Aktivisten der Letzten Generation beflecken Grundrechte mit Öl

Berlin - Die Letzte Generation hat am Samstagmorgen in Berlin mit einer weiteren Aktion auf den Klimanotstand aufmerksam gemacht.

Aktivisten der Letzten Generation demonstrieren am Samstagmorgen vor der mit Öl beschmierten Glasskulptur "Grundgesetz 49".
Aktivisten der Letzten Generation demonstrieren am Samstagmorgen vor der mit Öl beschmierten Glasskulptur "Grundgesetz 49".  © Letzte Generation

Mehrere Aktivisten haben bei ihrem Protest die drei Meter hohe Glasskulptur "Grundgesetz 49" nahe dem Bundestagsgebäude mit Öl beschmiert.

"Erdöl verfeuern oder Grundrechte schützen? Im Jahr 2023 geht nur eines von beidem", erklärte die Aktivistin Lina Johnson zu der Aktion.

Das Kunstwerk des israelischen Bildhauers Dani Karavan (†90) besteht aus insgesamt 19 Glas-Stelen, die sich an der Spreepromenade entlangziehen und einen Außenhof des Jakob-Kaiser-Hauses mit dem Uferbereich im Bezirk Mitte verbinden.

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Auf den gewaltigen Glasplatten ist jeweils eines der 19 Grundrechte des Grundgesetzes aus dem Jahr 1949 eingraviert - spätere Ergänzungen sind hier nicht zu finden, daher auch die Jahreszahl im Namen der Installation.

"Das Verbrennen von Erdöl führt uns in die Klimahölle. In der Klimahölle gibt es keine Menschenwürde, keine Freiheit und kein Recht auf Leben", stellte mit Judith Beadle eine weitere Demonstrantin den Fortbestand drei dieser Grundrechte infrage.

Letzte Generation will mit Aktion auf Verlust der Grundrechte in der "Klimahölle" aufmerksam machen

Ein Plakat, das auf den Verlust wichtiger Grundrechte in der drohenden "Klimahölle" aufmerksam macht, klebt an einer der ölverschmierten Glas-Stelen.
Ein Plakat, das auf den Verlust wichtiger Grundrechte in der drohenden "Klimahölle" aufmerksam macht, klebt an einer der ölverschmierten Glas-Stelen.  © Twitter/Letzte Generation

In einer Presseerklärung der Letzten Generation heißt es: "Statt ihre Bevölkerung zu schützen, befeuert die Bundesregierung die Klimakatastrophe. Sie plant laut Klimaschutzgesetz erst 2045 klimaneutral zu werden."

Damit verstoße die Regierung gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, in dem es heißt: "Die aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG folgende Schutzpflicht des Staates umfasst auch die Verpflichtung, Leben und Gesundheit vor den Gefahren des Klimawandels zu schützen."

Denn die ursprünglich von Experten ausgegebene Grenze einer globalen Erderwärmung von durchschnittlich 1,5 Grad Celsius werde bereits 2030 gerissen, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

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"Ab diesem Zeitpunkt sind wir in akuter Gefahr [...] - die Grundrechte können dann nicht mehr gewährt werden."

Titelfoto: Letzte Generation, Twitter/Letzte Generation (Bildmontage)

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