Wenn Tanken zum Luxus wird: Ein Kommentar zur Preis-Explosion an den Zapfsäulen

Berlin - Die Spritpreise erreichen neue Rekordwerte und für viele Pendler und Familien wird das Tanken zu einer echten Belastung. Es wird Zeit, dass Politik und Wirtschaft endlich Lösungen liefern, statt nur zuzuschauen: ein Kommentar.

Die heutigen Kraftstoffe wurden vor Monaten gekauft. Warum ist Tanken trotzdem so teuer?
Die heutigen Kraftstoffe wurden vor Monaten gekauft. Warum ist Tanken trotzdem so teuer?  © TAG24

Seit Beginn der aktuellen Iran‑Krise sind die Preise an den Zapfsäulen kräftig gestiegen: In vielen Regionen Deutschlands kostet ein Liter Diesel inzwischen mehr als zwei Euro.

Von "Unverschämt" über "Katastrophe" bis hin zu "Dann tanke ich eben in Polen" höre ich in meinem Bekanntenkreis vor allem negative Reaktionen.

Die Kraftstoffe, die heute aus den Zapfsäulen fließen, wurden schon vor Monaten eingekauft - warum kostet das Tanken also trotzdem so viel? Nutzen die großen Mineralölkonzerne die Situation aus, um sich zu bereichern?

Sachsen trinken immer weniger: Wer rettet unser Bier? Ein Kommentar
Kommentar Sachsen trinken immer weniger: Wer rettet unser Bier? Ein Kommentar

Was viele dabei oft vergessen: Am wenigsten für die hohen Spritpreise können die Tankstellenpächter - und trotzdem sind sie es, die den Unmut der Kunden abbekommen. Erst am Donnerstagmorgen konnte ich sehen, wie Autofahrer den Zapfhahn wütend zurückhängten und in die Tankstelle stürmten.

Verschiedene Medien betonen: An der Zapfsäule zahlen Verbraucher nicht für das Öl im Tank, sondern für den aktuellen Börsenpreis. Steigen also Ölpreis und Dollarkurs, gehen die Konzerne von höheren Einkaufskosten aus und passen ihre Preise entsprechend an.

Politik und Konzerne müssen entlasten

Viele Menschen überlegen sich derzeit genau, ob sie wirklich noch jeden Weg mit dem Auto fahren. (Symbolfoto)
Viele Menschen überlegen sich derzeit genau, ob sie wirklich noch jeden Weg mit dem Auto fahren. (Symbolfoto)  © Christophe Gateau/dpa

Was können Politik und Mineralölkonzerne nun tun? Sie müssen definitiv handeln! Entweder durch gezielte Entlastungen für die Verbraucher oder durch Maßnahmen, die den Preisanstieg bremsen. Das wäre zum einen die Reduzierung der Energiesteuer oder Mehrwertsteuer auf Diesel und Benzin.

Auch eine transparente Erklärung, warum die Spritpreise steigen, etwa wegen Ölpreisen, Dollarkursen oder logistischen Kosten, wäre hilfreich.

Denn immer mehr Menschen überlegen sich inzwischen genau, ob sie wirklich noch jeden Weg mit dem Auto fahren können - ein Zustand, der nicht nur die Haushalte belastet, sondern auch die Wirtschaft bremst.

Verkehr in der Neustadt - Ein Kommentar
Kommentar Verkehr in der Neustadt - Ein Kommentar

Zugleich zeigt die Lage einmal mehr, wie dringend alternative Mobilitätskonzepte gebraucht werden. Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad- und E-Mobilität müssen ausgebaut werden, damit Menschen in Berlin und Brandenburg auch ohne hohe Spritkosten mobil bleiben können.

Am Ende gilt: Wer das Auto liebt, spürt den Preis - und wer pendelt, spürt ihn besonders. Es wird Zeit, dass Politik und Wirtschaft endlich Lösungen liefern, statt nur zuzuschauen.

Titelfoto: TAG24

Mehr zum Thema Kommentar: