Nahost-Konflikt: US-Präsident Trump will mit Iran über Zukunft reden

Nahost - Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen haben die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen.

Nach dem Tod Chameneis kündigen Irans Revolutionsgarden Vergeltung an.
Nach dem Tod Chameneis kündigen Irans Revolutionsgarden Vergeltung an.  © Vahid Salemi/AP/dpa

"In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen", heißt es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.

Die Regierung kündigte 40 Tage öffentliche Trauer und 7 Feiertage an. Die gegenseitigen Angriffe gingen derweil in der Nacht weiter.

Der Iran feuerte Raketen Richtung Israel ab und griff US-Verbündete sowie amerikanische Stellungen in Nahost an. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv starb laut Medien eine Frau beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnblock. Dutzende Menschen seien verletzt worden.

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1. März, 21.14 Uhr: Irans Außenminister: Können Krieg trotz Bombardierung Teherans führen

Die Fähigkeiten des Irans, Krieg zu führen, sind dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi (63) zufolge durch die Bombardierungen der Hauptstadt Teheran nicht eingeschränkt.

"Wir hatten zwei Jahrzehnte, um Niederlagen des US-Militärs bei unseren westlichen und östlichen Nachbarn zu studieren", schrieb der Minister im Kurznachrichtdienst X. Er spielte damit auf die Kriege in Afghanistan und dem Irak an. Daraus habe man Lehren gezogen, fügte er hinzu. Dezentralisierte Verteidigungsstrukturen ermöglichten dem Land, den Krieg nach Belieben in die Länge zu ziehen.

Außenminister Abbas Araghtschi (63) droht mit einem langen Krieg.
Außenminister Abbas Araghtschi (63) droht mit einem langen Krieg.  © Vahid Salemi/AP/dpa

1. März, 21.03 Uhr: USA melden Zerstörung von Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarden

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier der mächtigen iranischen Revolutionsgarden bei einem Angriff zerstört. In den vergangenen 47 Jahren hätten die Revolutionsgarden mehr als 1000 US-Bürger getötet, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Sonntag.

"Amerika hat das mächtigste Militär der Welt, und die Iranischen Revolutionsgarden haben kein Hauptquartier mehr. Gestern hat ein US-Schlag den Kopf der Schlange abgeschlagen."

Die israelische Armee meldete derweil einen "schweren Schlag" gegen "dutzende" militärische Kommando- und Kontrollzentren des Iran. Die Angriffe am Sonntag hätten sich gegen die Revolutionsgarden, den Geheimdienst, die Kommandozentralen der Luftwaffe und den Inlandsgeheimdienst gerichtet. Zudem habe es mehr als 30 israelische Angriffe auf iranische Luftverteidigungs- und Raketenstellungen gegeben.

1. März, 21 Uhr: Erdogan bedauert Tod Chameneis

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach der Tötung des iranischen Staatschefs Ali Chamenei sein Beileid bekundet.

Er bedauere den Tod Chameneis aufgrund der Angriffe am Samstag und spreche dem iranischen Volk sein Beileid aus, schrieb Erdogan auf der Plattform X.

1. März, 20.48 Uhr: 30.000 Reisende deutscher Veranstalter betroffen

Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter sind nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) aktuell von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Sie halten sich demnach entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht.

Die Sicherheitslage sei "äußerst volatil", erläuterte der Reiseverband. Wie lange die Einschränkungen andauern, sei unklar. Gäste, die nicht wie geplant abreisen können oder auf Weiterflüge warten, würden von ihren Veranstaltern betreut und bei Bedarf "sicher untergebracht".

1. März, 20.34 Uhr: Schwere Explosionen erschüttern Teheran

Die iranische Hauptstadt Teheran ist am Abend von schweren Explosionen erschüttert worden. Im Norden der Stadt zitterten die Wände, als kurz hintereinander zwei laute Detonationen zu hören waren, berichtete ein dpa-Reporter vor Ort.

Auf Bildern waren unter anderem ein großer Feuerball und eine dunkle Rauchwolke über der Stadt zu sehen. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, Einrichtungen des staatlichen Rundfunks seien zum Ziel eines israelisch-amerikanischen Angriffs geworden. Weiteren Berichten zufolge wurde auch der Sitz der iranischen Atombehörde angegriffen.

Eine Explosion (M) in Teheran ist zu sehen.
Eine Explosion (M) in Teheran ist zu sehen.  © Uncredited/AP/dpa

1. März, 20.24 Uhr: Opferzahl an Mädchenschule steigt laut Iran auf 165

Die Zahl der Todesopfer an einer Mädchenschule im Iran, die nach Angaben Teherans von einem israelisch-amerikanischen Angriff getroffen wurde, soll auf 165 gestiegen sein.

Die Bergungsarbeiten seien inzwischen abgeschlossen, teilte der Gouverneur der Stadt Minab im Süden des Landes laut der Nachrichtenagentur Irna mit. Bei dem angeblichen Luftangriff auf die Schule seien zudem 95 Menschen verletzt worden.

1. März, 19.07 Uhr: Trump will mit Iran über Zukunft reden

Einen Tag nach den Angriffen auf den Iran und der Tötung des bisherigen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat sich US-Präsident Donald Trump gesprächsbereit gezeigt.

"Sie wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen", zitierte ihn die Zeitschrift "The Atlantic" nach einem Telefoninterview. Dabei warf Trump den Iranern vor, zu lange gezögert zu haben. Unklar war, ob die iranische Seite auch zu Gesprächen bereit ist.

Wann genau die Gespräche stattfinden sollen, ließ Trump demnach offen. Der Präsident habe angemerkt, dass einige Iraner, die an den bisherigen Verhandlungen beteiligt waren, nicht mehr am Leben seien. "Die meisten dieser Leute sind tot. Einige derjenigen, mit denen wir verhandelt haben, sind tot, denn das war ein schwerer Schlag", sagte er.

Trump hat Gesprächsbedarf.
Trump hat Gesprächsbedarf.  © Kenny Holston/Pool The New York Times/dpa

1. März, 18.05 Uhr: Merz spricht von einem Dilemma

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat sich zur völkerrechtlichen Einordnung der Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran zurückhaltend geäußert. Es sei jetzt "nicht der Moment, unsere Partner und Verbündeten zu belehren", sagte der CDU-Politiker in Berlin. "Bei allen Zweifeln teilen wir viele ihrer Ziele, ohne selbst imstande zu sein, sie auch tatsächlich zu erreichen."

Man habe innerhalb der Bundesregierung ausführlich über "die völkerrechtliche Einordnung dessen, was da gegenwärtig geschieht", diskutiert. "Wir sehen das Dilemma, dass mit völkerrechtlichen Maßnahmen und Schritten, die wir ja in den letzten Jahrzehnten immer wieder auch versucht haben, gegen ein Regime, das atomar aufrüstet und das eigene Volk brutal unterdrückt, offensichtlich nichts zu bewirken ist." Appelle aus Europa, die Verurteilung iranischer Rechtsbrüche und selbst umfangreiche Sanktionspakete hätten über Jahre und Jahrzehnte wenig ausgerichtet.

Sie stehen hinter Trump und Israel: Menschen nehmen an einem Jubel-Protest unter dem Motto "Freiheit für Iran" am Brandenburger Tor teil.
Sie stehen hinter Trump und Israel: Menschen nehmen an einem Jubel-Protest unter dem Motto "Freiheit für Iran" am Brandenburger Tor teil.  © Christoph Soeder/dpa

1. März, 17.55 Uhr: Wohl 43 Sicherheitskräfte bei Angriff im Westen des Iran getötet

Bei einem Angriff auf das Hauptquartier eines Grenzregiments in der westiranischen Stadt Mehran nahe der irakischen Grenze sind iranischen Medienberichten zufolge 43 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden.

"Dieser Angriff, der von Bombardierungen begleitet war, hat leider zum Märtyrertod von 43 Sicherheitskräften geführt, bei denen es sich zumeist um Grenzschützer handelte", berichtete die Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag. 21 weitere Menschen seien verletzt worden.

1. März, 17.40 Uhr: Vermittler Oman ruft zu Deeskalation im Nahen Osten auf

Der Außenminister des Vermittlerstaats Oman, Badr al-Bussaidi, hat im aktuellen Iran-Krieg zur Deeskalation aufgerufen. Eine Fortsetzung der militärischen Eskalation trage nicht zur Lösung des Konflikts bei, hieß es aus dem Außenministerium in Maskat. Al-Bussaidi forderte eine sofortige Waffenruhe und die Rückkehr zu diplomatischen Gesprächen.

Er habe bereits mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi telefoniert. Dieser habe betont, dass Teheran Frieden wolle und diplomatische Bemühungen zur Beendigung der durch die amerikanisch-israelische Militärkampagne ausgelösten Krise unterstütze.

Titelfoto: Kenny Holston/Pool The New York Times/dpa

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