Farb-Attacke auf Axel-Springer-Zentrale: Neue Generation schlägt wieder in Berlin zu
Berlin - Aktivisten der Gruppe "Neue Generation" haben am Donnerstagmorgen den Hauptsitz des Medienkonzerns Axel Springer SE in Berlin-Kreuzberg mit Farbe beschmiert.
Nach Angaben der Initiative richtete sich die Aktion gegen den Einfluss des Unternehmens auf Politik und öffentliche Meinungsbildung zum angeblich eigenen Vorteil.
Demnach kippten zwei Beteiligte gegen 9.30 Uhr blaue Farbe an die Fassade des Springer-Hochhauses im Stadtteil Kreuzberg. Diese könne nach Bekunden der Gruppe sowohl für die CDU als auch für die AfD stehen.
Weitere Unterstützer brachten Plakate mit politischen Parolen an den Eingangstüren an. Darauf ist zu lesen: "#MerzMafia – demokratiezersetzende Mafia aus Milliardär*innen & Rechten".
Die Polizei nahm vier Menschen vorläufig fest und durchsuchte sie. Zwei von ihnen seien in anschließenden Polizeigewahrsam genommen, meldete ein Sprecher. Zwei weiteren durften nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung ihren Weg wieder fortsetzen.
Die Gruppe begründete den Protest demnach mit Kritik an Verflechtungen zwischen Medien, Wirtschaft und Politik. In einer Mitteilung warf sie dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner (63) vor, dass er sich "auf Kosten des Gemeinwohls bereichere", indem er angeblich Politik und Journalismus vermische.
Neue Generation sorgt mit #MerzMafia-Kampagne für Aufruhr
Der Medienmanager gehört zu den einflussreichsten Figuren der deutschen Medienbranche. Der von ihm geführte Konzern ist international tätig und betreibt zahlreiche Medienangebote in Europa und den USA.
Eine Sprecherin der Initiative erklärte, Ziel der Proteste sei es, auf Machtkonzentration in Medien und Politik aufmerksam zu machen. Kritik richtete sich auch allgemein gegen den Einfluss wohlhabender Einzelpersonen auf demokratische Prozesse.
Die Aktion ist Teil mehrerer Protesttage der Gruppe in Berlin unter dem Titel #MerzMafia-Kampagne, die noch bis Freitag andauern sollen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Initiative mit verschiedenen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht.
Am Dienstag hatten die Aktivisten vor dem Bundeswirtschaftsministerium mit einer Kunstperformance gegen aus ihrer Sicht unsoziale Politik protestiert.
Titelfoto: Neue Generation

