Kiez-Jeschichten: Zurückbleiben bitte - oder der Weg ist versperrt!

Berlin - Eine Alltagsgeschichte aus der Hauptstadt, die man so, oder so ähnlich, beinahe täglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln Berlins (mit)erleben kann - das sind unsere Kiez-Jeschichten!

Zugegeben, so voll wie beim S-Bahnstreik waren die Bahnhöfe und Züge natürlich nicht, aber nervig war es trotzdem.
Zugegeben, so voll wie beim S-Bahnstreik waren die Bahnhöfe und Züge natürlich nicht, aber nervig war es trotzdem.  © Fabian Sommer/dpa

Kennt Ihr dit ooch … ? Man will auf dem Weg zur Arbeit in die U-Bahn einsteigen und drei Hirten versperren die Tür, getreu dem Kaya-Yanar-Motto "Du kommst hier net rein".

Nur mehr oder weniger widerwillig gehen sie dann doch zur Seite, aber auch gerade nur so viel, dass man sich trotzdem an ihnen vorbeischlängeln muss, um gegenüber einen Stehplatz zu finden - unsereins möchte ja schließlich nicht im Weg stehen.

An Sitzen ist erst gar nicht zu denken, denn alle Plätze sind schon kurz nach dem Einsetzen des Zugs belegt. Das ändert sich allerdings, nachdem einige weitere Bahnhöfe passiert worden sind.

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Eine etwas fülligere Dame steigt mit ihrem "Hackenporsche" zu und will sich zwischen zwei andere Fahrgäste setzen oder in diesem Fall eher quetschen. Mit leicht vorwurfsvollem Blick lässt sie sich mit ein wenig Schwung auf den freien Platz plumpsen, sodass ihre Sitznachbarn beinahe erschrocken nach links und rechts ausweichen (müssen).

Beim Aussteigen hat man irgendwie ein Déjà-vu, denn erneut ist der Weg versperrt, diesmal von wartenden Fahrgästen, die, eher gezwungen, eine schmale Gasse auf dem Bahnsteig freimachen.

Währenddessen drängeln sich andere bereits in den Wagon - schonmal was davon gehört, dass man erst aussteigen lässt, bevor man selbst einsteigt?

Wenn der Tram-Fahrer einmal klingelt

In der Tram hieß es Füße einziehen.
In der Tram hieß es Füße einziehen.  © Jörg Carstensen/dpa

Doch es geht tatsächlich auch anders: Man kommt die Treppe hoch, sieht die Tram schon dastehen und rennt los, um sie noch zu erwischen. Kurz vor dem Ziel ertönt das Warnsignal und die rote Warnlampe leuchtet auf: Zurückbleiben bitte!

Genervt dreht man ab, um auf den nächsten Zug zu warten, da ertönt plötzlich die Tram-Glocke: Der Fahrer hat tatsächlich noch einmal extra die Türen geöffnet. Man springt doch noch schnell auf, doch wieder ist der Weg versperrt - diesmal steht ein Schüler in der Tür, den man durch den Schwung fast umrennt. Man entschuldigt sich kurz und sucht sich einen Stehplatz.

Während der Fahrt rennen andere Pennäler hektisch durch den Zug, teilweise ihren Roller vor sich herschiebend oder hinter sich herschleifend - hier ist vorsichtshalber Füße einziehen angesagt!

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Beim Verlassen der Tram ein ähnliches Bild wie in der U-Bahn: Wieder können es die Menschen nicht erwarten, in den Zug zu stürmen - immerhin darf man diesmal einigermaßen ungehindert aussteigen. Der Weg über die Straße führt direkt vor dem Zug vorbei. Man winkt dem Fahrer freundlich zu, um sich fürs Warten zu bedanken. Er erkennt einen wieder und erwidert den Gruß mit einem Nicken. Und schon setzt man seinen Weg zur Arbeit etwas weniger genervt fort.

Dit is Berlin, wa?

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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