spekulationen darüber, ob es möglicherweise zu indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA kommen könnte, beide Seiten also Botschaften austauschen würden.

Araghtschi traf sich am Samstag zunächst mit dem pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen spielt. Später sprach der iranische Minister auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shebaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte. Nach Angaben des pakistanischen Außenministers Ishaq Dar dauerte das Gespräch mit Sharif rund zwei Stunden.

25. April, 16 Uhr: Irans Präsident ruft Bevölkerung zum Stromsparen auf

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Bevölkerung angesichts massiver Versorgungsengpässe zum Stromsparen aufgerufen.

Laut der Nachrichtenagentur Mehr sagte Peseschkian, der Konsum müsse eingeschränkt werden. "Zu Hause sollten statt zehn Lampen nur zwei eingeschaltet sein – was spricht dagegen?"

Peseschkian begründete die Krise primär mit militärischen Angriffen der USA und Israels auf die nationale Infrastruktur sowie einer "Belagerung". Damit bezieht er sich auf die US-Blockade iranischer Häfen. Eine unabhängige Schadensbilanz zu den behaupteten Treffern an Energieanlagen liegt jedoch bisher nicht vor.

Fachleute der Internationalen Energieagentur (IEA) und unabhängige Analysten weisen darauf hin, dass die Ursachen der Krise vielschichtig sind. Demnach gelten seit Jahren eine marode Infrastruktur, staatlich subventionierte Niedrigpreise und gravierende Managementfehler als Haupttreiber des Energiemangels.

Dass sich der Präsident nun persönlich mit Details wie der Anzahl von Glühbirnen an die Öffentlichkeit wendet, werten Beobachter als Zeichen für den Ernst der Lage. Die Führung in Teheran versucht offensichtlich, einem Aufflammen neuer sozialer Unruhen vorzubeugen, da Energiemangel bereits in der Vergangenheit landesweite Proteste befeuert hatte.

Angesichts massiver Versorgungsengpässe ruft Irans Präsident Massud Peseschkian die Bevölkerung zum Stromsparen auf.
Angesichts massiver Versorgungsengpässe ruft Irans Präsident Massud Peseschkian die Bevölkerung zum Stromsparen auf.  © Bildmontage: Francisco Seco/AP/dpa / Vahid Salemi/AP/dpa

25. April, 15.27 Uhr: Tote im Libanon bei Angriffen der israelischen Armee

Im Libanon hat es trotz Waffenruhe libanesischen Angaben zufolge wieder einen tödlichen israelischen Angriff gegeben. Vier Menschen seien in einem Ort nahe der Grenze zu Israel getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.

Demnach traf Israels Armee einen Lastwagen sowie ein Motorrad. Die Umstände des Vorfalls waren zunächst unklar. Auch über die Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Das israelische Militär äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.

Israels Armee hatte zuvor erneut Einwohner etlicher Orte im Süden des Nachbarlandes davor gewarnt, dorthin zurückzukehren.

Gepanzerte Mannschaftstransporter der israelischen Armee bei einem Einsatz im Südlibanon.
Gepanzerte Mannschaftstransporter der israelischen Armee bei einem Einsatz im Südlibanon.  © Ariel Schalit/AP/dpa

25. April, 14.16 Uhr: Erste Auslandsflüge starten wieder in Teheran

Der internationale Flughafen in Teheran hat Auslandsflüge wieder aufgenommen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna und der Staatssender Irib bestätigten den Abflug der ersten Maschinen vom Imam-Khomeini-Flughafen nach Istanbul (Türkei), Maskat (Oman) und Medina (Saudi-Arabien). Insbesondere die Verbindung nach Medina ermöglicht gläubigen Muslimen wieder die Pilgerreise in die heilige Stadt Mekka.

Zuvor war der iranische Luftraum für den zivilen internationalen Verkehr faktisch gesperrt, nachdem am 28. Februar direkte militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran ausgebrochen waren.

Titelfoto: Stringer/dpa

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