Middletown (USA) - Die Suche nach ihren Vorfahren und deren Geschichte brachte eine Frau zu einer schockierenden Erkenntnis: Die US-Amerikanerin erfuhr über einen Test, dass ihre DNA in einer Mordermittlung auftaucht.
Seit Jahren forscht Anna Grady zu ihrer Familiengeschichte und konnte mittlerweile einen umfangreichen Stammbaum erstellen, der ihre Ahnenlinie über Jahrhunderte zurückverfolgt.
Ihre neueste Erkenntnis brachte sie allerdings mitten in eine strafrechtliche Verfolgung.
Grady reichte ihre DNA bei der gemeinnützigen Organisation "DNA Justice" ein, bei der es sich um eine Datenbank handelt, die genetische Informationen für polizeiliche Ermittlungen sammelt.
"Ich habe meine DNA hochgeladen, und dann hieß es, ich würde eine Mail bekommen, falls es einen Treffer gäbe", erinnert sich die Frau aus Minnesota gegenüber Newsweek. Und kurz darauf bekam sie tatsächlich Post.
"DNA Justice" trat mit ihr in Kontakt und informierte sie darüber, dass ihre genetischen Daten für eine laufende Ermittlung relevant sein könnten. Dabei ging es um nichts Geringeres als einen Mordfall!
DNA taucht in Mordermittlung auf
Bisher weiß Grady noch nicht, ob ihre DNA in Verbindung mit der Identifizierung eines Verdächtigen oder einer Leiche steht. "Ich möchte es wissen, besonders wenn es um unbekannte Leichen geht", sagt sie.
Die Organisation selbst hält sich bedeckt und erklärt auf Anfrage, dass sie keine Details über ihre Ermittlungen geben dürfe. Jede Person, deren DNA mindestens 7 Centimorgans (Maßeinheit der Genetik) mit der eines DNA-Profils der Strafverfolgungsbehörde übereinstimmt, wird kontaktiert.
Grady hofft, dass ihre DNA anderen Menschen helfen kann, die in ungelösten Fällen stecken. "Zu wissen, dass ich dazu beitragen kann, das Richtige zu tun und einer Familie zu einem Abschluss zu verhelfen", so die US-Amerikanerin.
Ihr eigenes Projekt umfasst mittlerweile mehr als 7000 Personen, die einem Stammbaum angehören. Dabei stieß Grady vor allem auf viel Leid: "Ich erfuhr, dass meine Vorfahren mütterlicherseits, meine Urgroßeltern, alle Sklavenhalter waren." Für sie, die selbst schwarze Kinder und Enkelkinder hat, war diese Erkenntnis "erschütternd".
Zudem kam sie dank der DNA-Tests mit Verwandten in Kontakt, von deren Existenz sie nichts gewusst hatte.
Ihr Ahnenforschungsprojekt sei für sie mehr als nur eine Suche - für Grady gehe es vielmehr um Verantwortung, Erinnerung und die Möglichkeit, etwas wiedergutzumachen.