Arizona (USA) - Nach dem tragischen Verlust ihrer geliebten Großmutter entschloss sich die Familie, die Asche der Verstorbenen aufzubewahren. Die dafür benötigte Urne bestellten sie kurzerhand bei Amazon. Der Artikel selbst wurde schnell geliefert - ebenso schnell stellte sich für die Verwandten der Schock ein, als sie einen Blick ins Innere warfen.
Enkelin Ashleigh Wegner musste erst vor Kurzem Abschied von ihrer Großmutter Dorothy Kuspis nehmen, die im Mai im Alter von 98 Jahren verstarb. "Sie hatte ein erfülltes Leben", erklärt Ashleigh gegenüber "Arizona's Family". "Es kam also nicht überraschend, aber - wie bei jedem Verlust - war es doch ein Schock, als es dann tatsächlich passierte."
Der Abschied von ihrer Oma sollte für die US-Amerikanerin am Ende aber besser zu verkraften sein als das, was anschließend passierte:
Gemeinsam mit ihrer Tante und ihrem Onkel entschloss sich Ashleigh, einen Teil der Asche als Erinnerung in einer kleinen Urne aufzubewahren. Die Familie bestellte deshalb ein Herz aus Messing, was sie bei einem Drittanbieter auf Amazon entdeckt hatten. Im Behälter sollte Oma Dorothy dann ihre letzte Ruhe finden.
"Die Lieferung kam innerhalb weniger Tage an", erinnert sich die Frau aus Arizona. "Als ich das Paket öffnete, war die Urne etwas staubig." Was bei Artikeln aus dem Internet nun manchmal so der Fall sein kann und normalerweise kein Grund zur Beanstandung ist, hatte im Fall der Urne einen mehr als faden Beigeschmack.
Schnell war für Ashleigh klar, dass es sich bei dem angeblichen Staub in Wahrheit um die Asche einer fremden Person handelte.
Familie erhält Urne - mit fremder Asche darin!
Aus bisher noch unklaren Gründen hatte man ihr die Reste eines Verstorbenen per Post zugesandt. "Ich schraubte die Rückseite auf und bemerkte, dass sich darin noch Überreste befanden", so die US-Amerikanerin. "Ich war schockiert. Es ekelte mich ein wenig. Ich fühlte mich sehr unwohl." Natürlich kam für sie auch die Frage auf, wen sie da an den Fingern kleben hatte.
Hinzu kommt, dass es nicht das erste Mal war, dass Ashleigh und ihre Familie mit sterblichen Überresten von einem Unbekannten konfrontiert worden waren. "Vor einigen Jahren fanden mein Mann und ich in einer Gasse in unserer Wohngegend eine Kiste mit Asche", erklärt sie.
Damals hatte das Paar die Polizei eingeschaltet, die tatsächlich die Angehörigen der verstorbenen Person ausfindig machen konnte. Traurigerweise hatte die Familie kein Interesse daran, die Urne aufzubewahren.
Im Fall der benutzten Amazon-Urne blieb eine Antwort auf die Frage, wen oder was Ashleigh da in den Händen hielt, aus. Der Drittanbieter reagierte nicht auf die Anfrage der Familie. Amazon selbst zeigte sich aber kulant und erstattete Ashleigh zumindest den Kaufpreis zurück.
Die fremde Asche samt Urne zu entsorgen, brachte die US-Amerikanerin aber nicht übers Herz. "Ich wollte nicht, dass sie wieder im Lagerregal landet, von jemand anderem gekauft und in einem solchen Moment versehentlich an eine andere Person verschickt wird", meint sie.
Für Großmutter Dorothy wurde derweil eine neue Urne angeschafft - brandneu und ohne Überreste.