Letzte Generation: Gericht will Tisch zurückhaben, Carla Hinrichs klagt an

Berlin - Jetzt also doch: Das Amtsgericht Tiergarten fordert den Tisch zurück, an dem sich Klima-Rebell Henning Jeschke (23) vor gut zwei Wochen in seinem eigenen Prozess mit der Hand festgeklebt hatte.

Klimaaktivist Henning Jeschke (23) hatte sich bei seinem Prozess mit der Hand auf einem Tisch festgeklebt. Jetzt will das Gericht das Corpus Delicti zurückhaben.
Klimaaktivist Henning Jeschke (23) hatte sich bei seinem Prozess mit der Hand auf einem Tisch festgeklebt. Jetzt will das Gericht das Corpus Delicti zurückhaben.  © Anne Baum/-/dpa

Das teilte eine Gerichtssprecherin laut der Klimagruppe während der Fortsetzung von Jeschkes Prozess am Donnerstag mit.

Zunächst hatte die Letzte Generation berichtet, dass das Gericht die Eigentumsrechte an dem Tisch aufgegeben habe und selbiger jetzt dem 23-Jährigen gehöre. Zu dem Tweet vom 23. Februar veröffentlichten die Aktivisten ein Foto von Jeschke, das ihn auf dem Tisch sitzend an einer Bushaltestelle zeigt.

Das Möbelstück soll jedoch nicht ohne Gegenleistung zurückgegeben werden. "Wir tauschen Tisch gegen Gerechtigkeit", kündigte die Letzte Generation bei Twitter an. Sobald das Gericht anerkenne, dass ein Klimanotstand die Proteste rechtfertige, solle das Staatseigentum zurückgegeben werden.

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Aufgrund der Tisch-Klebe-Aktion drohen dem Klimaaktivisten im Übrigen weitere Konsequenzen, denn es wurde Strafanzeige gestellt, sodass die Staatsanwaltschaft nun prüfe, welche Delikte vorliegen könnten.

Letzte-Generation-Gründungsmitglied Carla Hinrichs kritisiert Gerichtsurteil scharf

Klima-Rebellin Carla Hinrichs (26) hat sich nach Abschluss ihres Prozesses zu dem Urteil geäußert.
Klima-Rebellin Carla Hinrichs (26) hat sich nach Abschluss ihres Prozesses zu dem Urteil geäußert.  © Annette Riedl/dpa

Unterdessen hat sich Carla Hinrichs (26) nach ihrer Verurteilung vor laufender Kamera geäußert. Die Mitbegründerin der Klimagruppe wurde am Donnerstag wegen der Teilnahme an einer Straßenblockade in Berlin vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt.

Das Gericht setzte das Strafmaß damit sogar höher an als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 450 Euro. Begründung: "Es ist eine Straftat, wenn man anderen seinen Willen aufzwingt." Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Hinrichs hat sich nach dem Prozess geäußert und das Urteil infrage gestellt. "Auf dem Weg in eine Krise, in eine absolute Katastrophe" müssten alle Aspekte miteinbezogen werden, betonte die 26-Jährige.

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"Wenn unsere Lebensgrundlagen und unsere Gesellschaft zusammenbricht, müssen wir uns alle fragen: Können wir diesen Kurs noch mittragen?", stellte sie in den Raum.

Das gelte nicht nur für die Bürger und Bürgerinnen dieses Landes, die Widerstand leisten, sondern auch für "Richterinnen und Richter, die hier meinen Protest verurteilen, anstatt ihn freizusprechen, wie sie es eigentlich müssten", klagte das Gründungsmitglied der Letzten Generation an.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa, Anne Baum/-/dpa (Bildmontage)

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