Dresden - Bombenentschärfungen und Evakuierungen sind in Dresden mittlerweile Routine. Trotzdem gab es am Mittwoch ein Novum: Diesmal hatte die Stadtverwaltung die Entschärfung Wochen im Voraus angekündigt.
Jedenfalls fast: Ob nun Dienstagabend, Mittwochmorgen oder vielleicht gar nicht evakuiert werden muss, stellte sich erst am Dienstag um 18.15 Uhr heraus.
Das war für manchen älteren Menschen zu spät. Gerade diese nutzen die schnellen Online-Medien recht selten, und ob am Abend noch das Radio oder ein Nachrichtenformat im Fernsehen läuft, ist auch nicht sicher.
Die späte Entscheidung hatte allerdings auch Vorteile: Bei der Untersuchung der Bombe hätten die Experten feststellen können, dass sofort geräumt werden muss. Die in diesem Fall betroffenen Ministerien, die Polizei und auch das Gericht hätten da größtenteils schon Feierabend gehabt - was die Spontan-Evakuierung um einiges einfacher gemacht hätte.
Doch dazu musste es bekanntlich nicht kommen.
Vielleicht wäre ein größerer Puffer noch besser
Gegen die lange Vorlaufzeit ist nichts zu sagen: Sie hilft vielen, sich ein Ausweichquartier zu suchen, Arbeitstermine und Ähnliches können noch bequem umorganisiert werden. Aber vielleicht wäre ein größerer Puffer zwischen endgültiger Entscheidung und Evakuierung sogar noch besser.
Klar zieht sich damit die Entschärfung eventuell noch länger hin. Aber so bekommen vielleicht noch mehr Menschen mit, dass sie ihre Wohnung rechtzeitig verlassen müssen.