Sachsen trinken immer weniger: Wer rettet unser Bier? Ein Kommentar

Dresden - Dass der Bierkonsum sinkt, ist alles andere als eine Überraschung. Der Trend geht seit Jahren nach unten, bundesweit wie in Sachsen – ein Spiegelbild der sich wandelnden Gesellschaft.

TAG24-Redakteur Benjamin Schön.
TAG24-Redakteur Benjamin Schön.  © Holm Helis

Weniger Stammtische, neue Lebensstile, steigende Preise, mehr Alternativen: Bier ist längst nicht mehr das Selbstverständnis, das es einmal war. Die Frage ist also nicht, ob der Absatz zurückgeht, sondern wie die Brauer darauf reagieren.

Gefragt sind Ideen, Mut und Flexibilität. Wer einfach auf alte Rezepte und gewohnte Sorten setzt, verliert Kunden. Wer dagegen neue Geschmacksrichtungen, Events oder Aktionen bietet, kann die Menschen zurück an die Theke bringen. Alkoholfreie Varianten sind ein kleiner Lichtblick – sie zeigen, dass Anpassung möglich ist. Aber sie ersetzen nicht das Erlebnis, das echte Bierliebhaber erwarten.

Und ja, aus Gesundheitssicht ist der Trend zu weniger Bier vielleicht gar nicht so schlecht. Weniger Alkohol, weniger Kopfschmerzen, weniger Kater – das ist ein Plus für viele, auch wenn die Kneipen und Brauereien darunter leiden.

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Die Brauer stehen also mitten im Wandel: Sie müssen die Gesellschaft verstehen, Trends aufgreifen und Lust auf Bier erzeugen, sonst füllen andere Getränke die Lücken.

Der Bierabsatz befindet sich auf einem Rekordtief.
Der Bierabsatz befindet sich auf einem Rekordtief.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Ein kleiner Hoffnungsschimmer könnte die Fußball-WM bringen, bei der Bier wieder zum Gemeinschaftserlebnis wird. Aber langfristig gilt: Wer Innovation zeigt, bleibt im Geschäft – wer sich auf Tradition allein verlässt, wird auf der Strecke bleiben.

Titelfoto: Fotomontage: IMAGO/Wolfgang Maria Weber//Holm Helis

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