Meine Meinung: Dieses geschmacklose Corona-Video schießt gegen die Schwächsten!

Stuttgart - Der Aufschrei um das öffentlich-rechtliche "Umweltsau"-Lied ist noch gar nicht so lange her, da schießen die Gebührenfinanzierten wieder geschmacklos gegen Alte!

Silberstein (rechts) redet in dem Clip auch über Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Screenshot)
Silberstein (rechts) redet in dem Clip auch über Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Screenshot)  © Screenshot: Twitter.de/Bohemian Browser Ballett

Doch der Reihe nach: Derzeit grassiert das Coronavirus weltweit. Besonders gefährdet: ältere und kranke Menschen.

Unsere schwächsten und am meisten gefährdeten Mitbürger nimmt jetzt ein geschmackloser Clip des "Bohemian Browser Balletts" (BBB) ins Visier. Die Truppe ist Teil des gebührenfinanzierten "Funk"-Angebots von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

"Corona rettet die Welt", heißt das etwas mehr als zwei Minuten lange Stück. BBB-Frontmann Christian Maria Brandes (39, alias Schlecky Silberstein) kündigt zu Beginn an: "Wir vom Bohemian Browser Ballett sagen ja zu Corona!"

Begründung: "Denn mit diesem Virus heilt sich der Planet praktisch selbst." Wie bitte?! Damit nicht genug. Das Virus ist in den Augen des 39-Jährigen fair: "Es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion nahezu mühelos." Und das sei gerecht, denn: "Immerhin hat die Generation 65 plus diesen Planeten in den letzten 50 Jahren voll an die Wand gefahren."

Ob er das auch den Familien der Todesopfer ins Gesicht sagen würde, welche die Krankheitswelle bislang gefordert hat? Vermutlich eher nicht.

Es erwische aber laut Brandes nicht nur die Alten, sondern auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die finde man vor allem "in den entwickelten Wohlstandsnationen". Für Brandes sind das vor allem die US-Amerikaner. Mit ihrer "Wachstum-um-jeden-Preis"-Politik hätten die schon immer "den Planeten in die Bredouille gebracht".

Solch ein Video ist keine mutige Satire

Sich freuen über das Corona-Ableben der Alten? Darüber kann TAG24-Redakteur Patrick Hyslop nicht lachen.
Sich freuen über das Corona-Ableben der Alten? Darüber kann TAG24-Redakteur Patrick Hyslop nicht lachen.  © privat

Den Gedanken spinnt der Komiker denn auch gleich weiter: "Vielleicht ist ja auch das Coronavirus einfach nur eine Antwort auf den Turbokapitalismus." 

Und das funktioniere: Flugverkehr zusammengebrochen, Produktion zurückgefahren, Konsum rückgängig. "Eine bessere Nachricht gibt es doch gar nicht für diesen Planeten."

Dann kommt der 39-Jährige auf den Punkt Überbevölkerung zu sprechen. Oder wie er es formuliert: "Ist das Problem nicht eigentlich, dass es von uns viel zu viele gibt?" Seine Argumentation: "Weniger Menschen bedeutet weniger Ressourcenknappheit. Das bedeutet weniger Hunger. Das bedeutet weniger Krieg. Und das bedeutet weniger Fluchtursachen."

Fazit des BBB-Clips: Das Coronavirus sei "ein schöner und sinnvoller Reflex der Natur" und "deshalb da, weil wir es nicht anders verdient haben".

Dass ein öffentlich-rechtliches Angebot keine drei Monate nach dem "Umweltsau"-Skandal des WDR (meinen damaligen Kommentar findet Ihr hier) erneut gegen die ältere Generation im Besonderen und gegen Menschen im Allgemeinen schießt, kam nicht nur bei mir alles andere als gut an.

Auf Twitter kommentiert ein User unter den Clip: "Das ist Hetze, bezahlt von den Öffentlichen. Ich verstehe das nicht mehr. Was ist hier los in Deutschland?"

"Ich weiß ja, dass dies 'Satire' sein soll", schreibt wiederum ein anderer, "aber am Ende des Clips ist mir einfach nur schlecht." Ein weiterer regt sich auf: "Es ist an Widerlichkeit langsam nicht mehr zu überbieten! Von wegen Satire, Ihr bösartigen Zyniker!"

Und letztlich befindet ein anderer Nutzer: "Wenn man menschenverachtende Scheiße als Satire verpackt, bleibt es immer noch menschenverachtende Scheiße." Dem ist dann auch nichts mehr hinzuzufügen.

Vielleicht nur dies: Wenn im kommenden Jahr die GEZ-Gebühren auf 18,63 Euro im Monat steigen sollen, könnte man spätestens dann die Finanzierung solcher Formate streichen? Denn mutige Satire nimmt die Starken und Mächtigen ins Visier. Gegen die Schwächsten zu schießen ist keine mutige Satire, sondern ein Ausdruck von Feigheit.

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