Klimaaktivisten besetzen Rathaus und zeigen Naturkatastrophen
Berlin - Seit dem 30. Oktober 2026 laufen die aktuellen Protesttage der Neuen Generation in Berlin - am Montagvormittag haben die Klimaaktivisten ein Rathaus besetzt.
Seit 10 Uhr sitzen mehrere Demonstranten - darunter auch Gründungsmitglied Henning Jeschke (26), der sich in einer Gerichtsverhandlung einst mit seiner Hand an einem Tisch festgeklebt hatte - im Foyer des Rathauses Neukölln auf dem Boden, um auf die aktuellen Auswirkungen der Klimakrise aufmerksam zu machen.
Zu diesem Zweck halten Jeschke und seine Mitstreiter Fotos von verheerenden Naturkatastrophen hoch, die sich in diesem Jahr bereits ereignet haben. Einer der Aktivisten präsentiert zudem ein Schild mit der Forderung "Geloste Räte gegen den Klimakollaps", die die Neue Generation als Lösung für die politischen Probleme ansieht.
Im Vorfeld der Aktion haben die Aktivisten unter anderem Briefe an alle zwölf amtierenden Bezirksbürgermeister der Hauptstadt sowie an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (54, CDU) geschickt.
Das Exemplar, das an Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (40, SPD) gerichtet war, liegt der TAG24-Redaktion vor.
Neue Generation: "Klimakatastrophe wartet nicht auf politische Mehrheiten"
In dem Schreiben warnt die Neue Generation vor den existenziellen Gefahren der Klimakatastrophe und des Demokratiezerfalls.
Die Protestgruppe "sieht das bestehende politische System als unfähig an, diesen Entwicklungen wirksam entgegenzusteuern", heißt es darin. Als Lösungsansatz werden geloste Bürgerräte vorgeschlagen, in denen Bürger unmittelbar an politischen Entscheidungen beteiligt werden - ein ähnliches Modell wie das Kleroterion-Verfahren im alten Athen.
Der Brief ist abschließend mit einer Einladung zu einem Gespräch verbunden, die nach Aussage der Klimaaktivisten bereits von einigen Bezirksbürgermeistern angenommen worden sein soll. Hikel hat bislang jedoch nicht darauf geantwortet, weshalb die Protestler auf ein direktes Gespräch im Rathaus hofften.
"Die Klimakatastrophe wartet nicht auf politische Mehrheiten - sie bedroht Menschenleben, und zwar hier und heute. Wir brauchen deshalb neue Formen der demokratischen Beteiligung", fordert Gründungsmitglied Lina Eichler (24).
Titelfoto: Presse Neue Generation, Jens Kalaene/dpa (Bildmontage)

