Werk ohne Alternative: Ein Kommentar zum Flusswasserwerk
Dresden - 300 Millionen Euro für ein neues Flusswasserwerk sind in Zeiten der Finanznot eine Mega-Investition, auch Dresden ist an den Kosten beteiligt. Die Verantwortlichen von Stadt, Freistaat und kommunalem Energieversorger sprechen von einem Meilenstein - und sie haben recht.
Ohne die Chipindustrie im Norden wäre Dresden finanziell noch ärmer dran. Damit die Gewerbesteuer überhaupt sprudeln kann, muss die Stadt die Infrastruktur schaffen. Dresden steht dabei im weltweiten Wettbewerb.
Dass "unser" Silicon Saxony als Europas bedeutendster Mikrochip-Standort gilt, ist in Zeiten stagnierender Wirtschaft, hoher Strom- und Produktionskosten schon mehr als beachtlich.
Das Flusswasserwerk wird nicht nur die bestehende Industrie mit Wasser versorgen. Es wird auch für die künftigen Ansiedlungen wie ESMC dringend gebraucht.
Ohne so ein modernes Werk wäre die künftige Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Und das wiederum würde weniger Einnahmen für die Stadt bedeuten, was dann schnell auch die Bürger spüren würden.
Darum ist es richtig, dass man künftig zum ersten Mal auch Wasser direkt aus der Elbe für die Industrie nutzen will. Bedenken von Umweltschützern muss man ernst nehmen. Will Dresden seinen bereits schrumpfenden Wohlstand aber nicht noch schneller verlieren, führt an dem Werk kein Weg vorbei.
Titelfoto: Bildmontage: Norbert Neumann, Eric Münch
