Ende der Einsamkeit: Ein Kommentar von Erik Töpfer
Dresden - Es ist ein massives Problem, das da in fast allen Teilen der Bevölkerung gedeiht. Nicht nur Rentnerinnen und Rentner fühlen sich zunehmend einsam. Die Pandemie war dabei ein Brandbeschleuniger. Die Folgen sind verheerend. Doch die gute Nachricht: Sie sind nicht allein!
Zugegeben, für eine 85-Jährige wird jede Bahnfahrt zum Kraftakt, wie Frau Arnold so schön beschreibt. Wenn einen dann noch die Sommerhitze in der Wohnung fesselt oder der Fahrstuhl dorthin ausgefallen ist, bleibt die einzige Gesellschaft oft das Nachmittagsprogramm der ARD und Co.
Während Studien das Problem bei Jüngeren vor allem online sehen, sterben den Alten schlicht die Weggefährten weg. Einen Menschen zu verlieren, der einen über Dekaden begleitet hat, ist schon schlimm genug. Doch wer sich deshalb zu Hause einigelt, tut sich noch viel Schlimmeres an.
Trotz all der herzlosen Kürzungspläne von Stadt und Land, die damit übrigens keineswegs Geld sparen, weil uns allein die absehbaren gesundheitlichen Folgen davon die Steuerhaare vom Kopf fressen werden, gibt es sie noch: AWO, Johanniter, Volkssolidarität und mehr.
Man muss ja nicht gleich mit ihnen verreisen! Doch schon der eine Spielenachmittag in der Woche kann helfen, diesem einsamen Quälgeist Einhalt zu gebieten.
Oft haben sie knieschonende Fahrdienste im Angebot. Und vielleicht trägt ein Nachbar den Rollator dahin. Denn trotz der verheerenden Studien und dieser Weltlage bleibt die gute Nachricht: Sie sind nicht allein.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Zoonar II, Eric Münch
